Polynyas

Polynyas sind »Seen« oder offene Stellen im Eis, die beispielsweise vor polaren Küsten oder in der Mitte eines weiten Treibeis-Feldes auftreten. Zurückzuführen sind diese auf starke Winde von der Küste, auf Strömungen oder Gezeiten. Sie bleiben meist über eine längere Zeit oder sogar Jahre bestehen. Die offenen Stellen können auch als dünne Meereisschicht noch als Polynyas gezählt werden.
Sie haben einen wichtigen Anteil an der Bildung von kaltem dichten Bodenwasser, der untersten Wasserschicht. Satelliten können sie meist ausmachen, weil offenes Meer immer wärmer ist als umliegendes Eis. Dadurch kommt auch das Phänomen des „Arktischen Seerauchs“ zustande. Das Wasser in den Polynyas ist wärmer als die Umgebung und so steigt warme Luft auf, die wie Rauch aussieht.

Ökologisch gesehen können Polynyas sehr reichhaltig sein, da die eindringende Sonne zu hoher Produktivität führt. In der Antarktis gestatten Polynyas Pinguinen und anderen Seevögeln viel weiter südlich zu brüten, als es normalerweise möglich wäre. In der Arktis öffnen sie Kanäle und Buchten, ziehen Fische und andere Beutetiere an und werden so zum Aufenthaltsort von Walen, Robben und Seevögeln. Vor allem die Wale und Robben nutzen die Polynyas als Möglichkeit um „durchzuatmen“. Auch der Plankton kann dort besser wachsen, als unter Eis.