Nebensonnen

Nebensonne oder Sonnenhund

Sonnenhund-Parhelion

Eine Nebensonne oder auch Parhelion – letzteres setzt aus den altgriechischen Worten »para« (neben) und »hélios« (Sonne) zusammen – ist eine der häufigsten und intensivsten Haloerscheinungen. Es gibt etwa 50 verschiedene Haloerscheinungen, die um die Sonne und seltener um den Mond in Form von Kreisen, Halbkreisen, Säulen oder Bögen vorkommen. Sie lassen sich am Himmel in Europa an ungefähr 60 bis 80 Tagen im Jahr beobachten. Man muss aber gezielt und genau hinschauen, um das Phänomen dieser Lichtbrechung zu sehen.

Wie entsteht eine Nebensonne

Auch im Sommer herrschen in in hohen Atmosphärenschichten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dann frieren die Wassertröpfchen in den Wolken zu Eiskristallen. Wenn sich Sonnenlicht an diesen Eiskristallen bricht, die häufig in hoch gelegenen Zirruswolken vorkommen, zeigt sich dem aufmerksamen Beobachter an manchen Tagen eine Haloerscheinung. Auch bei den Eiskristallen gibt es verschiedenste Formen. Für die Entstehung der Nebensonnen müssen möglichst gleichmäßige sechseckige Eisplättchen vorhanden sein. Wenn ein Lichtstrahl der Sonne in die Seitenfläche des Eiskristalls eintritt, tritt er auf der anderen Seite des Kristalls wieder aus und kann an der Seitenfläche des danebenliegenden Eisplättchens wieder eintreten usw. Die Lichtstrahlen werden abgelenkt, das Licht bricht. Das funktioniert aber nur, wenn die Sonne niedrig und nicht höher als 60° steht. Nebensonnen sind meist bei einem Sonnenstand von 22° zu beobachten. In der englischen Sprache werden Parhelia (Plural von Parhelios) sun dogs genannt, also Sonnenhunde. Nebensonnen erscheinen als helle Lichtflecke links und rechts neben der Sonne. Am hellen Tageshimmel sind Sonnenhunde schwer zu erkennen und werden leicht übersehen. Es gibt aber einen einfachen Trick: Wenn die Wetterbedingungen günstig für Bildung von Parhelia sind, kann man zur besseren Ortung des möglicherweise auftretenden Lichtphänomens den Daumen und den kleinen Finger einer Hand zusammenführen. Der dabei entstehende Winkel beträgt bei den meisten Menschen etwa 20 Grad. Schaut man zwischen den Fingern durch, lassen sich mögliche Erscheinungsorte leicht identifizieren. Auch Mondlicht von einem hellen, fast vollen Mond kann in Verbindung mit hohen Zirruswolken einen ähnlichen Lichteffekt auslösen, in diesem Fall spricht man von Mondsonnen. Allerdings sind diese meist deutlich schwächer ausgeprägt und dadurch seltener zu sehen.

Die Farben der Nebensonne

Nebensonnen sind farbig, ähnlich wie Regenbögen, aber blasser und mit weniger Farben. Der zur Sonne zeigende Rand ist rötlich, dann folgt Gelb. Grün- und Blautöne fehlen fast komplett. Da sich die Farbstreifen Stück für Stück überlagern, entsteht am Ende des der Sonne abgewandten Bereichs als Summe aller Farben ein weißer Schweif mit einem kleinen Blauschimmer.

Unterschied zum Regenbogen

Wie beim Regenbogen bildet sich die Farbaufspaltung durch Brechung der Lichtstrahlen. Allerdings ist bei einer Nebensonne ein Eiskristall die Ursache dafür, während es beim Regenbogen Wassertropfen sind. Parhelia entstehen links und rechts neben der Sonne als kleine oval bis dreieckige Lichtflecke, während sich ein Regenbogen auf der der Sonne gegenüberliegenden Seite zeigt. Auch der Strahlengang beider Lichtphänomene weist Unterschiede auf. Die Farben von Regenbögen sind in der Regel deutlicher ausgeprägt als bei Sonnenhunden, da ein Regenbogen meist vor dunklen Wolken steht und dadurch der Kontrast stärker ist, während eine Nebensonne im hellen Tageslicht noch dazu in Sonnennähe schwer auszumachen ist.