Kälte – Die kältesten Regionen

Die kältesten Regionen

Im Sommer wie im Winter ist die Antarktis das kälteste Gebiet der Erde. Am Südpol herrscht 2835 Meter über dem Meeresspiegel im wärmsten Monat (Dezember) eine mittlere Temperatur von minus 27,7 Grad und im kältesten Monat (Juli) von minus 59,9 Grad. Ein viel kälterer Ort auf der Eiskappe ist allerdings Wostok, eine permanente russische Forschungsstation in der Antarktis auf 3488 Metern Höhe: Im Sommer »steigt« das Thermometer auf minus 32 Grad, im Winter fällt es auf minus 68 Grad. Die Rekordtemperatur liegt im antarktischen Polarplateau bei minus 88,3 Grad!

Die arktischen Temperaturen lassen sich damit überhaupt nicht vergleichen: Wir kennen keine mittleren Temperaturen am Nordpol, weil es dort keine Station gibt, aber sie dürften im Sommer um den Gefrierpunkt, im Winter bei etwa minus 30 Grad liegen. Der hohe Grat der grönländischen Eisdecke hat mittlere Wintertemperaturen von minus 45 Grad und mittlere Sommertemperaturen von minus 12 Grad. Die niedrigsten Wintertemperaturen in der nördlichen Hemisphäre treten auch nicht im Polarbecken auf, sondern in Sibirien: minus 47 Grad im Winter, mit Extremen bis minus 68 Grad!

Warmhalten in Polarmeeren

Wie schaffen Warmblütler wie Seevögel, Robben und Wale es, ihre Körpertemperatur, die bei 38-39 Grad liegt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aufrecht zu erhalten? Wie alle Warmblütler erzeugen sie Wärme durch Muskelaktivität und bewahren diese durch Isolation. Pelz und Federn sind an Land gute Isolatoren, aber im tiefen Wasser nutzlos. Ihre Wirkung hängt von der Schicht isolierender Luft ab, die sie nah an der Haut behalten. Zudem haben alle schwimmenden Vögel und Säugetiere eine dicke Haut und eine Speckschicht, die als Nahrungsreserve und zusätzliche Isolation dienen. Wenn ein Warmblütler aktiv schwimmt und in seinen Muskeln viel Wärme erzeugt, steigert sich die Blutversorgung der Haut und des Fetts, und die Haut gibt ein Zuviel an Wärme wie eine Heizung an das Meer ab. An Land kühlen sich umgekehrt aufgrund der relativ geringen Blutzufuhr Haut und Fett ab, und werden zu einem wirkungsvollen Isolationsmaterial, das die Körperwärme bewahrt.