Sir James Clark Ross

Sir James Clark Ross (* 15. April 1800 in London; † 3. April 1862 bei Aylesbury) war ein englischer Seefahrer und Entdecker. Zusammen mit seinem Onkel Sir John Ross und mit Sir William Parry erforschte er die Arktis durch mehrere Expeditionsfahrten, später war er Leiter einer Antarktisexpedition.

Eine seiner wichtigsten Reisen in die Arktis ist die Expedition von 1829/33 mit dem Ziel, die Nordwestpassage zu finden. Nach einer weitgehend erkenntnislosen Expedition 1818 geht er erneut mit seinem Onkel John Ross auf die Suche. Bis nahe Felix Harbour an der Boothia-Halbinsel dringen sie vor, bevor sie vom Eis eingeschlossen werden. Sie gelangen bis zum 82. Breitengrad, was 50 Jahre lang ein Rekord sein wird. Die Crew wird die folgenden 4 Jahren dort festsitzen, die genutzt werden, um die Region zu erkunden und wertvolle Erkenntnisse über die Ernährung der Inuit und zum Überleben in diesen Breitengraden zu gewinnen. Auf einer dieser Erkundungstouren entdeckt Ross den arktischen Magnetpol. 1832 verlassen Ross und seine Crew schließlich ihr Schiff. Erst 1833 gelingt es den Männern, auf Beibooten eines verlassenen Schiffswracks dem Eis zu entkommen.

1835 ist er der Organisator für eine Rettungsexpedition, in der mehrere Walfangboote aus dem Eis in der Davisstraße befreit werden müssen – erfolgreich.

Zwischen 1839 und 1843 war er Leiter der Antarktis-Expedition der HMS Erebus und HMS Terror und kartierte einen großen Teil der Küste des Kontinents. 1841 entdeckte die Expedition das Ross Meer, Victoria Land und die Vulkane Mount Erebus und Mount Terror sowie das Ross Shelfeis. Ihm gelang die Erreichung von 78°10′ südlicher Breite, was noch lange Zeit als südlichster vom Menschen erreichter Punkt galt. Im folgenden Jahr erforschte er die Ostseite von James Ross Island und entdeckte Snow Hill Island und Seymour Island. Nach seiner dritten Antarktisexpedition erhielt Ross in England die Ritterwürde.

1847 publizierte er seinen Reisebericht »A Voyage of Discovery and Research to Southern and Antarctic Regions«. Seine letzte Expedition unternahm er 1848 als Kapitän der HMS Enterprise. Zusammen mit der HMS Investigator war dies erste Suchexpedition nach den Verschollenen der Franklin-Expedition.

Viele Landschaftsgebiete wurden Ross zu Ehren nach ihm benannt, darunter das Rossmeer, das Ross-Schelfeis und die Ross-Inseln.