Salomon August Andrée

Salomon August Andrée (* 18.10.1854 in Schweden; † Oktober 1897 auf Kvitøya/ Spitzbergen) war ein schwedischer Ingenieur und Polarforscher. Seine erste Polarexpedition für Schweden unternahm er 1882-1883 unter der Leitung von Nils Ekholm. Dabei untersuchte er die Elektrizität in der Luft. Ihm zu Ehren wurden ein Gebiet auf Spitzbergen Andrée-Land benannt.

Sein Versuch, 1897 mit seinem Gasballon »Ornen« (Adler) von der Insel Danskøya (Spitzbergen) zum Nordpol zu fliegen, scheiterte – der Ballon stürzte ab. Zusammen mit seinen Begleitern Nils Strindberg, einem Neffen des Dichters August Strindbergs, und Knut Frænkel gelang es ihm, sich über das Packeis bis nach Kvitøya durchzuschlagen. Dort starben die drei Männer im Oktober 1897. Die Todesursache war sehr wahrscheinlich durch mit Trichinen (Fadenwürmer) verseuchtes, roh verzehrtes Eisbärenfleisch. Ihre Leichen sowie Fotografien und Tagebücher wurden erst 1930, also 33 Jahre später, durch Zufall gefunden. Durch die Tagebücher erhielt man Aufschluss, was auf der Expedition wirklich geschah, dies sorgte für ein Medienereignis.

Verlauf der Reise

1893 kaufte Andrée den ersten Wasserstoffballon und unternahm erste Testfahrten mit seinen selbsterfundenen Schleppleinen. Er sah seiner Expedition mehr als positiv entgegen und sah die Mitternachtssonne der Arktis als ideal, damit die Reisedauer verkürzt werden könne und keinerlei Zwischenlandungen erfolgen müssen. Nebel oder Schneebefall wurde nicht bedacht…

Für diese Fahrt orderte er einen neuen Ballon, den er Örnen taufte, schwedisch für Adler.

Für seine Expedition nahm er zwei Freiwillige mit, darunter auch Nils Ekholm. Der erste Versuch musste wegen schlecht liegenden Windes abgesagt werden. Beim nächsten Versuch mussten die Drei wieder umkehren, da der Ballon zu schnell und zuviel Wasserstoff verlor. Daraufhin verließ Ekholm das Unternehmen, denn seiner Meinung nach habe der Ballon zu viele Lecks und würde die Fahrt nie schaffen. Vermutlich wollte er sich auch nicht länger dem Spott der Presse aussetzen. Denn nun kam auch heraus, dass Andrée bei seinen Testfahrten heimliche Nachfüllungen unterschwiegen hatte. Diesem selbstzerstörerischen Verhalten muss er aufgrund des großen Medieninteresses nachgegangen sein und redete sich daraufhin selber ein, er könne es schaffen. Der Nachfolger Ekholms war Knut Frænkel.

Der alles entscheidende dritte Versuch

Der dritte Versuch verlief von Beginn an fatal. Kurz nach dem Start schleifte der Korb im Wasser und die kleine Mannschaft musste alles mögliche von Bord schmeißen, damit sie wieder an Höhe gewinnen. Dabei wurden auch die Schleppseile abgeworfen, die doch für die Steuerung vorgesehen waren. Dann jedoch fuhr der Ballon in 700m Höhe, was so nie geplant war. Dies war viel zu hoch und ohne die Steuerungsseile waren sie dem Wind und Wetter einfach ausgeliefert. Zudem verloren sie immer noch viel zu schnell Wasserstoff. Es wurden Bojen und Brieftauben losgeschickt, doch nur eine Brieftaube wurde gefunden. Auf einem norwegischen Dampfer überbrachte die Taube die Nachricht „Alles gut an Bord“, was nicht ansatzweise dem wirklichen Geschehen entsprach, wie man später aus den Tagebüchern erfuhr.

Zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft 10 Stunden und 29 Minuten unterwegs, dann folgten weitere 41 Stunden mit viel Bodenkontakt und einer turbulenten Fahrt, bei der wieder viel an Nahrung und Ausrüstung von Bord geschmissen wurde. Nach 65,40 Stunden kam es zur endgültigen Landung – noch mehr als zwei Drittel der Strecke vom Nordpol entfernt (und man muss bedenken, dass sie ja noch bis Kanada weiterfliegen wollten!). Nach einer Woche zelten am Ballon, wurde ein Teil der Ausrüstung und der Nahrung verpackt und der Fußmarsch wurde angetreten.

Der Rettungsversuch

Ziel waren die Vorratslager, die als Absicherung der Expedition angeordnet wurden. Drei Monate wanderten sie mit kaum nützlichem Handwerkszeug (Andrée war nicht gut auf einen solchen Fall vorbereitet) und die viel zu schweren Schlitten mussten durch die schwindenden Kräfte immer weiter abgeladen werden. So ernährte sich die Gruppe bald von Robben-, Eisbären- und Walrossfleisch. Wegen eines Wetterumschwungs konnten sie ihr Ziel Cape Flora nicht erreichen und entschieden sich für den Versuch nach Seven Islands durchzukommen. Doch dazu war eine Überwinterung auf einer Eisscholle nötig. Gerade als sie ihr Lager und sogar eine Hütte errichtet hatten, brach die Eisscholle direkt unter ihren Füßen. Die Mannschaft rettete sich auf die Insel Kvitøya, doch auch ihre letzten Bemühungen waren umsonst und sie wurden 33 Jahre später an dieser Stelle tot von norwegischen Robbenfängern gefunden. Der erste, der starb war vermutlich Strindberg, da er in einer Felsspalte beigesetzt und mit Steinen zugedeckt gefunden wurde. Die anderen hingegen lagen nur auf dem Boden. Es gibt viele Theorien, weshalb die drei sterben mussten. War es das verseuchte Eisbärenfleisch? Oder einfach Flüssigkeitsmangel gepaart mit allgemeiner Erschöpfung und Apathie? In der Presse folgten Spekulationen ohne Ende und wilde Geschichten wurden erfunden. Da sie sofort nach ihrem Fund ohne Untersuchung kremiert wurden, bleibt dies für immer ein Rätsel…