Robert Edwin Peary

Robert Edwin Peary (* 6. Mai 1856 in Cresson, Pennsylvania; † 20. Februar 1920 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Ingenieur und Polarforscher. Er behauptete einst, der erste Mensch am Nordpol gewesen zu sein. Bis heute wird daran gezweifelt, ob er es wirklich geschafft hat, da Peary seine Behauptung nicht nachweisen konnte .

Grönland

Schon während seines Dienstes bei der US Navy entwickelte Peary ein großes Interesse an der Polarforschung. Von 1891 bis 1909 unternahm er mehrere Expeditionen nach Grönland. Er überwinterte dabei stets im hohen Norden, um im Frühjahr zeitig aufzubrechen zu können. Unter anderem betrieb er mit den Inuit Tauschhandel und brachte 1897 einen Meteoriten mit nach New York, den die Inuit eigentlich als Rohstofflieferanten gebrauchten. Später verschleppte er sogar sechs Inuit und brachte sie ins American Museum Of National History. Dort wurden an ihnen Forschungen am lebendigen Leib durchgeführt. Vier von ihnen starben bald darauf, die anderen beiden wurden nach Jahren wieder »ausgewildert«, doch sie fanden sich in ihrer Heimat nicht mehr zurecht.

Wettrennen zum Nordpol

Peary fasste den festen Entschluss, als erster Mensch den Nordpol zu betreten. 1905/1906 gelang ihm dabei ein Vorstoß auf 87°6′ nördlicher Breite, womit er einen neuen Rekord aufstellte. Bei einer erneuten Expedition bejubelte er dann, er habe am 6. April 1909 den nördlichsten Punkt der Erde erreicht. Auf der letzten Etappe begleiteten ihn vier Inuit und Matthew Hanson. Zeitgleich verkündete aber der Schiffsarzt Frederick Cook, der früher bereits mit Peary zusammen in Grönland gewesen war, er habe den Pol schon am 21. April 1908, also ein Jahr zuvor, erreicht. Doch Cook hatte zu wenig Beweise und nachdem entlarvt wurde, dass seine Erstbesteigung des Mount McKinley eine Täuschung gewesen war – er hatte stattdessen einen niedrigeren Nachbargipfel bestiegen – glaubte niemand mehr an seine Nordpoleroberung. Peary versuchte nun, durch seine gute Verbindung zur Presse ins Rampenlicht zu rücken. Tatsächlich gilt er in den USA heute noch als Entdecker des Nordpols. Doch mit der Zeit wurden die Zweifel an seiner Eroberung des Nordpols immer stärker. In seinem Routenbuch erklärte er weder Hin- noch Rückweg. Von der Erreichung des Ziels steht keine Silbe in seinem Tagebuch, doch eigentlich schrieb Peary jeden seiner Gedanken penibel auf. Stattdesseb schrieb er seinen Jubel auf ein paar losen Blättern nieder, die im Tagebuch lagen. So liegt der Verdacht nahe, dass diese erst später geschrieben wurden. Gegen seine Behauptung spricht auch, dass seine Mannschaft 20 täglich etwa 20 Kilometer weit kam, und plötzlich sollte er in vier Tagen 250 Kilometer geschafft haben? Selbst heute kommen Forscher mit ihren Hundeschlitten nicht viel weiter als 35 Kilometer am Tag, so dass Pearys Behauptung relativ unwahrscheinlich ist. Seine Fotos beweisen lediglich, dass er sich in einem Umkreis von 110 Kilometern um den Pol herum befunden hatte. Auch mit der Beschreibung seiner Reise hielt er sich sehr zurück. Außerdem nahm er auf seine letzte Etappe nur Begleiter mit, die seine Messungen nicht bestätigen konnten, obwohl er ein Team aus Wissenschaftlern und Forschern an seiner Seite hatte. Die Frage, ob er denn nun der Ersteroberer des Nordpols ist, muss also jeder für sich beantworten.

Bis zu seinem Tod war Peary mit seiner Frau Josephine verheiratet. Er hatte aber auch eine Affäre mit einer Inuitfrau, mit der er zwei Kinder hatte. Er litt an Blutarmut und fiel im Verlauf der Krankheit im Februar 1920 ins Koma und verstarb am nächsten Tag.