Otto Sverdrup

Otto Sverdrup – genauer Otto Neumann Knoph Sverdrup (* 31. Oktober 1854 in Bindal; † 26. November 1930 in Sandvika bei Oslo) – war ein norwegischer Seefahrer und Polarforscher. Er war verheiratet mit seiner Cousine Greta Andrea Engelschiøn. Unter anderem war er Kapitän der Fram auf der Nordpolexpedition von Fridtjof Nansen und leitete 1898-1902 eine erfolgreiche Polarexpedition, die einen riesigen Anteil von bis dahin unbekanntem Land der kanadischen Arktis kartierte. Seine seemännische Laufbahn begann er im Alter von 17 Jahren.

Grönland 1888-1889

Fridtjof Nansen plante die erste Durchquerung Grönlands auf Skiern und dort schloss sich auch Sverdrup an. An Bord der Jason erreichten sie nach einigen Komplikationen das Land und überwinterten in Godthåb. Dort lernten sie von den Inuit wie man die Winter in der Arktis überlebt und erfuhren einiges zur Führung von Hundeschlitten. Nansen plante im Anschluss bereits die nächste Expedition.

An Bord der Fram

Die Planung Nansens sah vor, durch einen Eisdrift den arktischen Ozean zu durchqueren und dabei die Bewegungen des arktischen Eises zu erforschen. Von Beginn an war Sverdrup in die Vorbereitungen mit einbezogen und wurde dann der Kapitän der Fram. Anfangs durchfuhren sie die Nordostpassage, doch als das Schiff in Packeis gefangen in Richtung Nordwesten trieb, und nicht wie geplant Richtung Nordpol, wurde der Plan abgeändert und das Schiff von Nansen und einigen anderen verlassen um mit Hundeschlitten zum Nordpol durchzukommen. Währenddessen übernahm Sverdrup die Leitung der Expedition. Erst drei Jahre später kam das Schiff bei Spitzbergen wieder frei.

Im Sommer 1897 unternahm Sverdrup als Kapitän der Lofoten mehrere 1-wöchige Touristenfahrten nach Spitzbergen.

Die zweite Runde mit der Fram

Schon während der Touristenfahrten tüftelte Sverdrup bereits an seiner zweiten Fram-Expedition. Er wollte von der Baffin Bay aus die Nares-Straße zwischen Grönland und Ellesmere Island durchfahren, dann an der Nordküste Grönlands überwintern und mit Schlitten den nördlichsten Punkt Grönlands ausfindig machen.
1898 verließ die Fram den Hafen, allerdings musste die Mannschaft schnell feststellen, dass die Nares Straße unbefahrbar ist. Darum musste bereits zu diesem Zeitpunkt ein Platz zum Überwintern gefunden werden. Während einer Erkundungstour wurde erstmals die Westküste von Ellesmere Island erreicht. Der Plan, den Norden Grönlands zu erforschen, wurde verworfen und man widmete sich nun Ellesmere Island. Die zweite Überwinterung fand an der Südküste der Insel statt. Im Frühjahr 1901 wurde erneut eine Insel entdeckt: Ellef Ringes Island. Inzwischen musste bereits die vierte Überwinterung in Angriff genommen werden, da viel zu viel Eis sämtliche Fahrwege versperrte. Die wichtigsten Ergebnisse der Expedition war die Entdeckung und Kartierung der Axel Heiberg Island und Ellef Ringes Island. Außerdem wurden die kleinen, heute genannten Sverdrup-Inseln gefunden. Es erfolgten auch viele wissenschaftliche Ergebnisse zu Biologie, Botanik und Meteorologie et cetera. Für viele gilt dies als die erfolgreichste Expedition in der Geschichte der Arktisforschung.

Die letzten Jahre

Im Folgenden beteiligte sich Otto Sverdrup mit der Eclipse an einer Rettungssuche nach zwei russischen Expeditionen. Sein Suchgebiet umfasste dabei die Karasee. Allerdings ist nach nur 3 Tagen bereits sein Schiff dem Eisdrift unterlegen und konnte somit kaum behilflich sein. Als sie wieder freikamen, waren die Schicksale der gesuchten Expeditionen bereits aufgeklärt.

1920 brach er erneut zu einer Rettungsaktion auf und konnte die komplette Belegschaft mit dem Eisbrecher Swjatogor befreien.

In seinen letzten Jahren bemühte sich Sverdrup um Geld für die Restauration seiner Fram. Leider konnte er die Gründung des Fram-Museums nicht mehr miterleben, doch er konnte sein Schiff vor dem Zerfall retten und es wurde unter seiner Aufsicht erneuert.