Otto Nordenskjöld

Lexikon Polar Kreuzfahrten Entdecker Otto Nordenskjoeld

Otto Nordenskjöld (* 6. Dezember 1869 † 2. Juni 1928) war ein schwedischer Geologe und Polarforscher. Bekannt wurde er für seine Antarktis-Expedition 1902 mit dem Schiff Antartic. Zuvor hatte Nordenskjöld bereits Patagonien und Alaska bereist. Er war der Neffe von Adolf Erik Nordenskjöld, der auch einige Expeditionen unternommen hatte. Nach der Antarktis-Expedition folgte er 1906 einer französischen Arktiskreuzfahrt auf der Île de France. Dieses Schiff lief jedoch auf ein Riff auf und musste vom niederländischen Kreuzer Friesland befreit werden. 1909 brach Nordenskjöld nach Grönland auf. Ihm zu Ehren wurden einige Landschaftsgebiete benannt, wie unter anderem die Nordenskjöld-Küste, ein Abschnitt der Ostküste der Antarktischen Halbinsel, eine Gletscherzunge im Rossmeer und ein Berg auf Südgeorgien.

Die schwedische Antarktisexpedition

Die schwedische Expedition sollte als erste Expedition in der Region der Antarktischen Halbinsel überwintern. Ziel waren meteorologische und erdmagnetische Beobachtungen. Als Kapitän hatte man sich für den erfahrenen Walfänger Carl Anton Larsen entschieden. Der Plan war es, an der Ostküste der antarktischen Halbinsel möglichst weit nach Süden vorzudringen, um hier eine Forschungsstation zu errichten und den Winter dort zu verbringen. Nordenskjöld und fünf seiner Männer entschieden sich für ein Winterquartier auf Snow Hill Island vor der Ostküste der Halbinsel. Die Antarctic segelte zurück zu den Falkland-Inseln, um dort zu überwintern. Bei ihrer Rückkehr konnte die Besatzung nicht nach Snow Hill Island durchkommen und ließ stattdessen drei Männer bei Hope Bay auf der Spitze der Halbinsel zurück. Sie sollten versuchen, zu Fuß das 320 Kilometer entfernte Snow Hill Island zu erreichen. Die Antarctic wurde dann auf der Weiterfahrt nach Süden von Packeis eingeschlossen und sank am 12. Februar 1903 etwa 40 Kilometer vor Paulet Island. Die Besatzung konnte sich durch einen Gewaltmarsch mit einigen Vorräten dorthin retten.


Die drei Männer, die in Hope Bay zurückgelassen worden waren, konnten zunächst nicht nach Snow Hill Island durchkommen, da der Weg durch offenes Wasser versperrt war. Erst im September versuchten sie es erneut und trafen durch einen glücklichen Zufall an der Nordküste der Insel Vega auf Nordenskjöld, der mit einem seiner Männer auf einer Erkundungstour nach Norden war. Den Ort ihres Wiedersehens nannten sie Cape Well-Met (etwa: »Kap der guten Begegnung«). Die Überwinterung fand also in drei voneinander getrennten Gruppen statt.

Die Besatzung der Antarctic, die auf Paulet überwintert hatte, baute sich in der Zwischenzeit Steinhütten und ernährte sich von Adéliepinguinen.

Erst im November 1903 wurden die Männer von einer Rettungsexpedition mit der Uruguay gefunden.

Die Expedition brachte Nordenskjöld großen Ruhm, da er viel zur Kenntnis der Geografie der Antarktis beigetragen hatte und seine Expedition fossilen Funde mitgebracht hatte, die viele Aufschlüsse über die Klimageschichte ergaben. Privat jedoch bedeutete diese Reise seinen finanziellen Ruin.