Jonas Poole

Jonas Poole (1566-1612) war ein englischer Seefahrer, Walfänger und Abenteurer. Seine ersten Expeditions-Erfahrungen machte er an Bord der Muscovy Company mit mehrjährigen Erkundungsreisen auf die Bäreninsel. So dirigierte er 1608 die Paul und übernahm schließlich 1609 das Kommando über die Lioness. 1610 wurde er losgeschickt, um bei der Bäreninsel nach Walrössern zu jagen und eine Passage zum Nordpol zu finden.

1610

Kaum los gesegelt, »verfehlte« er die Bäreninsel absichtlich und fuhr direkt weiter nach Spitzbergen. Dort verbrachte er drei Monate damit, Walrösser, Eisbären und Rentiere zu jagen.

Dabei benannte er den Berg Muscovy Companys Mount, heute Hornsundtind. Des Weiteren benannte er den Fjord Hornsund, Ice Point (Ispynten), Bell Point (Kapp Lyell), Bell Sound (Bellsund), Ice Sound (Isfjord) und viele weitere Buchten und Fjorde. Sein Interesse für Spitzbergen war geweckt.

1611

Nach seinen ausführlichen Berichten über das große Walvorkommen um Spitzbergen wurden zwei weitere Schiffe losgeschickt, die Elizabeth und die Mary Margaret. Poole wurde zum Anführer der Elizabeth. Gleich zu Beginn dieser Walfang-Expedition wurden die Schiffe durch schlechtes Wetter und starke Winde getrennt, fanden sich jedoch einen Monat später wieder.

Während sich die Mary Margaret mit dem Fangen von Walen und Walrössern beschäftigte, segelte Poole weiter, um den Südwesten zu erkunden – dabei sichtete er Land, möglicherweise Ost-Grönland.

Auf dem Weg zurück zur Bäreninsel berichteten ihm losgeschickte Segler vom Verlust der Mary Margaret. Diese war vom Eis eingeschlossen worden und unkontrollierbar abgedriftet. Einige der Männer retteten sich noch in Beibooten. Zuerst segelte die Mannschaft südlich, um diese Männer zu retten. Als sie sie endlich fanden und einsammeln konnten, nahm die Elizabeth Kurs nordwärts. Der restliche Bestand der Mannschaft musste noch von der Mary Margaret gerettet werden. Bei dem Versuch, mit der Elizabeth die Mary Margaret aus dem Eis zu befreien, kam es zu einem halsbrecherischem Abenteuer, für das Poole beinahe mit seinem Leben bezahlte. Die Elizabeth sank und mit kleinen Booten segelten die schiffslosen Gruppen nun Richtung Hopewell, um dort um Hilfe zu bitten. Doch erst gegen Geld entschloss sich der Leiter Marmaduke dazu, die Schiffbrüchigen wieder zurück nach England zu bringen.

1612

Bereits ein Jahr später war Poole bereits bei der nächsten Wal-Expedition nach Spitzbergen an Bord: Die Whale und die Sea Horse stachen in See. Diesmal übernahm Jonas Poole jedoch keine Leitung, sondern diente an Bord vermutlich als »Pilot«.

Nach den ersten Fängen berichtete Poole, dass es derart viele Wale gäbe, dass man sie nicht mehr zählen könne. Am Ende der Expedition kehrten die Schiffe mit 17 erlegten Walen, 2 Walrössern und Tonnen von Öl nach Hause. Gegend Ende der Reise jedoch ereignete sich die schicksalhafte Wende: Poole wurde elendig und unehrenhaft ermordet. Bis heute ist nicht bekannt, von wem oder aus welchen Beweggründen dies geschah.

Ihm zu Ehren wurde später der Poole Point (Poolepynten) südöstlich des Prins Karls Vorlandes benannt.