Adrien de Gerlache de Gomery

Adrien de Gerlache de Gomery (* 2. August 1866 in Hasselt; † 4. Dezember 1934 in Brüssel) war belgischer Marineoffizier und Polarforscher. Im jungen Alter trat er der belgischen Marine bei und leistete seinen Dienst auf Schiffen für die Fischereiaufsicht, die Küstenwache und die Fährlinie Oostende-Dover ab. Doch sein Wunsch war ein abenteuerlicheres Leben zu führen.

1895 beteiligte er sich an einer Fahrt nach Jan Mayen und Ostgrönland. Diese bestärkte ihn in seiner Entscheidung sich fortan der Polarforschung zu widmen. Schon bald plante er seine eigene Expedition, jedoch musste er viele Gelder und Sponsoren eintreiben, damit ihm diese gelingen würde.

Die Belgica-Expedition 1897-1899

Von der Hälfte des Budgets wurde ein ehemaliges Robbenfängerschiff gekauft und Belgica getauft. Außer de Gerlache hatte noch keiner seiner Besatzung Erfahrung im Umgang mit dem Eismeer. An Bord war auch der spätere Südpolbezwinger Roald Amundsen, der jedoch noch völlig unbekannt war.

Am 16. August 1897 schiffte die Belgica aus und der Schiffsarzt Frederick Cook stieß in Rio mit an Bord. Er und Amundsen wurden während der Reise enge Freunde.

Die Expedition war geprägt von Stürmen und Unwetter und viele Riffe beschädigten das Schiff. Ein Teil der Besatzung erkrankte und musste bereits in Chile zurückgelassen werden. 1898 erreichte man dann antarktische Gewässer. Im März 1898 passierte die Gruppe die bisher südlichste Breitenposition, an der je ein Schiff gewesen ist. Doch vor lauter Freude suchte de Gerlache zu spät nach einem Überwinterungsplatz und somit wurde die Belgica im Packeis eingefangen. Bei der Besatzung erfolgten Erkrankungen von Anämie, verursacht durch Lichtmangel und unzureichende Ernährung. Doch auch nach Ende der Polarnacht kam die Belgica nicht frei. Erst am 14.März 1899 gelang es den verbliebenen 17 Männern an Bord den Rückweg anzusteuern. In der Zwischenzeit war auch de Gerlache erkrankt und Amundsen übernahm kurzzeitig die Leitung. Wegen verschiedener Führungsstile- und Ansichten zerstritten sich die beiden.

In den kommenden Jahren war de Gerlache an weiteren Forschungsreisen beteiligt. So schloss er sich unter anderem 1902 der französischen Antarktisexpedition an, doch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Leiter, verließ er die Belgica in Brasilien.

1905 brach er, nicht als Expeditionsleiter, erneut mit der Belgica nach Nordostgrönland, Spitzbergen und Franz Josef Land auf.

Aus seiner zweiten Ehe stammt sein Sohn Gaston, der später Leiter der belgischen Antarktis Expedition 1957/1958 wird.

Adrien de Gerlache de Gomery war während des Krieges politisch-sozial aktiv und wurde später zum Berater der Regierung. Er starb an Paratyphus.