Trottellumme

Trottellummen nisten in Felsen, Spitzbergen · © Sven Achtermann Trottellummen nisten in Felsen, Spitzbergen · © Sven Achtermann

engl.: Common guillemot
lat.: Uria aalge

Beschreibung Trottellumme

Die etwa entengroßen Vögel sind nicht etwa, wie man vermuten könnte, besonders tollpatschig, sondern verdanken ihren Namen einem Übersetzungsfehler. Der schwedische Biologe Carl von Linné hatte die Vögel nach einem italienischen Naturforscher Guillemot de Troïl benannt. Daraus wurde im Laufe der Zeit schließlich die Trottellumme.

Sie sehen ihre engen Verwandten, den Dickschnabellummen sehr ähnlich. Der Schnabel ist allerdings länger und spitzer und einheitlich schwarz. Das Gefieder ist im Brustbereich weiß, die Flügeldecken, Kopf, Rücken, Schwanz und Hals sind braunschwarz.

An Land kann man sehr schön sehen, dass die Trottellummen nicht auf ihren Füßen laufen, sondern auf dem Zehengrundgelenk.
Die in der Arktis lebenden Tiere haben meistens einen weißen Augenring.

Lebensraum

Die Trottellummen als Meeresvögel sind zirkumpolar vertreten und eher im subarktischen Bereichen anzutreffen. Rund um den Inseln Spitzbergens sind einige wenige Kolonien bekannt.

Sie sind keine ausgesprochenen Zugvögel, benötigen aber offenes Meer, um ihre Ernährung sicher zu stellen. Sie sind in Großbritannien, Irland und den Kanalinseln weit verbreitet; auch in Deutschland gibt es eine Kolonie auf Helgoland.

Nahrung

Die Trottellummen sind auf Schwarmfische angewiesen. Heringe, Sandaale, Sprotten und Dorsch sind ihre bevorzugte Nahrungsquelle. In den arktischen Gebieten wird ihre Nahrung durch Krustentiere noch ergänzt. Die Vögel sind hervorragende Taucher, die bis zu 180 m tief tauchen können.

Fortpflanzung

Trottellummen sind saisonal monogam und haben sie erstmal einen Brutplatz auf den schmalen Klippen des Brutfelsens erobert, besuchen sie diesen auch mehrmals im Jahr außerhalb der Brutzeit, um Territorialansprüche zu verteidigen.
Das Paar zieht pro Jahr eine Brut auf. Die Eiablage erfolgt, je nach geographischer Breite, zwischen Februar und Mai. Beide Partner brüten das Ei im Wechsel auf.

Das geschlüpfte Junge wendet sich instinktiv dem hellen Licht ab und sucht Schutz an der Felswand. Sie suchen bis zum Flüggewerden sehr den Kontakt zu den Elterntieren.

Diese verpflegen die Nestlinge solange, bis die Jungtiere zum Lummensprung bereit sind.

Beim Lummensprung springt der Jungvogel vom Felsnistplatz  ohne fliegen zu können und stürzt dabei bis zu 40 m tief. Der Aufprall wird durch dichtes Brustgefieder, einem Netz von Luftsäcken und der angefressenen Fettschicht gemildert.
Das männliche Elterntier begleitet das Küken dann zum Wasser. Dort verbringen sie die Zeit bis die Federnkleider (wieder) vollständig sind;  interessanterweise ist zu diesem Zeitpunkt nämlich auch das Männchen nicht flugfähig, da es dann mausert.

Anmerkung

Die Trottellummen sind nicht vom Aussterben bedroht. Durch Überfischung der von ihnen bevorzugten Meerestiere wird ihr Nahrungsangebot allerdings drastisch eingeschränkt, was sich massiv auf die Population auswirkt.

Verschmutzung des Gefieders durch Öl und das Verfangen in Fischereinetzen sind weitere unnatürliche Todesursachen.