Thorshühnchen

Thorshühnchen · © Sven Achtermann Thorshühnchen · © Sven Achtermann

engl.: Grey phalarope
lat.: Phalaropus fulicarius

Beschreibung Thorshühnchen

Bei den Thorshühnchen sind die Rollen vertauscht: Das Weibchen wirbt um das Männchen, das Weibchen ist etwas größer und auffälliger im Federkleid als das Männchen und das Männchen kümmert sich um das Gelege. Das Gefieder nach der Brutsaison ist bei beiden Geschlechtern unauffällig weiß-grau mit hellgrauem Rücken. Das Brutkleid hingegen ist rot. Der Kopf hat weiße Seiten und eine braune Haube. Der Schnabel ist gelb mit einer schwarzen Spitze und ebenso lang wie der Kopf.

Lebensraum

Thorshühnchen-Weibchen wirbt um das Männchen · © Simon Bober Thorshühnchen-Weibchen wirbt um das Männchen · © Simon Bober

Als Schnepfenvogel ist das Thorshühnchen ein Zugvogel. Die Winter verbringen diese Vögel an den Küsten Südamerikas sowie West- und Südafrikas. Im frühen Sommer treffen dann die Weibchen zuerst an den Brutgebieten der Arktis ein. Diese liegen an den nördlichen Küsten Kanadas, Alaskas und Sibiriens und auf den Inseln Grönland, Island und Spitzbergen. Mit etwas Glück kann man an der deutschen Nordseeküste den Zug der Vögel über das Meer von August bis Oktober bzw. im April/Mai beobachten.

Nahrung

Thorshühnchen ernähren sich auf See meist von Krill und Plankton oder sehr kleinen Fischen. Sie tauchen, wenn überhaupt, gerade einmal mit dem Kopf unter. Diese Wassertreter erschwimmen sich ihre Nahrung. Während der Brutzeit, in der sie an Land gebunden sind, suchen sie die nahegelegenen Tümpel auf Insektenlarven und Wasserkäfer ab. Auch kleine Würmer, Fluginsekten und Krebstiere werden nicht verschmäht.
Das Thorshühnchen wird, aufgrund seiner Art Beute zu suchen, »Wassertreter« genannt. Im seichten Wasser dreht sich der Vogel in kleinen Kreisen um seine eigene Achse und strudelt dabei Bodenschlick auf. So werden Kleintiere hoch gewirbelt, die das Thorshühnchen dann zügig aus dem Wasser pickt.

Fortpflanzung

Nachdem das Weibchen vom Männchen seiner Wahl begattet wurde, legt sie in eine Mulde vier Eier. Das Männchen polstert nach der Eiablage das Nest und kümmert sich fortan um die Brut. Das Weibchen bleibt allenfalls noch bis zum Schlüpfen der Jungen und zieht dann seiner Wege. Nach ca. dreiwöchiger Brut sind die Küken nach weiteren drei Wochen flügge.
Die Nester werden in Küstennähe auf weitläufigem Gelände wie z.B. der Tundra angelegt; nach Möglichkeit in der Nähe von Tümpeln oder kleinen Seen.

Anmerkung

Natürliche Feinde des Thorhühnchens sind einige Falkenarten, Raubmöwen sowie die Schneeeule. Der Polarfuchs schätzt das Gelege und die Jungvögel des Thorshühnchens.
Daher kann beobachtet werden, dass Thorshühnchen zum Schutz die Gesellschaft von Küstenseeschwalben suchen. Letztere reagieren einzeln als auch als Kolonie sehr aggressiv, wenn jemand ihrem Gelege zu nahe kommt.