Schmarotzerraubmöwe

Schmarotzerraubmöwe · © Sven Achtermann Schmarotzerraubmöwe · © Sven Achtermann

engl.: Arctic skua
lat.: Stercorarius parasiticus

Beschreibung Schmarotzerraubmöwe

Die Schmarotzerraubmöwe gehört, wie der Name schon sagt, zu den Raubmöwen. Dieser Familie ist es eigen, anderen Vögeln ihre Beute abzujagen. Als gute und gewandte Flieger, die südlich des Äquators überwintern, macht es ihnen kaum Mühe, im Flug andere Vögel so zu bedrängen, dass sie ihre Beute fallen lassen oder gar wieder hervorwürgen.

Ihr Gefieder ist weiß mit dunkelbraunen Federn an Rücken, Flügeln und Oberkopf. Als grobe Faustregel kann man sagen: »Je dunkler ihr Bauchgefieder, desto südlicher liegen ihre Brutgebiete.«

In der Luft sind diese Vögel am ehesten an ihrem falkenartigem Flug sowie dem gegabelten Schwanzgefieder erkennbar.

Lebensraum

Die Schmarotzerraubmöwe brütet zirkumpolar im äußersten Norden von Skandinavien, Russland und Nordamerika. Der Zugvogel überwintert im südlichen Afrika. In Europa sind Kolonien in Schottland, Grönland, Island und Spitzbergen bekannt. Weil sich diese Raubmöwe auch in der Zugphase immer in Küstennähe aufhält, kann man diese Vogelart im Herbst auch an den Küsten Mitteleuropas beobachten.

Nahrung

Auf dem Vogelzug ernährt sich die Schmarotzerraubmöwe von Fisch, Tintenfisch und Krebstieren, aber an Land, also zur Brutzeit, erweitert sie ihren Speiseplan um erbeutete Eier, Küken und Kleinsäuger, so vorhanden. Beeren, Aas, Abfall werden auch nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Schmarotzerraubmöwen werden mit ungefähr 4 – 5 Jahren geschlechtsreif und leben monogam.

Das Weibchen legt bis zu drei Eier in eine Mulde, die etwas mit Pflanzenresten versehen ist. Dieses Nest befindet in der offenen Tundra inmitten einer Kolonie von ca. 200 Paaren und wird großem Einsatz verteidigt.

Beide Partner bebrüten die Eier, bis nach knapp 4 Wochen die Jungen schlüpfen. Die Jungen werden nach ca. 4 Wochen flügge. Die Altvögel versorgen sie während dieser Zeit anfangs mit hochgewürgtem Fressen, später werden den Jungen auch Fleischbrocken angeboten.