Papageitaucher

Papageitaucher · © Sven Achtermann Papageitaucher · © Sven Achtermann Brütende Papageitaucher · © Simon Bober Brütende Papageitaucher · © Simon Bober

engl.: Atlantic puffin
lat.: fratercula arctica

Beschreibung Papageitaucher

Der »Clown des Nordatlantik«, der Papageitaucher, ist im Brutgefieder sicherlich der attraktivste Vogel Spitzbergens. Mit seinen nur knapp 500 g Körpergewicht ist er allerdings kein eleganter Flieger und auch zu schwer, um aus dem Stand starten zu können. Das gelingt nur mit Anlauf oder durch den waghalsigen Sprung von einer Klippe. Mit den kurzen Flügeln müssen die Vögel dann auch noch sehr schnell flattern, um nicht abzustürzen. Viel eleganter bewegen sich die sympathischen Tiere im Wasser, wo sie sehr gewandt nach ihrer Beute, kleinen Fischen, tauchen. Der leuchtend rote Schnabel, der an den Seiten abgeflacht ist, ist ein gutes Erkennungsmerkmal. Das Gefieder des Alkenvogels ist im Brustbereich und an den Unterschwingen weiß; der Rest schwarz. Auffallend sind die wie mit einem feinen Pinsel gezeichneten weißen Kreise rund um die Augen. Jungvögel haben bereits dieselbe Federnzeichnung wie ausgewachsene Vögel, allerdings fehlt ihnen noch die Färbung des Schnabels und der Beine.

Lebensraum

Papageitaucher, der Clown der Lüfte in Spitzbergen · © Sven Achtermann Papageitaucher, der Clown der Lüfte in Spitzbergen · © Sven Achtermann

Der Papageitaucher ist ans offene Meer gebunden und kommt nur zur Brut an Land.
In Europa brüten diese Alken auf z.B. Island, Jan Mayen, Spitzbergen, der Bäreninsel, den Färöer-Inseln, an der Küste Südschwedens, Großbritannien und Irland.

Die Vögel lassen sich nicht eindeutig in das Schema Zug-, Strich- oder Standvogel einordnen. Je nach dem, wo ihre Population beheimatet ist, ist es notwendig, zum Winter hin zu anderen Fischgründen zu fliegen. Wo genau Papageitaucher überwintern, konnte noch nicht erforscht werden.

Nahrung

Die Alken ernähren sich von Schwarmfischen wie Sandaalen, Sprotten, Lodden und atlantischen Heringen. In den arktischen Gebieten ergänzen noch Vielborster und Krebstiere den Speiseplan.

Die Vögel tauchen nach ihrer Nahrung bis maximal 70 m. Dabei benutzen sie ihre Flügel, um in die Tiefe vorzudringen. Ihre Beute verschlingen sie meist an Ort und Stelle, es sei denn, sie haben ein Junges zu versorgen. Dann werden die Fische quer im Schnabel gesammelt und mit der Zunge festgehalten. Aufgrund der Schnabelgröße können so bis zu 10 Fische gehalten werden.

Fortpflanzung

Papageitaucher sind saisonal monogam und suchen sich ihre Partner bereits auf dem offenen Meer, bevor sie in großen Kolonien brüten. Geographisch betrachtet findet man die Brutareale zwischen dem 43. und 79. nördlichen Breitengrad, also durchaus auch in bereits arktischen Gewässern.

Zum Brüten graben sie eine Höhle. Diese Höhlen liegen an Oberkanten oder Hängen steiler Klippen. Zwischen April und Mai legt das Weibchen ein Ei, aus dem nach ca. 5 Wochen das Junge schlüpft. Beide Elternteile füttern und pflegen den Nestling.

Wenn der Jungvogel nach 6-8 Wochen hinreichend ernährt ist, startet er abends kurze Flugversuche. Diese erfolgen in der Dunkelheit, um sich vor natürlichen Feinden, wie Raubmöwen, zu schützen.Das endgültige Ausfliegen der Tiere erfolgt ohne Einfluss der Eltern. Das Ziel ist das offene Meer. Ab diesem Moment leben die jungen Papageitaucher eigenständig.

Anmerkung

Die Papageitaucher sind nicht vom Aussterben bedroht, obwohl sie z.B. auf den Färöern und Island als Speisevögel gelten.
Auf der anderen Seite gibt es auf den isländischen Westmännerinseln einen Brauch: Verirrte Papageitaucherjunge, die auf dem Weg zum Meer sich von den Lichtern der Stadt haben anziehen lassen, werden von den Kinder in Pappkartons aufgesammelt und zum Meer gebracht.

Vielleicht können Sie auf ihrer Reise in Spitzbergen auch diese Tradition einführen?