Küstenseeschwalbe

Küstenseeschwalbe · © Simon Bober Küstenseeschwalbe · © Simon Bober

engl.: Arctic Tern
lat.: Sterna pardisaea

Beschreibung Küstenseeschwalbe

Küstenseeschwalben nisten auf dem Boden · © Simon Bober Küstenseeschwalben nisten auf dem Boden · © Simon Bober

Die Küstenseeschwalbe hält den Streckenweltrekord unter den Zugvögeln. Um zu ihren Brutgebieten zu ziehen, fliegt sie ca. 19000 km!  Im Sommer brütet sie in den Küstenregionen der Arktis. Nach der Aufzucht fliegt sie mit ihren Jungen in antarktische Gefilde auf der anderen Seite der Erde. Als Jäger auf Sicht kann sie so von zwei Sommern profitieren und ca. 8 Monate lang 24 Stunden Tageslicht genießen.

Zu erkennen ist die Küstenseeschwalbe an ihrem weißen bis hellgrauem Gefieder, der schwarzen kurzen Kopfhaube und dem roten spitzen Schnabel, der fast so lang ist wie der Kopf selber. Die Beine sind kurz und rot. Das Schwanzgefieder ist gegabelt. Die daraus resultierenden langen Schwanzspieße lassen sich sehr schön im Flug erkennen.

Lebensraum

Die Küstenseeschwalbe findet man an klaren vegetationsarmen Küstenabschnitten. Auch große Flussmündungen oder Wattgebiete können für den Vogel attraktiv sein. Die Küstenseeschwalbe ist aber nicht nur in den Polargebieten zu finden. Sie brütet auch an der Nord- und Ostseeküste Mitteleuropas sowie in an den Küsten Nordamerikas und Kanadas und den Inseln, die in den nördlicheren Gefilden liegen.

Fortpflanzung

Dieser Zugvogel brütet einmal im Jahr im Sommer der Nordhalbkugel und legt 1-3 Eier. Zum Brüten benötigen sie flaches Land mit einem formbaren Untergrund, wobei das auch Kieselsteine sein können. Küstenseeschwalben verteidigen ihr Gelege und ihren Nestplatz höchst aggressiv gegen jegliche Art von Räubern oder auch vermeintlichen Räubern, indem sie den höchsten Punkt des Feindes mit ihrem spitzen Schnabel angreifen. Dieses Abwehrverhalten machen sich andere Vogelarten zu nutze, indem sie mitten in den ca. 1000 Paaren umfassenden Kolonien brüten.
Nach 3-4 Wochen schlüpfen die Jungen. Sie sind weder Nestflüchter noch Nesthocker und werden auf das Sorgsamste von den Elterntieren gefüttert und gepflegt. Wenn sie flügge sind, wird ihnen beigebracht, sich selbst zu versorgen.

Nahrung

Kleine Fische oder jüngere Schwarmfische wie Hering. Kabeljau oder Sandaale sind die bevorzugte Nahrungsquelle der Küstenseeschwalbe. Allerdings verschmäht sie auch Insekten nicht, wenn der Wind ihr diese direkt vor den Schnabel weht. Teilweise werden auch Beeren verzehrt. Zum Beutefang gehört auch die Technik des Stoßtauchens. Der Vogel fliegt dabei langsam über der Wasseroberfläche. Wenn er Beute erspäht, kippt er plötzlich fast senkrecht ab und taucht kurz in das Wasser ein.
Diese Art des Tauchens ist nicht angeboren und muss somit von jeder jungen Küstenseeschwalbe erlernt werden. Dabei kommen Jungvögel auch ums Leben.

Anmerkung

Zu den natürlichen Feinden der Küstenseeschwalbe gehören Füchse, Katzen und Raubmöwen. Die Raubmöwen nutzen nicht nur die Nistzeit, um Eier oder Junge zu erbeuten, sondern greifen die Küstenseeschwalben auch im Flug an, wenn diese durch die lange Zugzeit bereits etwas geschwächt sind.