Gerfalke

lat.: falco rusticolus
engl.: gerfalcon

Beschreibung Gerfalke

Der Gerfalke ist die weltweit größte Falkenart und wurde früher als Beizvogel (Jagdfalke) sehr geschätzt. Besonders die weißen Gerfalken waren bereits im Mittelalter ein Geschenk, dass man sich gern unter Adligen machte.
Die Männchen sind deutlich leichter und kleiner als die Weibchen und haben ein blasseres Federkleid. Die Gefiederfarbe ist sehr variabel und kann einfarbig grau über graubraun bis hin zu weiß oder schwarz sein. Die unterschiedlichen Farbtypen können geographisch bedingt sein, da jedoch auch dort große Unterschiede herrschen, geht man davon aus, dass die Farbe des Gefieders ganz individuelle Abhängigkeiten hat. Auffallend ist der lange, breite Schwanz, der besonders beim Flug sehr gut zu erkennen ist. Die Verwechslung mit anderen Falkenarten ist dennoch enorm groß, so ähnelt der Gerfalke besonders dem Sakerfalken und dem Habicht.

Lebensraum

Der Gerfalke ist zirkumpolar in den arktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas vertreten. Es zieht ihn nach Grönland in die Tundra und seine Brutgebiete wählt er in Abhängigkeit vom Nahrungsvorkommen in der Arktis und Subarktis. An mitteleuropäischen Küsten ist er ein eher seltener Wintergast.

Nahrung

Die wichtigste Beute des Gerfalken sind Alpen-und Moorschneehühner. Für die Jagd werden offene Landschaften mit niedrigem Gebüsch bevorzugt. Auch Lemminge, Seevögel, Schneehasen und Kleinvogelarten verschmäht der Falke nicht. Wenn er sich in der Nähe von anderen Seevogelkolonien aufhält, greift er auch des öfteren Möwen an.

Fortpflanzung

Die Brutreviere des Gerfalken liegen an Felsklippen oder an felsigen Flusstälern der Tundra. Oft brüten die Falken auch in der Nähe von Seevogelkolonien. Er stört sich nicht an anderen Vogelarten, jedoch gleiche Artgenossen müssen ihr Brutrevier in ausreichendem Abstand haben, sonst kommt es zu Machtkämpfen. Das Gebiet kann sich schonmal über 137 Quadratkilometer erstrecken. Die Balz beginnt im Februar in Form von Rufen, Scharren, Balzflügen und Übergabe von Futter des Männchens. Im Mai erfolgt die Eiablage an geschützten Stellen unterhalb von Felsspalten oder in Felswänden. Der Gerfalke baut kein eigenes Nest, ihm reicht eine mit Moos und Flechten ausgepolsterte Bodenmulde oder er bedient sich an zurückgelassenen Nestern der Kolkraben. Die Eier werden im Abstand von mehreren Tagen gelegt und haben eine gelbliche Farbe mit rotbraunen Sprenkeln. Meist legt das Weibchen drei Eier und bebrütet diese 34-36 Tage lang. Das Männchen ist für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Innerhalb von 72 Stunden sind alle Jungen geschlüpft und werden 18-25 Tage weiterhin vom Männchen mit Essen versorgt. Dieses darf sich erst nach ca.25 Tagen dem Nest nähern und nun wechseln sich die Eltern mit der Futtersuche ab. Nach 46-53 Tagen verlassen die Küken das Nest, werden jedoch weiterhin 4-6 Wochen mit Nahrung versorgt.