Eiderente

Brütende Eiderente · © Sven Achtermann Brütende Eiderente · © Sven Achtermann Eiderentenmännchen · © Simon Bober Eiderentenmännchen · © Simon Bober

engl.: Common eider
lat.: Somateria mollissima

Beschreibung Eiderente

Die Eiderente ist als Meerente eine gute Taucherin und Schwimmerin, aber schlecht zu Fuß. Wie für Enten charakteristisch, unterscheiden sich Männchen und Weibchen stark voneinander: Das Weibchen ist kleiner und leichter. Sein Gefieder ist unauffällig graubraun. Im Prinzip sieht es wie jede andere Entendame aus. Allerdings ist den Eiderenten eine unverkennbare Schnabelform mitgegeben worden. Der Kopf wirkt im Profil fast keilförmig, da der Schnabel direkt in die Stirn übergeht. Beim Weibchen ist der Schnabel eher dunkelgrün, beim Männchen eher hellgrün. Das Prachtfedernkleid des Erpels ist weiß an Rücken und Brust; Schwingen, Bauch, Schwanz und Bürzel sind schwarz. Die Kopfoberseite ist ebenfalls schwarz gefiedert, der Nacken hellgrün.

Lebensraum

Diese Entenart lebt an den nördlichen Küsten Europas, Amerikas und Ostsibiriens sowie an den arktischen Küsten des Atlantiks und Pazifiks. Die Vögel, die in nördlicheren Gebieten brüten, wie z.B. auf Spitzbergen, ziehen südlich. Eiderenten, die eher im Verbreitungsraum eher südlich siedeln, verbleiben an ihrem Brutplätzen, sind also Standvögel.

Nahrung

Die Eiderente ernährt sich hauptsächlich von Miesmuscheln, Dreikantmuscheln, Krebsen und Schnecken. Sie nutzt dabei geschickt die Gezeiten, um im Watt an sonst nicht zugänglichen Bereichen nach Futter zu suchen. Die Muscheln verspeist sie im Ganzen. Die Schale der Muschel werden im Kaumagen zerkleinert. Die unverdaulichen Teile spuckt sie als eine Art Gewölle aus.

Fortpflanzung

Die Weibchen werden im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif; die Männchen ein Jahr später. Eiderentenpaare bleiben in der Regel nur ein Jahr zusammen. Sie suchen sich den Brutplatz sorgfältig aus, indem sie so weit hinter der Küstenlinie ihr Nest anlegen, dass es auch vor Hochwasser geschützt ist. Ebenso vermeiden sie Orte, bei denen Wind oder Höhe ihre Brut in Gefahr bringen könnten. Ihr Nest ist nicht mehr als eine Mulde, ausgepolstert mit eigenen Bauchdaunen im Geröll, Gras oder anderer niedriger Vegetation. Dahinein legt das Weibchen 4–6 Eier, die knappe 4 Wochen nur vom Weibchen bebrütet werden. Hierbei kommt dem Eiderentenweibchen ihr unauffälliges Federnkleid zu Gute. Das Männchen hält sich derweil in der Nähe auf, fastet ebenfalls und zieht dann weiter zu den Mauserplätzen.
Die Eiderente führt ihre Jungen nach dem Schlüpfen zum Meer, wo die Jungen noch gut zwei Monate von dem Muttertier betreut werden, bis sie flügge sind.

Anmerkung

Die Daunen der Eiderente sind bis heute als Füllung von Bettdecken heiß begehrt. Die Daune dient der Eiderente, um ihr Gelege vor dem kalten Wind zu schützen und nicht als Wärmeschild für die Ente selber. Daher haben die Daunen eine besondere klettartige Struktur, die es möglich macht, mit einer relativ kleinen Menge von 700 – 800 g eine normale Bettdecke zu füllen.

Es dürfen nur die Federn von verlassenen Nestern eingesammelt werden, so dass der Population kein Schaden zugefügt wird.