Dickschnabellumme

Dickschnabellumme · © Simon Bober Dickschnabellumme · © Simon Bober

lat.: Uria lomvia
engl.: Brünnich’s guillemot

Beschreibung Dickschnabellumme

Aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit werden sie manchmal als „Pinguine der Arktis“ bezeichnet.
Die Dickschnabellumme gehört zu der Familie der Alkvögel; sie verfügt über einen länglichen Körper und einen kurzen Hals mit kleinem Kopf.
Zwischen all den schwarzen Federn ist die Brust weiß gefiedert. Der kräftige Schnabel mit weißem Streifen läuft spitz zu.
Die Dickschnabellummen können weite Strecke fliegen, benötigen aber zum Start sehr viel Anlauf.

Lebensraum

Die Dickschnabellumme ist im gesamten äußersten Norden Europas und den Anrainerstaaten der Arktis beheimatet.
Als Zugvogel überwintert sie in südlicheren Gebieten. »Südlich« ist hierbei allerdings relativ zu sehen: Grönländische Dickschnabellummen überwintern z.B. auf Island.
Daher liegen die Überwinterungsgebiete in Nord- und Mitteleuropa, Russland, Japan, an der Westküste der USA und auf einigen atlantischen Inseln. Der Wegzug in die Überwinterungsgebiete beginnt im Juli.

Nahrung

Die Dickschnabellumme ernährt sich von ca. 5–15 cm großen Fischen, Krill, Tintenfischen, Muscheln und Schnecken. Von der Wasseroberfläche aus taucht sie nach ihrer Beute, die dann bereits unter Wasser verschlungen wird.

Fortpflanzung

Die Dickschnabellumme brütet an felsigen Steilküsten in großen Kolonien. Im Mai/Juni legt das Weibchen ein Ei auf einem Felsvorsprung. Wie bei so vielen anderen Vogelarten, die in einer unwirtlichen Umgebung leben und sich fortpflanzen, hat das Ei eine besondere Form, um es vor einem Fortrollen zu schützen. In dem Fall der Dickschnabellumme ist es birnenförmig.
Nach einer Brutzeit von 30–36 Tagen schlüpft das Küken. Beide Elternteile füttern es mit kleinen Fischen, bis das Küken mit ca. 18–25 Tagen von den Elterntieren zum Sprung von den Klippen animiert wird (Lummensprung). Sein Fall wird durch den Wind gebremst. Von da an ist die Kinderstube des Kükens die See. Seine Flugfähigkeit erlangt es erst im Alter von ca. sechs Wochen.

Anmerkung

Der größte Feind der Dickschnabellumme ist der Mensch, bzw. die durch ihn verursachten Meeresverschmutzungen, auf die diese Lummeart sehr empfindsam reagiert. Ferner verfängt sie sich häufiger in Fischernetzen und wird wg. ihres Fleisches und ihrer Eier geschätzt. Daher wird sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt.