Walross

Walrossmännchen · © Simon Bober Walrossmännchen · © Simon Bober Walross · © Sven Achtermann Walross · © Sven Achtermann

engl.: walrus
lat.: odobenus rosmarus

Beschreibung

Länge: 2,5 – 3,5m
Gewicht: 800-1500 kg

Das Walross ist nicht etwa, wie der Name vermuten ließe, mit Walen oder Huftieren verwandt, sondern eine Robbe und gehört damit zur Ordnung der Raubtiere. Der lateinische Name Odobenus rosmarus leitet sich vom griechischen odous (Zahn) und baino (gehen) ab und bezieht sich auf die Beobachtung, dass Walrosse sich mit ihren Stoßzähnen an Land ziehen können.

Ausgewachsene Walrosse sind sehr leicht an ihren oberen Eckzähnen zu erkennen, die sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren zu langen Stoßzähnen ausgebildet sind. Diese Hauer können bei großen Bullen bis zu einem Meter lang und 5 kg schwer sein und werden für Rangkämpfe innerhalb der Herde benutzt.

Von der Oberlippe der Tiere hängt der aus hunderten von Tasthaaren bestehende Borstenbart, der bei in freier Wildbahn lebenden Tieren durch Abnutzung allerdings weniger beeindruckend wirkt als bei Zootieren.

Die Farbe der Walrosse wechselt von rosa bis zimt-braun zu hell, wenn die Tiere sich in kaltem Wasser befinden.
Die Haut der Tiere ist bis zu 4 cm dick, die Fettschicht darunter bis zu 15 cm. Sie ist sehr faltig, was dem Schutz vor den Hauern der Männchen oder vor Orkas und Eisbären dient.

Walrosse haben wie Seehunde keine Ohrmuscheln. Wie Seelöwen können sie ihre Hinterbeine unter den Körper drehen und sich auf rauhem Untergrund auf allen Vieren – allerdings eher wenig elegant – fortbewegen.

Lebensraum

Walrossweibchen mit Nachwuchs · © Sven Achtermann Walrossweibchen mit Nachwuchs · © Sven Achtermann

Die Tiere halten sich bevorzugt in relativ flachen Küstengewässern mit Wassertiefen bis zu 90 m auf. Sie leben meist auf dem Treibeis der Arktis und gelegentlich auf kleinen Felseninseln.

Walrosse leben in mehreren getrennten Populationen im Arktischen Meer, sowohl im Pazifik als auch im Atlantik. Sie ziehen oft tausende von Kilometern in ihre Sommerquartiere.

Die Atlantischen Walrosse leben zwischen der Westküste Grönlands und der Hudson Bay, an der Ostküste Grönlands oder zwischen Spitzbergen und der Nordwestküste Sibiriens.

Nahrung

Die Kolosse ernähren sich hauptsächlich von Muscheln, die zwischen den Vorderflossen oder den Lippen geknackt werden. Pro Tag kann ein Walross davon angeblich bis zu 6000 Stück (etwa 45 kg) verzehren. Daneben fressen sie auch andere kleine Wirbellose wie Krebse und Tintenfische, Würmer, Weichkorallen oder Seegurke.

Beim Aufspüren ihrer Beute bedienen sich die Tiere ihrer Tasthaare. Alternativ können sie mit dem Maul einen Wasserstrahl erzeugen, der vergrabene Wirbellose freilegt. Die Stoßzähne werden entgegen landläufiger Meinung nicht zur Nahrungssuche eingesetzt.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit von Walrossen ist Dezember bis März. Die Männchen präsentieren sich den ruhenden Kühen vom Wasser aus und versuchen, durch Zähneklappern, Pfiffe und glockenartige Geräusche ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Paarung findet unter Wasser statt.

Alle 2-3 Jahre bringen die Kühe nach 15 bis 16 Monaten Tragzeit ein einziges, gut entwickeltes Jungtier zur Welt. Die Jungen werden zwischen April und Juni meist auf dem Eis geboren. Die Neugeborenen sind über 1 m lang, wiegen 45-75 kg und können schwimmen. Die Kälber werden bis zu 2 Jahre gesäugt, auch im Wasser. Dabei schwimmen die Kühe aufrecht im Wasser, unterstützt durch Luftsäcke der Kehle, die ihren Kopf aus dem Wasser halten. Die Jungtiere saugen kopfunter.

Die Kühe verteidigen und beschützen ihre Kälber und gewähren ihnen unter der Brust zwischen ihren Vorderflossen Zuflucht. Im Wasser reiten die Kälber oft auf dem Rücken der Mutter.