Seehund

Junger Seehund vor Schottland · © KT Miller Junger Seehund vor Schottland · © KT Miller

engl.: harbour seal
lat.: phoca vitulina

Beschreibung Seehund

Länge: 1,40 m
Gewicht: 80-104 kg

Seehund – Die Farbgebung der Seehunde ist sehr vielfältig und reicht von silbergrau mit dunklen Punkten bis zu dunkelgrau, schwarz oder braun mit hellen Punkten oder Ringen. Die Seehundwelpen haben sich bereits im Mutterleib gehäutet und ihr Embryonalfell damit abgelegt. Bei der Geburt besitzen sie bereits das Fell eines erwachsenen Seehundes.

Lebensraum

Unter den Flossenfüßlern haben die Seehunde das größte Verbreitungsgebiet. Dieses reicht von gemäßigten Zonen, wie Südkalifornien bis in die arktischen Gewässer des Nordatlantik und des Nord Pazifik. Spitzbergen markiert die nördlichste Grenze ihrer Verbreitung. Innerhalb des Spitzbergen Archipels sind die meisten Seehunde auf Prins Karls Forlandet (einer Insel an der Westküste Spitzbergens) anzutreffen, wo sie ganzjährig beobachtet werden können. Dies ist auch ihr einzig bekannter Geburtsort innerhalb des Archipels.
Während der Sommermonate können Seehunde in den Fjorden entlang der Westküste Spitzbergens gesehen werden. In letzter Zeit wurden sie während des Sommers ebenfalls entlang der Nordküste Spitzbergens gemeldet.
Seehunde leben in Küstennähe und versammeln sich in kleinen Gruppen auf Felsen, Stränden oder in Gezeitenzonen. Sie sind äußerst gesellig und werden selten alleine gesehen.

Nahrung

Seehunde ernähren sich von vielen verschiedenen Fischarten, einigen Kopffüßern und Krustentieren. Wirbellose Lebewesen, vor allem Garnelen sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung frisch abgestillter Seehunde. Große Haie und Killer Wale sind die natürlichen Feinde der Seehunde. Terrestrische Raubtiere wie Bären, Wölfe und Adler bedrohen vor allem Jungtiere. In Spitzbergen sind Grönlandhaie und Walrosse die gefährlichsten Räuber für die Seehunde. Eisbären sind auf Prins Karls Forland (wo die meisten Seehunde Spitzbergens zu finden sind) nicht üblich.

Fortpflanzung

Während Seehunde innerhalb ihres Verbreitungsgebietes von Januar bis Oktober gebären, finden die Geburten innerhalb einer Region ziemlich synchron in einem Zeitraum von 2 Wochen statt. In Spitzbergen kommen die Jungen Anfang bis Mitte Juni zur Welt. Sie werden in Gezeitenzonen geboren und schwimmen normalerweise innerhalb von Minuten, höchstens aber Stunden nach der Geburt. Ihre Mutter stillt sie in den folgenden 3 – 4 Wochen. Die Jungen begleiten ihre Mutter im Wasser und lassen sich, vor allem solange sie noch klein sind, oft von ihr auf dem Rücken tragen. Dabei halten sie sich mit ihren Krallen fest. Das Muttertier kann sein Junges auch zwischen den Vorderflossen tragen, wenn eine schnelle Flucht notwendig ist. Zum Ende der Stillzeit kommen die erwachsenen Männchen in die Brutgebiete und beginnen um die Weibchen zu werben. Dazu »bullern« sie, d.h. sie erzeugen während des Schwimmens gluckernde Geräusche. Diese »Gesänge« führen sie an festen Punkten der Route auf, die die Weibchen zur Nahrungssuche nehmen. Auch finden Kämpfe unter den Bullen statt.
Wie bei anderen Robben auch, weisen Seehunde eine sog. Dormanz (Keimruhe) auf. Nach der Empfängnis ruht der Embryo für mehrere Monate bevor er sich in der Gebärmutterwand festsetzt und für etwa 8 Monate aktiv zu wachsen beginnt. Weibliche Seehunde erreichen die Geschlechtsreife mit 3 – 5 Jahren, die Männchen mit 4 – 6 Jahren.