Klappmütze

engl.: hooded Seal
lat.: cystophora cristata

Beschreibung Klappmütze

Länge: bis 2,5 m
Gewicht: 160-400 kg

Diese arktische Robbe ist nach der mützenähnlichen Nasenwucherung benannt, die ausgewachsenen Klappmützenmännchen von Nase und Stirn über die Vorderseite des Maules hängt. Mit Luft aufgeblasen kann sie die doppelte Größe eines Fußballs erreichen, was den Kopf der Tiere riesig erscheinen läßt. Zusätzlich können die Männchen ihre elastische Nasenscheidewand aus einem der Nasenlöcher zu einem roten Ballon aufblasen. Beides wird genutzt, um zur Paarungszeit Eindruck zu machen und um Dominanz zu zeigen. Die Mütze entwickeln die männlichen Klappmützen im Alter von etwa 4 Jahren.
Die Farbe der Tiere ist silbrig-grau, mit dunklen, unregelmäßigen Flecken.

Ihre natürlichen Feinde sind Eisbären, Grönlandhaie und Schwertwale. Klappmützen können bis zu 35 Jahre alt werden.

Lebensraum

Die Klappmütze ist eine arktische Robbe, die im zentralen und westlichen Nordatlantik von Spitzbergen und Island über Neufundland bis Baffinland heimisch ist, wo sie auf dem Treibeis über tiefem Wasser lebt. Die Tiere können weite Strecken wandern und wurden vereinzelt schon westlich bis Alaska und südlich bis zu den Kanarischen Inseln und der Karibikinsel Guadeloupe gesichtet.

Nahrung

Klappmützen suchen ihre Nahrung meist im tiefen Wasser, zwischen etwa 100 und 600 m Tiefe. Sie können dabei bis zu 50 Minuten unter Wasser bleiben. Die Zusammensetzung der Nahrung ist regional unterschiedlich und besteht hauptsächlich aus Fischen und Tintenfischen, aber auch Krebstieren und Muscheln.

Fortpflanzung

Klappmützen ziehen pro Jahr ein Jungtier groß, das in der zweiten Märzhälfte auf dem Eis geboren wird. Das Neugeborene ist etwa 1 m lang und wiegt etwas über 20 kg. Es wird nur etwa 4 Tage gesäugt, die kürzeste Stillzeit, die von Säugetieren bekannt ist. Dabei nimmt es bis zu 5 kg pro Tag zu, bevor es von der Mutter verlassen wird. Das Jungtier bleibt dann einige Wochen allein auf dem Eis, bevor es beginnt, aktiv im Wasser zu jagen.
Junge Klappmützen, die von Robbenjägern »bluebacks« –  »Blaumänner« – genannt werden, haben einen blau-grauen Rücken, der sich deutlich von den silber-grauen oder gelblichen Flanken und dem Bauch abhebt. Nach etwa 14 Monaten verlieren sie die Neugeborenenfärbung.
Während der Stillzeit werden die Klappmützen-Weibchen mit ihren Jungtieren von einem aggressiven Männchen begleitet, das mit anderen Männchen um sein Vorrecht auf das Weibchen kämpft. Die Paarung wird im Wasser vollzogen, sobald das Muttertier ihr Junges entwöhnt hat.

Anmerkung

In Kanada dürfen bei der jährlichen Robbenjagd jeweils bis zu 10000 ausgewachsene Klappmützen gejagt werden. Die Tiere werden zwischen März und Mai auch vor West-Grönland von Norwegischen Robbenjägern gejagt. Seit 1983 ist die Einfuhr von blueback-Produkten in die EG verboten. In Kanada dürfen bluebacks seit 1987 nicht mehr zu kommerziellen Zwecken gejagt werden, die illegale Jagd auf die wertvollen bluebacks geht aber weiter.