Pyramiden

Pyramiden ist eine ehemalige russische Bergwerkssiedlung mit über 1000 Einwohnern, die 1998 aufgrund wirtschaftlicher Probleme geschlossen wurde. Seither liegt der ehemals einwohnerstärkste Ort des Spitzbergen Archipels – mitsamt dem nördlichsten Hallenbad der Welt (25 m Bahn) und großer Sporthalle – brach. Namensgebend war der benachbarte gleichnamige Berg in Form einer Pyramide.

Einst wurde hier von einem schwedischen Unternehmen mit der Kohleförderung begonnen. In den 1920er Jahren wurde die Mine jedoch vom sowjetischen Trust Agrikol erworben. In den frühen 90ern des vorigen Jahrhunderts wurden Teile der Förderanlagen von deutschen Firmen erneuert. Trotz dieser Investitionen kam es 1998 kurzfristig zur Schließung des Ortes (angeblich innerhalb weniger Stunden!). Einer der wichtigsten Gründe dürfte die schwierige Topografie der Kohleflötze sein, die – nur wenige Dezimeter stark – sich in wilden Bahnen durch den Berg winden.

Die Geisterstadt liegt am Billefjorden, einem Ausläufer des Isfjord und wird nur sehr selten von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Wir halten den Ort – außer für Liebhaber sozialistischer Industriebrachen – für kein lohnenswertes Reiseziel für eine Expeditionskreuzfahrt! Für diejenigen die es dennoch sehen möchten: Im Sommer wird Pyramiden mehrmals wöchentlich vom etwa zwei bis drei Schiffsstunden entfernten Longyearbyen im Rahmen von Tagestouren angelaufen.