Krossfjord

Der etwa 30 km lange Krossfjord liegt etwas nördlich der zentralen Westküste der Insel Spitzbergen . Er hat mehrere Verzweigungen, darunter den nach Norden abzweigenden Lilliehöökfjord. Hier reicht der Lilliehöökgletscher mit seiner beeindruckenden, mehrere Kilometer breiten, halbkreisförmigen Eisfront bis ans Meer herab.

Die Bezeichnung Krossfjord ist wahrscheinlich auf ein Kreuz zurückzuführen, das Walfänger im frühen 17. Jhd. hier aufgestellt haben sollen.

Der Golfstrom sorgt für ein relativ mildes Klima in der Region, was zu einer reichen Vegetation mit Flechten und Moosen führt. Polarfüchse und Rentiere  fühlen sich hier wohl, Eisbären sind dagegen nur selten anzutreffen. Mehrere Vogelfelsen beherbergen DickschnabellummenDreizehenmöwen, Eissturmvögel und sogar gelegentlich Tordalken und Papageitaucher. Der Krossfjord ist als Teil des Nordwest-Spitzbergen-Nationalparks geschützt.

Geschichte: Da die Gegend recht gut zugänglich ist, hat sie auch eine lange Geschichte. Diese Fjorde waren schon den Walfängern im frühen 17. Jahrhundert bekannt. Die Gegend wurde 1906 und 1907 von Expeditionen kartiert, die Fürst Albert I von Monaco gesponsert und organisiert hatte. Daran erinnern noch Namen wie Fjortende Julibukta (14. Julibucht, anlässlich des französischen Nationalfeiertages).

In Ebeltofthamna gab es 1910-14 ein deutsches Obersvatorium, das vor allem untersuchen sollte, ob die Wetterbedingungen für Fahrten mit Luftschiffen günstig sein könnten. Dieser Frage ging auch eine Expedition des Grafen Ferdinand von Zeppelin nach, die 1910 im Bereich Krossfjord-Kongsfjord unterwegs war. Auch daran erinnern noch zahlreiche Ortsnamen vor allem bei Ny Ålesund.

In Signehamna im Krossfjord unterhielt die deutsche Kriegsmarine während des zweiten Weltkrieges bemannte Wetterstationen (1941/42 Station »Knospe« und 1942/43 »Nussbaum«).