Wander-Albatros

Wander-Albatros · © Sven Achtermann Wander-Albatros · © Sven Achtermann

engl.: Wandering Albatross, Snowy Albatross or White Winged Albatross
lat.: Diomeda exulans

Beschreibung Wander-Albatros

Der Wanderalbatros lebt im Bereich der sich um den Südpol befindlichen Meere. Er ist der größte Vogel in der Gattung der Großalbatrosse und einer der größten Vögel der Welt. 
Durch die enorme Flügelspanne von 2,50 m – 3,50 m kann der Wanderalbatros mehrere Stunden in der Luft bleiben, ohne einen erneuten Flügelschlag zu tätigen. Sein Gleitverhältnis beträgt dabei 1:22 in Metern, d.h. für 22 m verliert er einen Meter an Höhe.
 Ein ausgewachsener Albatros wiegt ca. 6 – 12 kg, wobei Heranwachsende bei ihren ersten Flügen durchaus 16 kg wiegen können. Die ausgewachsenen Exemplare haben dann einen weißen Körper mit schwarz-weißen Schwingen, wobei die Männchen nur noch an den Flügelspitzen und an der Unterkante der Schwingen schwarzfarbene Federn haben.

Lebensraum

Der Lebensraum des Wanderalbatros erstreckt sich vom 28. bis zum 60. Breitengrad der südlichen Ozeane. Zu Brutzeiten verteilen sich die ca. 30000 Paare auf den Inseln Südgeorgiens, den Prinz-Edward-Inseln, der Marion-Insel, den Crozet-Inseln, den Kerguelen (2000 km von der Antarktis) und der Macquarieinsel (1300 km nördlich der Antarktis).

Nahrung

Er ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, kleinen Fischen und Krustentieren. Auf dem Wasser treibendes totes Meeresgetier wird ebenfalls nicht verschmäht. Auch folgt der Wanderalbatros Fischerbooten, um dort Fischabfälle zu erbeuten.

Fortpflanzung

Der Wanderalbatros legt jedes zweite Jahr ein Ei. Zusammen mit seiner Partnerin übernimmt er die Brutpflege: Ein Vogel begibt sich für die nächsten zwei, drei Wochen auf Futtersuche, während der andere das Ei warm hält. Nach ca. 11 Wochen schlüpft das Küken. Ab diesem Zeitpunkt verlassen beide Eltern das Nest zur Futtersuche und kommen in unregelmäßigen Abständen zurück, um ihr Jungtier zu füttern.
Im Alter von neun bis 10 Monaten ist das Gefieder soweit ausgebildet, dass der Jungvogel das Nest verlassen kann.
Einmal unterwegs, kehrt der Vogel nicht zurück, sondern verbringt die nächsten Jahre auf dem Meer, bzw. in der Luft.

Anmerkung

Der Wanderalbatros ist ein Segelflieger.

Gut, könnte man meinen, genauso wie Störche und Greifvögel, aber diese Vögel bewegen sich über Land und nutzen warme Aufwinde, um sich hoch in die Luft tragen zu lassen.
Albatrosse suchen Land aber nur auf, um zu brüten.

Wie also schaffen sie es, über Wasser zu segeln?

Sie nutzen den sogenannten dynamisch-topografischen Segelflug.

Nach dem Start, der auf eine sehr warmherzige Art in dem Walt-Disney-Film »Bernard und Bianca« gewürdigt wird, gleitet der Albatros mit Rückenwind der Wasseroberfläche entgegen. Dieser Gleitflug kostet ihn zwar Höhe, lässt aber seine Geschwindigkeit größer werden. Damit fliegt der Albatros in ein Wellental und geht in den Segelflug über.

Der Wanderalbatros nutzt während dieses Wellentalfluges noch geschickt die Windverhältnisse, um weiter seine Geschwindigkeit zu erhöhen. Wenn er genug Geschwindigkeit aufgenommen hat, dreht er gegen den Wind und gewinnt unter Geschwindigkeitsverlust rapide an Höhe; bis zu 30 m.

Der Gegenwind nimmt in der Höhe zu und somit kann der Albatros weiter an Höhe gewinnen.