Kaiserpinguin

engl.: Emperor penguin
lat.: Aptenodytes forsteri




Beschreibung Kaiserpinguin

Größe: 1,3 m
Gewicht: 20-45 kg

Der antarktische Kaiserpinguin ist der größte und schwerste aller heute lebenden Pinguine und einer der biologisch interessantesten. Er ist der einzige Pinguin, der im harten Winter der Antarktis brütet. Kaiserpinguine haben einen großen Kopf, einen kurzen, kräftigen Nacken, einen kurzen, keilförmigen Schwanz und winzige, flossenartige Flügel. Rücken und Flügel sind blau-grau, der Kopf schwarz-blau mit großen weiß-gelben Ohrenflecken und rosa-violettem Schnabel. Die Bauchseite ist weiß mit hellgelber Brustoberseite.

Zu verwechseln ist der Kaiserpinguin mit dem ähnlichen Königspinguin, der aber kleiner und schmaler ist, einen schmaleren Schnabel besitzt und eine auffälligere Färbung zeigt. Wie letzterer haben auch männliche Kaiserpinguine eine Bauchfalte, die Bruttasche, zwischen Beinen und Unterbauch. Wie alle Pinguine haben Kaiserpinguine ein glänzendes, wasserabweisendes Gefieder, das die Haut trocken hält, sowie Füße mit Schwimmhäuten.

Kaiserpinguine sind sehr soziale Tiere. Bei schlechter Witterung kuscheln sich die Tiere zum Schutz vor der Kälte zu kompakten Haufen zusammen, die aus zehn bis mehreren hundert Tieren bestehen können. Die Tiere an der Außenseite schieben sich dabei langsam in Richtung der Mitte, so dass jeder Vogel im Haufen abwechselnd außen und innen steht.
 An Land bewegen sich die Tiere entweder watschelnd oder auf dem Bauch rutschend fort, wobei sie sich mit ihren Füßen und den flossenförmigen Flügeln abstossen.

Lebensraum

Kaiserpinguine leben auf dem Packeis im Weddell-Meer und dem Königin-Maud-Land, Enderby-Land, Princess-Elizabeth-Lands und im Ross-Meer. Sie leben das ganze Jahr über in der Antarktis. Nur zur Fortpflanzung verlassen sie das Packeis und wandern teilweise über 100 Kilometer, um den Paarungs- und Brutplatz auf dem Festland zu erreichen.

Nahrung

Im Gegensatz zu den meisten anderen Pinguinarten, die Krill fressen, leben Kaiserpinguine von Fisch, Tintenfischen und Krebstieren, die sie auf langen Tauchgängen jagen. Dabei tauchen sie 150 bis 200 m tief, in Extremfällen können sie aber bis zu 500 m tief tauchen und bis zu 18 Minuten unter Wasser bleiben.

Fortpflanzung

Kaiserpinguine brüten in lockeren Kolonien auf dem Packeis um den Antarktischen Kontinent. Im Mai legen die Weibchen ein einzelnes Ei und übergeben dieses sehr behutsam in die Obhut des Männchens, um auf Nahrungssuche gehen zu können.
Die männlichen Pinguine können in der darauffolgenden neunwöchigen Brutzeit keine Nahrung zu sich nehmen. Sie müssen das Ei wärmen, das sie in ihrer dick mit Haut und Federn isolierten Bruttasche auf ihren Füßen balancieren. Zusätzlich kuscheln sich die Tiere gegen die kalten Winde und Minustemperaturen in dichten Haufen zusammen.
Nach dem Schlüpfen bleiben die Küken für kurze Zeit in der Bruttasche, bis sie ihre Körpertemperatur selbst regulieren können. Bis zur Rückkehr der Weibchen füttert das Männchen das Küken mit einer milchigen Substanz, die in einer Drüse der Speiseröhre gebildet wird. Wenn das Weibchen endlich zurückkehrt um die Fütterung der Jungtiere zu übernehmen, hat das Männchen bis zu einem Drittel seines Körpergewichtes eingebüßt.

Das wirklich bemerkenswerte Brutverhalten der Kaiserpinguine wurde vor einigen Jahren eindrücklich von Luc Jacquet verfilmt: Die Reise der Pinguine.