Adélie-Pinguin

Adeliepinguin

engl.: Adélie Penguin
lat.: Pygoscelis adeliae




Beschreibung Adélie-Pinguin

Größe: ca. 70 cm

Gewicht: 4-6 kg

Benannt ist der Adéliepinguin – die kleinste und am weitesten verbreitete antarktische Pinguinart nach der Frau des französischen Polarforschers Jules Dumont d’Urville: Adélie. Der Adélie Pinguin ist der Prototyp eines Pinguins. Mit seinem schwarzen Kopf, schwarzen Rücken und weißen Bauch ist er der klassische Frack-Träger. Dazu kommen der kurze, rötliche Schnabel mit schwarzer Spitze, der weiße Ring um die Augen und die gelben Füße, die dem Vogel zwar ein insgesamt nicht unattraktives, aber doch eher drolliges Aussehen verleihen.

Lebensraum

Der Adélie-Pinguin lebt in der gesamten Antarktis und Subantarktis. Neben dem Kaiserpinguin ist er der einzige Pinguin, der auf dem antarktischen Festland vorkommt. Der Anblick tausender ans Wasser watschelnder und rutschender Adéliepinguine, die sich im geeigneten Moment kopfüber ins eiskalte Wasser stürzen, begeistert Antarktisbesucher seit Generationen.

Adelie-Pinguine leben und brüten in dichten Kolonien, typischerweise auf eisfreien Hängen an felsigen Küsten, auf Landzungen und Inseln. Eine Kolonie von Adeliepinguinen auf der Ross-Insel umfasst etwa eine halbe Million Individuen. Im März 2018 gaben Forscher bekannt, dass sie auf den Danger-Inseln eine Mega-Kolonie mit mehr als 1,5 Millionen Tieren entdeckt haben. Um die Brutplätze wird oft erbittert gekämpft, wobei sich die älteren und dominanten Vögel Nester im Zentrum der Kolonie sichern, wo sie besser vor plündernden Raubmöwen geschützt sind.
Im antarktischen Sommer leben die Tiere auf dem Festland, im Winter auf dem Meer, wo sie in Gruppen am Rande der vergleichsweise warmen offenen Packeiszone auf Eisbergen und Packeis ruhen. Ihre Bestandsstärke wird auf mehr als zwei Millionen Brutpaare geschätzt.

Nahrung

Wie die Kaiserpinguine ernähren sich auch Adélie Pinguine von kleinen Fischen wie dem Antarktischen Silberfisch und von Krill.

Fortpflanzung

Die Brutperiode beginnt etwa im Oktober. Die Weibchen legen meist zwei braun- oder grünlich-weiße Eier in die aus aufgehäuften Steinen bestehenden Nester. Das Paar brütet abwechselnd, jeweils ein Elternteil geht auf Nahrungssuche, das andere wärmt das Ei. Dabei wird vor allem das Männchen häufig vom Weibchen für bis zu zehn Tage verlassen, während es Nahrung sucht. Nach etwa 35 Tagen schlüpfen die Jungen, die in den kommenden zwei bis drei Wochen von den Eltern sehr eng betreut werden. Etwa im März, wenn die Küken das Schwimmen gelernt haben, brechen die Pinguine wieder ins Meer auf.

Anmerkungen

Frühe Polarforscher nutzten Adéliepinguine nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als Quelle für Eier und festes, aber wohlschmeckendes Fleisch.

Heute nutzen Wissenschaftler die Pinguine als Bioindikator für die Häufigkeit des für das Leben in der Antarktis so wichtigen Krill.