Süd-Georgien

Süd-Georgien ist die zweitgrößte und gleichzeitig gebirgigste der den antarktischen Kontinent umgebenden Inseln. Äußerlich ist die Insel mit Spitzbergen oder Jan Mayen im Nordatlantik zu vergleichen. Sie erstreckt sich vom 53°30’ S bis zum 55° S. Damit liegt es außerhalb des durch den Antarktisvertrag geschützten Gebietes, das nur den Bereich südlich des 60. Breitengrades umfaßt, gehört aber aus geographischer Sicht zur Antarktis.

Landschaft

Zwei Gebirgsketten, die Allardyce und Salvesen Ranges, bilden mit über 2000 m Gipfeln (Mt. Paget 2934 m) das Rückgrat der Insel. Die Berge sind zum größten Teil so steil und schroff, dass sie weitgehend schnee- und eisfrei bleiben. Durch ihre Höhe bilden sie eine natürliche Barriere gegen die vorherrschenden Westwinde und teilen die Insel so in einen klimatisch sehr rauhen Südwesten und einen gemäßigteren Nordosten.
Die dortigen Naturhäfen konnten von den Walfängern sehr gut für ihre Walfangstationen genutzt werden.
Mit den Walfängern kamen auch Mäuse und Ratten, die heutzutage eine Plage darstellen. Auch wurden Rentiere zur Fleischversorgung importiert, die, später dann sich selbst überlassen, die heimische Vegetation schädigten und immer noch schädigen.

Klima

Auf Süd-Georgien ist das Wetter überwiegend naßkalt, der Himmel wolkenreich, und die Winde wehen fast immer stürmisch. Im August werden im Durchschnitt nur -2° C erreicht, im Februar, dem wärmsten Monat steigt die Durchschnittstemperatur auch nicht über +7° C an.

Vogelparadies

Für den Ornithologen stellt Südgeorgien ein wahres Paradies dar. Allein 30 Vogelarten brüten auf der Insel, hinzu kommen noch 27 Arten, die sich zeitweilig dort aufhalten, ohne jedoch zu nisten. Wie bei einer so isolierten Lage der Insel im Südatlantik nicht anders zu erwarten, dominieren die Seevögel neben nur 5 Land- und Süßwasser-Arten. Zu den unvergesslichen Augenblicken eines Aufenthaltes auf Südgeorgien gehört bestimmt die Beobachtung der nistenden Wanderalbatrosse oder der Besuch einer Kolonie von Tausenden von Königspinguinen, die in Strandnähe ihre Jungen großziehen.

Fauna

Die Antarktische Pelzrobbe und der Südliche See-Elefant sind die Robbenarten, die in größeren Kolonien auf der Insel ihre Jungen werfen, diese dort großziehen und während des anschließenden Fellwechsels an Land bleiben. Der Seeleopard und die Weddellrobbe sind ebenfalls in den Gewässern vor der Küste Südgeorgiens anzutreffen. Sie bilden aber keine Kolonien an Land, sondern sind meist als Einzelgänger oder während ihrer Ruhepausen auf Eisschollen im Treib- oder Packeis zu finden.

Die ehemals dichten Walpopulationen sind während der Walfängerzeit ausgerottet oder zumindest stark dezimiert worden. Einige Arten konnten sich nach den Schutzmaßnahmen langsam wieder erholen, und so ist es fast immer möglich, vor allem die langsamen Buckelwale vom Schiff oder Zodiac aus zu beobachten.

Walfang

Maßgeblich beteiligt an der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel war der Norweger Carl Anton Larsen. der als Kapitän auf der Antarctic, dem Schiff der schwedischen Südpolarexpedition von 1901 – 1903 unter der Leitung von Otto Nordenskjold, wirkte.

Nach dem Untergang des Schiffes und der spektakulären Rettung der Mannschaft gelang es Larsen beim feierlichen Empfang der Schiffbrüchigen in Buenos Aires auf die enormen Walpopulationen rund um Südgeorgien hinzuweisen. Aufgrund seiner Ausführungen wurde die erste Walfanggesellschaft, die »Compania Argentina de Pesca« gegründet. Innerhalb von nur sechzig Jahren ist es dann den Walfängern diverser Walfanggesellschaften gelungen, auch auf der südlichen Erdhalbkugel die Wale fast ganz auszurotten.

Da die Bevölkerung in den Walfangstationen ausschließlich vom Walfang lebte, mussten die Siedlungen mit der Ausrottung der Wale nach und nach aufgegeben werden. 1966 endete die Walfangperiode mit der Schließung der letzten Walfangstation »Leith Harbour«.

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