Kerguelen

Das Kerguelen Archipel ist eine subantarktische Inselgruppe. Sie liegt im südlichen Indischen Ozean und ist 422 km nordwestlich von der Insel Heard entfernt. Die Gesamtfläche beträgt 7215 km², wobei die Hauptinsel Île de Kerguelen 92,5% der Gesamtfläche einnimmt. Sie ist zweieinhalb mal so groß wie das Saarland.

Kerguelen – Das Insel-Archipel liegt sehr abgelegen, nur 1913 km von der Antarktis entfernt, und ist nur über den Seeweg zugänglich. Vor Ort kann man viele Gebiete nur mit dem Hubschrauber erkunden. Es ist eine der ältesten Inselgruppen der Welt und entstand durch vulkanische Aktivität vor 40 Millionen Jahren. Dieser vulkanische Ursprung ist heute noch anhand der vielen Basaltfelsen zu erkennen, die 85% des Archipels bedecken.

Die durchschnittliche Temperatur in den Sommermonaten beträgt 7,5°C, im Winter 2°C und im Jahresdurchschnitt 4,5°C. In diesen gleichmäßigen Temperaturverhältnissen weht jedoch ein ständiger Wind. 150 Tage im Jahr herrscht Sturm und 42 Tage im Jahr tosen starke Orkane über die Inseln.
Eisberge gibt es heute vor Ort nur noch selten. In den letzten 30 Jahren wurden viele Wege eisfrei, das Wetter milder und weniger rau – vermutlich ein Zeichen des Klimawandels.

Seit den ersten Expeditionen wurde das fragile Ökosystem extrem beeinflusst. Dennoch sind die Kerguelen heute noch Lebensraum für viele Vogelpopulationen. Pinguine, Sturmvögel, Albatrosse – der Vogelbestand besteht aus 10-20 Millionen Tieren, von denen 18% Pinguine sind. Zu diesen gehören Goldschopfpinguine, Felsenpinguine und Königspinguine.
Im Wasser sind viele See-Elefanten und Seelepoarden zu beobachten. Hier treiben sich auch Finnwale, Pottwale und Schwertwale rum.
Außerdem leben auf Kerguelen viele flugunfähige Schmetterlings- und Fliegenarten. Die Rückbildung ihrer Flüge erfolgte aufgrund der vielen Stürme.

Entdeckt wurde die Inselgruppe von Yves Joseph de Trémarec. Außer der Forschungsstation Port-Aux-Français ist die Insel unbewohnt.