Falkland Inseln

Die Falkland Inseln umfassen ca. 420 Inseln mit einer Gesamtfläche von ungefähr 12.000 km² und liegen 450 km nordöstlich von Feuerland und 600 km östlich von Patagonien.

Der Falkland-Sund trennt die beiden Hauptinseln Ost- und West-Falkland. Diese haben teilweise Mittelgebirgscharakter mit Höhen bis zu 700 m.

Das Klima der Inselgruppe ist kalt und ozeanisch und wird durch die isolierte Lage im Südatlantik geprägt. Die Durchschnittstemperatur liegt im Hochsommer bei ca. +10°C, im Winter bei +7°C.

Aufgrund des geologischen Aufbaus und den Meeresströmungen sind die Falklandinseln von sehr nährstoffreichem Wasser umgeben, was den Pinguinkolonien und Seevögeln zugute kommt.

Das Vorkommen von riesigen Algenpolstern an fast allen Küstenbereichen, einzelne Algen können über 30 m lang werden, hat dazu geführt, dass man die Einwohner der Falklandinseln auch »Kelper« nennt (engl. kelp = Algen).

Falkland Inseln – Geschichte

Als die erste französische Expedition unter Bougainville 1764 auf den Falklandinseln die erste Siedlung gründete, brachte sie Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und Pferde mit. So war der Startschuss zur Zerstörung der einheimischen Vegetation gefallen. Frühere Beschreibungen der Inselwelt berichten immer wieder über die überragende Bedeutung des Tussockgrases für das Landschaftsbild und die ursprüngliche Tierwelt.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Falklandinseln von großer Bedeutung für die Versorgung von Schiffsmannschaften mit Frischfleisch. Durch Brandrodung wurden immer mehr Flächen als Viehweide umgewandelt, um 1840 schätzt man den Viehbestand auf Ost-Falkland auf ca. 80.000 Rinder. Die einheimische Tierwelt wurde aber nicht nur durch das eingeführte Vieh verdrängt, sondern auch durch Robbenschlagen, »elephant- and penguin-oiling« und das Sammeln von Pinguineiern, die man z.B. durch besondere Verfahren bis zu 9 Monate frisch halten konnte, und die von Matrosen den gewöhnlichen Hühnereiern vorgezogen wurden.

See-Elefanten wurden bis 1870 völlig ausgerottet. Pelzrobben und Seelöwen konnten nur an wenigen unzugänglichen Stellen in kleinen Gruppen überleben. Das Robbenschlagen zur Pelzproduktion wurde erst 1952 eingestellt.

Port Stanley, das frühere Port Jackson, war erst 1845 Hauptstadt der Falklands geworden, nachdem die Verwaltung der Inselgruppe von Port Louis dorthin verlegt worden war.
Port Stanley ist heute Hauptumschlagplatz für die auf den Inseln erzeugte Wolle.

Im April 1982 gelang es argentinischen Truppen, die Falklandinseln für kurze Zeit zur erobern. Nach elf Wochen Kampf war aber die britische Souveränität wieder hergestellt. Dieser unsinnige Krieg, bei dem es sicher auch um vermutete Erdölvorkommen im Schelfbereich der Inseln ging, kostete über 1.500 Menschenleben – ein hoher Blutzoll für die ca. 2.000 Kelper auf der Insel, von denen nur drei während der militärischen Auseinandersetzungen ihr Leben verloren.
Nach dem Krieg wurde die bis dahin vernachlässigte Infrastruktur von Port Stanley großzügig ausgebaut.
Nur die Müllabfuhr ist weiterhin auf ungewöhnliche Weise gelöst: Jeder Haushalt hat vor der Haustür in einer ausrangierten Öltonne seine eigene Müllverbrennungsanlage.