Arktis

Der folgende Text entstammt dem International Arctic Programme des WWF:

Richtschnur für Arktisbesucher

1. Machen Sie Tourismus und Naturschutz miteinander vereinbar

  • Mit dem Geld, das Sie für Ihre Reise bezahlen, bestimmen Sie mit über die Entwicklung und Entwicklungsrichtung des Arktis-Tourismus. Belohnen Sie daher mit Ihrem Geld anerkannte und Naturschutz-gesinnte Reiseveranstalter und Anbieter.

  • Holen Sie vor dem Besuch von Naturreservaten und anderen geschützten Gebieten die etwaigen notwendigen Genehmigungen ein. Verlassen Sie diese Gebiete so, wie Sie sie vorgefunden haben, und vermeiden Sie Beeinträchtigungen der Tierwelt.
  • 
Informieren Sie sich über die Gesetze und Bestimmungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt in der Region, die Sie besuchen, und halten Sie diese Richtlinien ein. Machen Sie sich kundig über bedrohte Arten in der betreffenden Region. Bejagen und befischen Sie diese Arten nicht und kaufen Sie auch keine aus ihnen hergestellten Produkte.
  • Von Ihrem Feedback hängt viel ab. Wenn eine Reise, ein Reiseservice oder ein Anbieter ökologisch verantwortungsvoll aufgetreten ist, lassen Sie dies den Betreiber oder Veranstalter wissen — das gleiche gilt für den Fall, dass Verbesserungen notwendig sind.

  • Schließen Sie sich Natur- und Umweltschutzorganisationen an, die sich für die Arktis einsetzen, und unterstützen Sie Arktis-Schutzprojekte.

2. Unterstützen Sie die Erhaltung der unberührten Natur und des Artenreichtums

  • Informieren Sie sich über Initiativen zum Schutz von Flora, Fauna und den Lebensräumen der Arktis. Leisten Sie Ihren Beitrag zur Unterstützung durch Spenden, freiwillige Mitarbeit, Umweltschutzinformationen gegenüber Dritten sowie durch die Interessenvertretung gegenüber Regierungen und der Wirtschaft.
  • Die großen unberührten Gebiete der Arktis sind eine einzigartige Umweltressource. Setzen Sie sich gegen Entwicklungen ein, die zur Zersplitterung dieser Gebiete führen könnten bzw. Fauna und Flora oder gar Ökosysteme gefährden.

  • Besuchen Sie Parks und Naturreservate. Die Besuchernachfrage und die Einnahmen durch Touristen sind ein Beitrag zur Unterstützung bestehender Schutzgebiete und können zur Ausweisung zusätzlicher Reservate führen.

3. Beachten Sie bei der Nutzung natürlicher Ressourcen das Prinzip der Nachhaltigkeit

  • Gehen Sie zu Fuß oder benutzen Sie möglichst häufig Skier, Kajaks, Boote, Hundeschlitten oder sonstige nicht motorisierte Fortbewegungsmittel, um so die Lärm- und Abgasbelastung zu vermindern sowie die Beschädigung des Bodens möglichst gering zu halten. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Nutzung von Schneemobilen, besonders bei dünner Schneedecke.
  • Halten Sie beim Beobachten und Fotografieren der Tierwelt möglichst Abstand. Denken Sie daran, dass Sie einen unverfälschten Eindruck nur erhalten, wenn Tiere Sie gar nicht bemerken. Widerstehen Sie der Versuchung, sich zu dicht an die Tiere heranzupirschen. Respektieren Sie die Signale einer Beunruhigung der Tiere wie etwa Warnrufe, Zeichen der Desorientierung, angelegte Ohren und aufgestellte Haare.
  • Besorgen Sie sich in Gebieten, in denen das Jagen und Fischen erlaubt ist, die notwendigen Genehmigungen. Befolgen Sie alle Vorschriften und nehmen Sie sich nur so viel, wie Sie tatsächlich brauchen. Jagen und fischen Sie nur unter Einhaltung des Prinzips der biologischen Nachhaltigkeit und niemals zu Lasten der in der Region lebenden Menschen.
  • 
Unberührte Naturgebiete sind eine natürliche Ressource — hinterlassen Sie sie so, wie Sie sie vorgefunden haben, damit auch andere sich daran erfreuen können. Sammeln Sie Andenken nur, wo dies erlaubt ist, oder wenn Sie eine Genehmigung dafür haben. Greifen Sie beim Campieren möglichst nicht verändernd in die Natur ein. Nutzen Sie bestehende Lagerstätten und Pfade statt neue zu schaffen.
  • Bestehen Sie als Teilnehmer einer organisierten Reise bzw. Tour darauf, dass Ihnen der Veranstalter vorherige umfassende Informationen über das Zielgebiet und die notwendigen Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden gibt.

4. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch, Abfall und die Umweltverschmutzung

  • Durch die Wahl von Unterkunft und Produkten sowie Ihren möglichst sparsamen Verbrauch nehmen Sie entscheidenden ökologischen Einfluß. Entscheiden Sie sich für biologisch abbaubare bzw. recycelfähige Produkte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial.
  • Nutzen Sie vorhandene Recycling-Einrichtungen. Wählen Sie als Teilnehmer einer organisierten Reise einen Reiseveranstalter, der Recycling durchführt.
  • Beschränken Sie sich in Ihrem Energieverbrauch, auch bei Heizung und warmem Wasser.
  • Hinterlassen Sie möglichst wenig Spuren Ihres Besuches und führen Sie Ihren Abfall mit.
  • Wählen Sie stets das ökologisch günstigste Transportmittel. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf den Verbrauch fossiler Treibstoffe und auf motorisierte Fortbewegungsmittel.
  • Achten Sie bei der Wahl Ihrer Unterkünfte darauf, dass sie effiziente Abfallverwertung und Recycling einsetzen sowie energiesparend operieren. Nach Möglichkeit sollte die eingesetzte Energie aus umweltfreundlichen Quellen wie Sonnenlicht oder Wasserkraft erzeugt werden.

5. Respektieren Sie die einheimische Kultur

  • Befassen Sie sich schon vor Antritt Ihrer Reise mit der Kultur und den Gebräuchen der Region(en), die Sie besuchen werden.
  • Respektieren Sie die Rechte der Arktisbevölkerung. Sie können insbesondere dann damit rechnen, akzeptiert und willkommen geheißen zu werden, wenn Sie offen gegenüber Eindrücken sind, die Kulturen und Traditionen vor Ort zu verstehen versuchen und die lokalen Sitten und Umgangsformen respektieren.
  • Wenn Sie nicht mit einer organisierten Tour reisen, informieren Sie die Gemeinde im Zielgebiet über Ihr Kommen. Versorgungsgüter sind in der Arktis zum Teil knapp. Sie sollten daher darauf eingestellt sein, Ihre eigenen Vorräte mitzubringen.
  • Fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren oder gar ihre private Lebenssphäre betreten.

6. Respektieren Sie wissenschaftliche- und historische Stätten

  • Respektieren Sie historische Stätten und Denkmäler, nehmen Sie von dort keine »Souvenirs« mit. Selbst verlassen scheinende Bauten und Stätten können unter Denkmalschutz stehen oder von besonderem Wert für die Bevölkerung sein.
  • Halten Sie sich fern von verlassenen militärischen Einrichtungen.
  • Respektieren Sie die Arbeit von Wissenschaftlern. Teilen Sie der betreffenden Einrichtung Ihre Besuchsabsicht rechtzeitig vorher mit und betreten Sie unbefugt keine Arbeitsbereiche.

7. Bringen Sie der lokalen Bevölkerung Vorteile durch Ihren Besuch

  • Mit Ihren Ausgaben als Besucher können Sie zum ökonomischen Überleben der Gemeinden beitragen. Kaufen Sie lokal hergestellte Produkte und wählen Sie Reise- und Exkursionsveranstalter sowie sonstige Anbieter, deren Eigentümer ortsansässig sind und die am Ort lebende Mitarbeiter beschäftigen.
  • Kaufen Sie am Ort gefertigte Produkte und Handwerksgegenstände.
  • Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für Unterkünfte von am Ort ansässigen Eigentümern, Betreibern und Mitarbeitern.

8. Wählen Sie Reiseveranstalter mit gut ausgebildeten, erfahrenen Mitarbeitern

  • Wählen Sie einen anerkannten Reiseveranstalter, der ausgebildete Mitarbeiter, möglichst mit Arktiserfahrung, einsetzt.
  • Ihr Reiseveranstalter sollte für Landreisen ein zahlenmäßiges Verhältnis von höchstens 15 Reisenden pro Reisebegleiter anbieten, bei Schiffsreisen höchstens 20 Passagiere pro Reisebegleiter.

9. Nutzen Sie Ihre Reise als Möglichkeit, Ihre Kenntnisse über die Arktis zu vertiefen

  • Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über den Lebensraum Arktis und die Regionen, die Sie besuchen werden. Nutzen Sie Ihre Reise als Möglichkeit, mehr über den Natur- und Umweltschutz in der Arktis zu erfahren.
  • Wenn Sie an einer organisierten Reise teilnehmen, wählen Sie einen Veranstalter, der Sie über den Lebensraum Arktis sowie über den Natur- und Umweltschutz und die entsprechenden Inititiativen in diesem Raum informiert.
  • Wählen Sie Reisen und Exkursionen, bei denen Ihnen spezifische Informationen über Klima, Fauna und Flora, Ökologie, Völker und Kulturen sowie über Verhaltensregeln im besuchten Gebiet geboten werden.

10. Halten Sie Sicherheitsregeln ein

  • Eisbären, Walrosse, Moschusochsen und andere freilebende Tiere stellen eine potentielle Gefahr dar. Begegnen Sie ihnen daher mit dem nötigen Respekt. Sie oder Ihre Gruppe sollten in Eisbärgebieten eine Feuerwaffe und andere Abschreckungsmittel mitführen.
  • Schlittenhunde sind Arbeitstiere. Versuchen Sie nicht, sie zu füttern oder zu streicheln. Hunde und Polarfüchse können außerdem Tollwut übertragen.
  • Die Begehung von Eisflächen und Gletschern verlangt besondere Fertigkeiten in der Verwendung von Seilen, Steigeisen, Eispickeln und anderem Sicherheitsgerät. Vertrauen Sie sich ausgebildeten Führern an.
  • Wenn Sie eine Tour allein oder in einer Gruppe unternehmen, stellen Sie sicher, dass die örtlichen Behörden über Ihre Route informiert sind.
  • Behalten Sie die Wetterverhältnisse im Auge. Seien Sie auf plötzliche gefährliche Wetterumschwünge gefaßt. Vermeiden Sie Unterkühlung, Müdigkeit und Nässe.
  • Zu Ihrer Grundausrüstung, auch auf kurzen Exkursionen, sollten warme Bekleidung, festes Schuhwerk, Handschuhe, eine Mütze sowie winddichte Überbekleidung gehören. Führen Sie unbedingt auch Notproviant (z.B. Schokolade) und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mit.

Quelle: WWF Arctic Programme

Verhaltensregeln Arktis als Video

Das von der AECO, der Internationalen Vereinigung der Arktisreiseveranstalter, vorgegebene Regelwerk für Besucher in der Arktis verdeutlicht Ihnen auch das anschauliche Video: Arktis Visitors Guidelines (mit deutschen Untertiteln).

Interessante Reiseangebote in die Arktis finden Sie hier!