Besonderheiten Antarktis

Besonderheiten Antarktis: Antarktis-Reisen unterscheiden sich erheblich von »normalen« Kreuzfahrten. Die Antarktis ist der klimatisch extremste Kontinent und bis auf einige Forschungsstationen ist die Antarktis menschenleer. Das sehr fragile Ökosystem bedarf eines besonderen Schutzes, weshalb der Verband der Antarktis-Reiseveranstalter (IAATO – International Assossiation of Antarctic Tour Operators) ein umfangreiches Regelwerk aufgestellt hat. Dies ist für alle Reiseveranstalter verbindlich, da ansonsten keine Genehmigungen für Expeditionsreisen ausgestellt werden. Die Besonderheiten ergeben sich somit nicht nur aufgrund der klimatischen Gegebenheiten und der Unzugänglichkeit der Antarktis, sondern auch aufgrund der IAATO Vorgaben. Im folgenden Text greifen wir die wichtigsten Besonderheiten für Antarktisreisen auf.

Schiffstypen für die Antarktis-Reise

Die relativ leicht zugängliche Antarktische Halbinsel lässt sich von November bis Anfang März gut mit eisverstärkten Schiffen erreichen. Im Hochsommer ist dies auch ohne Eisverstärkung möglich. Anlandungen erfolgen hier fast immer mit besonders stabilen Schlauchbooten (Zodiacs). Die weitaus abgelegenere und seltener besuchte Ross See und alle anderen Regionen der Antarktis sind dagegen meist nur mit einem Eisbrecher zu befahren, der zusätzlich Hubschrauber (aus Sicherheitsgründen und zur Eiserkundung) an Bord hat. Diese Eisbrecher-Reisen sind das Nonplusultra der Expeditionskreuzfahrten: so gibt es beispielsweise eine Reise »Halbumrundung der Antarktis« mit dem Eisbrecher Kapitan Khlebnikov, die in einem Monat von Ushuaia bis nach Neu-Seeland führt.

Die Größe des Schiffes ist in der Antarktis entscheidend für das Naturerlebnis

Um das bedeutende Ökosystem Antarktis nicht zu gefährden, ist der Tourismus dorthin stark reglementiert.

Nur Schiffen mit weniger als 500 Passagieren ist es überhaupt erlaubt, mit Schlauchbooten anzulanden. Liegt die Passagierzahl darüber, sind grundsätzlich keine Landgänge erlaubt und das Naturerlebnis beschränkt sich auf die Aussicht vom Deck. 
Außerdem dürfen niemals mehr als 100 Passagiere gleichzeitig an Land sein und die maximale Aufenthaltsdauer des Schiffes an einem Landungspunkt beträgt in den meisten Fällen maximal 4 Stunden. Je mehr Passagiere an Bord sind, desto limitierter ist die Zeit, die jeder Einzelne bei Exkursionen an Land verbringen kann.

Es liegt also auf der Hand: Nur ein kleines Schiff bietet überhaupt die Vorraussetzungen für ein maximales Naturerlebnis.

Als Beispiel sei ein beliebiges Schiff mit einer Größe von ca. 250 Passagieren genannt. Dort werden die Passagiere in 3 Gruppen zu jeweils ca. 80-90 Reisenden eingeteilt. Während Gruppe 1 den Landgang macht, schauen die Gruppen 2 und 3 dabei zu. Das Ausbooten mit den Polar-Circle Booten dauert – je nach Entfernung und lokalen Begebenheiten – ca. 15 Minuten. Da bleiben für den Landgang gerade einmal zwischen 45 und 60 Minuten, denn die anderen Gruppen wollen ja auch noch an Land kommen. D.h. das Schlauchboot bringt die Passagiere der zweiten Gruppe und auf dem Rückweg werden dann die ersten Reisenden der Gruppe 1 zurückbefördert. Und so fahren die Polar-Circle Boote munter hin und her. Es geht zu wie auf einem Bahnhof.

Wir von Polar-Kreuzfahrten haben eine gänzlich andere Einstellung, wie eine Erlebnisreise in die Antarktis aussehen sollte. Wir möchten Ihnen die Schönheiten und Wunder der Polarregionen näher bringen. Dazu gehören Wissen, Ruhe und Zeit. Zum Beispiel für kleine Wanderungen zu einem schönen Aussichtspunkt oder einer Pinguinkolonie, wo man gut und gerne ein oder zwei Stunden verbringen kann, ohne dass es langweilig wird. So etwas geht nicht auf Schiffen mit mehr als 100 Passagieren!

Eine Region wirklich zu erleben, bedeutet für uns mehr als nur den Strand auf- und ab zu laufen und ein paar Schnappschüsse von Pinguinen zu machen. Wenn Sie mehr über unsere Philosophie über Reisen in die Arktis und Antarktis erfahren möchten, lesen Sie doch bitte auch die Seite: Unser Expeditions-Prinzip.

Eine weitere Einschränkung ergibt sich aus der Anzahl der freigegebenen Landungspunkte für Schiffe mit mehr als 250 Passagieren. Diese dürfen nur ca. 10% der 150 möglichen Landziele auf der antarktischen Halbinsel besuchen. Wenn Sie sich also fragen, warum bestimmte Ziele (z.B. Paradise Bay, Deception Island …) in jedem Reiseprogramm aufgeführt sind, dann hat das weniger damit zu tun, dass diese Orte im Vergleich zu anderen von so überragender Schönheit sind, sondern einzig und allein damit, dass diese Schiffe gar keine andere Wahl haben. Daher gleichen sich manche Reisen immer weiter an und verlieren dadurch natürlich an Profil.

Fazit

Für eine Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis eignen sich Schiffe mit weniger als 100 Passagieren am besten, denn auf größeren Schiffen muss man erhebliche Abstriche bei den Anlandungen in Kauf nehmen.

Auf der folgenden Seite finden Sie die unserer Meinung nach besten Antarktis Reisen.

Einschränkungen je nach Schiffsgröße

Passagieremögliche Anlandungsstellenmax. Landgang/Passagier
> 50000
< 500ca. 10max. 48 Minuten
< 200ca. 150max. 120 Minuten
< 100ca. 150max. 240 Minuten