Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen Reise: 23.08. - 05.09.2015

Reisebericht: Rentier, Polarfuchs
© Simon Bober
Publiziert: Donnerstag, den 03. September 2015

Rentier, Polarfuchs & Abschiedsparty

Mittwoch, 02.09.2015

Während des Frühstücks passierte heute etwas komisches: Eine merkwürdige graue Wand schob sich dicht vor die Bullaugen und versperrte uns die Aussicht… Genauer hingeschaut war die Wand auch noch mit ausrangierten Autoreifen behängt. Nach der ganzen Zeit fernab der Zivilisation hat die Quest nun am Kai von Ny Ålesund angelegt.

Straßen (im Ort ungefähr 2 km, gesamt 10 km), Häuser (vielleicht 50), Autos (maximal 30) und jede Menge Menschen (im Sommer leben hier ca. 250). Ein erstes Anzeichen, dass wir langsam zu unserem Startpunkt der Reise zurück kehren. Malenthe, die hier einen kompletten Sommer verbracht hat, gab uns eine kleine Stadtführung. Anschließend übernahmen Martin und Dierk, die uns am Amundsen-Denkmal und später am Original Zeppelin-Ankermast über einen weiteren bedeutenden und auch endlich erfolgreichen Teil der Eroberung des Nordpols aus der Luft berichteten.

Von dort ging ein Teil von Kerstin begleitet zurück in den Ort und wartete darauf, dass der kleine Shop seine Türen öffnete und der Rest der Gruppe setzte den Spaziergang über die Tundra fort. Und traf auf ein paar Rentiere und einen Polarfuchs. Unentschlossen, wer den interessanteren Eindruck macht lief dieser zwischen den Rentieren und uns hin und her, um sich dann für das bunte Häufchen Zweibeiner zu entscheiden. Leider tauchte eines der 30 Autos des Ortes zur Unzeit auf und vertrieb den kleinen Kerl sehr schnell. Zurück im Ort blieb auch für die Spaziergänger noch Zeit, Andenken zu kaufen und die Postkarten im nördlichsten Postamt der Welt abzustempeln.

Ein kleiner Umweg führte uns an der Kante des Kongsbreens vorbei, bevor wir vor dem Blomstrandbreen in die Zodiacs stiegen um die Blomstrandhalføya zu besuchen. Eingeteilt in drei Gruppen ging es los. Ein Teil machte sich auf den Weg, den höchsten Punkt der Insel zu erobern. Die mittlere Gruppe umrundete die zweithöchste Erhebung und unsere gemütlichen Spaziergänger blieben mehr oder weniger auf Strandhöhe. Rentiere und tolle Aussichten in diesem schönen Fjordsystem zusammen mit dem immer noch grandiosen Wetter bescherte uns allen einen weiteren schönen Nachmittag voller Eindrücke. Zum Schluss wurde dann auch noch der nördlichste Geo-Cache der Welt „geknackt“.

Zurück auf dem Schiff ging es fast umgehend weiter mit einem kurzen Recap, das Therese mit den Worten „Und jetzt seid Ihr herzlich Willkommen zur Barbecue-Party auf Deck 4“ beendete. Musik, ein guter Burger, Sonnenuntergang vor spektakulärer Kulisse – da brauchte es nicht lange und eine tolle Party war im Gange.

Stephani Drücker

Eisbäralarm
© Rene Kipshoven
Publiziert: Mittwoch, den 02. September 2015

Wind, Steine & Eisbäralarm

Montag 31.08.2015

Eine recht unruhige Nacht brachte uns zurück aus dem Eis in die Inselwelt. Nach dem Frühstück stand ein Landgang in der Florabukta im Murchinsonfjord auf dem Programm. Alle waren gespannt, ob wir nach nun schon zweieinhalb Tagen mit ausschließlich Zodiac Ausfahrten mal wieder an Land kommen würden… Und es gelang uns. Zwar wehte eine recht steife Briese aber alle genossen die Spaziergänge unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Unser Geologe Martin war hier voll in seinem Element (… wie eigentlich überall auf Spitzbergen, da hier nur sehr wenig störende Vegetation den Blick auf die faszinierenden Steine versperrt… 😉 und natürlich hatten auch die anderen Guides viele Informationen für uns parat.

Während des Mittagessens kreuzten wir die Hinlopenstraße, weil für den Nachmittag ein Landgang am Crozierpynten im Sorgfjord auf dem Plan stand. Hier warteten auf uns die Überreste einer Schwedisch-Russischen Gemeinschaftsexpedition, die das Ziel hatte nachzuweisen, dass die Erde keine perfekte Kugel sondern an den Polen etwas abgeflacht ist. Auf ging es in die Zodiacs, sogar der Kapitän war mit dabei, da auch er es vermisste, sich die Beine zu vertreten. Aber es kam anders. Kaum hatten wir uns in drei Gruppen aufgeteilt als uns ein Funkspruch von der Brücke einen Strich durch die Rechnung machte: „There‘s a sleeping Polar Bear some hundred meters away from you“. In weniger als 5 Minuten saßen wir also alle wieder in den Zociacs. Als Belohnung fuhren wir dann aber immerhin noch die Küste entlang zu dem Punkt, wo der Bär gesichtet wurde und erhielten einen tollen Blick auf ihn, da er sich direkt in den Felsen am Strand zu seinem Päuschen nieder gelassen hatte.

Wesentlich schneller als gedacht waren wir so wieder zurück an Bord. Es blieb also Zeit für ein etwas längeres Recap-Meeting, in dem uns zum einen mittels Bildern nachgereicht wurde, was wir eigentl ich am Schauplatz des Geschehens über die erfolgreiche Expedition der Schweden und Russen hätte gezeigt werden sollen und thematisch ebenso passend uns Kerstin in die komplizierte Geschlechtsbestimmung von Eisbären einführte. Es ging unter anderem um breite Schultern, Pobacken und Schlägertypen mit kaputten Narben und krummen Nasen. Ein Ausblick auf morgen beschloss den offiziellen Teil des Tages.

Stephani Drücker

Polartaufe auf Spitzbergen, Skansbukta
Publiziert: Montag, den 31. August 2015

Polartaufe

Sonntag 30.08.2015

Nachdem wir in der vergangenen Nacht den 80. Breitengrad gequert haben liegen wir zum Frühstück heute auf ca. 81°30‘ Nord – wir sind im Packeis angekommen. Mystisch scheint die Sonne durch den Nebel, während wir langsam durch die Schollen manövrieren. Alle an Bord sind total begeistert und wir halten uns immer nur mal kurz zum Aufwärmen in der Lounge auf. Den Rest der Zeit sind wir draußen – entweder auf der Suche nach der ultimativen Scholle für‘s Foto oder mit dem Fernglas auf Suche nach Eisbären. Das Guideteam ist komplett auf der Brücke versammelt. Die Sicht wird immer besser, der Nebel hebt sich und die Sonne kommt durch. Im strahlenden Sonnenschein fährt die Quest einen Zick-Zack-Kurs entlang der Eiskante. Um uns die Zeit zu vertreiben, hält Dierk noch vor dem Mittagessen einen Vortrag über die Tiere, die wir sehr gern hier im Eis finden würden.

Im Anschluss an das Mittagessen hielt Therese noch eine Überraschung für uns bereit: Am Nachmittag dürfen wir in die Zodiacs und ganz dicht an die Schollen heran. Um genau zu sein: sogar auf eine Scholle hinauf. Nach einer kurzen Cruise hat sich jeder Zodiac Fahrer eine schöne Scholle ausgesucht und mit ein wenig Anlauf darauf geparkt. Raus ging es. Mit der frischen Schneeschicht darauf kamen wir in eine ganz spezielle Welt, unberührt lag das kleine Stück gefrorenen Wassers vor uns. Ungläubig erfuhren wir, dass sich unter uns nun 1.000 Meter Wasser befanden. Ein verrücktes Gefühl, dass wir mit einer dicken Tafel Schokolade würdigten.

Zurück an Bord dann gleich der nächste Programmpunkt: die Polartaufe. Und ich Verrückte weiß gar nicht, wie es mir passieren konnte, aber irgendwie war ich in die Nummer hinein geraten und ein Rückzieher nicht mehr möglich. Also schnell aus den Expeditionsklamotten raus in den Badeanzug und zurück auf Deck Zwei zum Zodiac Ausgang. Und ich traue meinen Augen kaum: DA STEHT EINE SCHLANGE!!!! Gesamt sind wir 14 Passagiere plus drei Guides, die unter blauen Himmel zwischen den dicken Schollen ins eiskalte Wasser springen und ihre Polartaufe erleben. Wie kalt wurde uns übrigens absichtlich vor dem Sprung verheimlicht. Erst beim Recap am Abend lüftete Therese das Geheimnis: Lufttemperatur -4°C; Wassertemperatur -3,1°C! Dagegen erschien die Tatsache, dass wir mit 81°35‘N unsere nördlichste Position erreicht hatten fast nebensächlich.

Stephani Drücker

Tag der Eisbären: Eisbärmutter und Junges
Publiziert: Montag, den 31. August 2015

Tag der Eisbären

Samstag 29.08.2015

Über Nacht haben wir auf dem Weg zur Storøya den 80. Breitengrad überquert und zum Frühstück lag die kleine Insel vor uns. Gleich beim Weckruf wurden wir darüber informiert, dass es bei einem Zodiac-Cruise bleiben würde, da neben einigen Walrossen auch schon mehrere Eisbären gesichtet wurden. Da der Wind über Nacht stark aufgefrischt hatte erhielten wir die Anweisung, uns richtig warm anzuziehen. Ganz wichtig sei auch die Regenschutz-Lage, da auf der Fahrt im Zodiac mit einigem Spritzwasser zu rechnen sei. Nun sollten wir also (endlich?) die raue und ungemütliche Seite der Arktis kennen lernen.

Tatsächlich spritzte das Meer ganz ordentlich und auf dem kurzen Weg vom Schiff zur Insel blieb tatsächlich niemand trocken. Alle Strapaze war aber vergessen, als wir den ersten Eisbären bei einem Strandspaziergang lange beobachten konnten. Und gerade als wir uns auf den Weg machten, um an anderer Stelle nach Tieren zu suchen erhielten wir von der Brücke die Meldung, dass bei den Walrossen, die wir bei Ankunft auf der Insel erstmal „links liegen ließen“, ein weiterer Eisbär gesichtet wurde. Also war klar, in welche Richtung es weiter ging. Auch dieser Bär blieb von unserer Anwesenheit mehr als unbeeindruckt und ließ sich gemütlich direkt vor unserer Nase am Strand nieder. Die Walrosse dagegen waren zum Teil sehr interessiert an unserer Anwesenheit und immer wieder kamen ein paar Tiere dicht an unsere Zodiacs um uns genauer zu inspizieren.

Weiter ging unsere Reise Richtung Norden, als Ziel stand die Kong Karl XII Øya auf unserem Plan. Auf dem Weg dahin kamen wir an der Foynøya vorbei. Und Therese brauchte nur einen Blick durch das Fernglas, um zwei Bären am Strand zu entdecken. Spontan wurde ein zusätzlicher Ausflug auf die Tagesordnung gesetzt, die Zodiacs zu Wasser gelassen und innerhalb von 30 Minuten waren wir auf dem Wasser. Eine Mutter mit ihrem Jungen vom vergangenen Jahr bot uns eine tolle Show. Der Kleine beäugte uns neugierig, sie machten sich auf den Weg als ein drittes Tier auftauchte, kehrten zurück, kletterten durch die Felsen und am Schluss durften wir miterleben, wie die Mutter ihr kleines säugte.

Und doch ist der Tag noch immer nicht zu Ende. Nach dem Abendessen geht es erneut in die Boote und wir umrunden die kleine Insel Kong Karl XII. Auch hier sind zwei Eisbären, die sich allerdings vornehm zurück halten und sich bei ihrem Schläfchen nicht stören lassen. Noch lange ist die Lounge am Abend gefüllt und alle schwelgen über den Tag der Eisbären.

Stephani Drücker

Austfonna: Gletscher, Meer und Himmel
© Dierk Ronneberger
Publiziert: Montag, den 31. August 2015

Ice is nice! Gletscher, Meer und Himmel

Freitag 28.08.2015

Wieder erwachten wir bei strahlendem Sonnenschein direkt vor der Austfonna. Therese weckte uns mit der Information „strahlender Sonnenschein und 5°C, die sich auf dem Vordeck wie 25° C anfühlen. Kommt gerne raus bevor ihr zum Frühstück geht.“ Gesagt, getan und auch beim anschließenden Schiffscruise entlang der längsten Gletscher Abbruchkante der Nordhalbkugel begeisterte das pure Blau von Gletscher, Meer und Himmel.

Gemächlich machten wir uns auf den Weg entlang der Kante, mussten jedoch unerwartet früh einem Feld mit Eisbergen aus Gletschereis ausweichen. Schon gestern hatte uns Therese darauf hingewiesen, dass im Becken Drei die Austfonna gerade einen Surge hat, sich also ungleich schneller bewegt als der Rest des Gletschers. Im wunderschönen „Abfallprodukt“ dieses Surges fanden Therese und Kerstin im Anschluss an den Gletscher Vortrag von Martin (der an dieser Stelle seine liebe Frau grüßt) einen Eisbären, der jedoch so tief im Eisfeld war, dass wir ihn nur mit Fernglas beobachten konnten. Dagegen kamen wir ganz dicht an ein paar Walross-Müttern mit ihrem Nachwuchs vorbei, die auf einer Scholle ruhten.

Die Zeit am Nachmittag vertrieb uns Kerstin, indem sie uns darüber aufklärte, welche Möwen und andere Vögel, die man dafür halten kann, über unseren Köpfen fliegen. Da uns das Eis zu einem kleinen Umweg gezwungen hatte wurde kurzerhand der Tagesplan etwas umgestellt: Abendessen schon um 18:00 Uhr und im Anschluss daran dann ein Zodiac-Cruise bei Isispynten. Leider war niemand „zu Hause“. Trotzdem genossen wir alle die Fahrt um die kleine Insel zwischen den Eisbergen und als auf unserem Weg zur Austfonna-Kante auch noch die Sonne zwischen den Wolken durchkam waren Licht und Stimmung wieder perfekt.

Stephani Drücker

Walrossbegegnung
© Seven Achtermann
Publiziert: Freitag, den 28. August 2015

Mondlandschaft & Walrossbegegnung

Donnerstag 27.08.2015

27.08.15 – Über Nacht ging es um das Südkapp Spitzbergens herum und ein gutes Stück an der Ostküste wieder hinauf. Zum Frühstück lagen wir schon vor Minnaodden, unserem ersten Ausflugsziel des Tages. Beim Recap am vergangenen Abend wurde uns eine Mondlandschaft versprochen und die bekamen wir auch. Noch bis vor Kurzem muss der Gletscher in der Bucht wesentlich größer gewesen sein. Was er zurück ließ waren schwarze Krater und hohe Säulen aus Geröll, besagte Mondlandschaft. Schwarz-Weiß liegt die Gletschermoräne vor uns, wir selbst sind die einzigen Farbtupfer in der Umgebung.

Da wir bis zu unserem Landgang am Nachmittag noch den Storfjorden überqueren müssen geht es gg. 11.15 h zurück zur Quest. Bis zum Mittag erhalten wir von Martin, unserem Geologen im Expeditionsteam, einen Schnelldurchlauf durch 4,6 Milliarden Jahre Erdgeschichte und die Erklärung, warum Spitzbergen aussieht wie es aussieht. Über Mittag zog etwas Nebel auf, also zogen wir uns alle etwas dicker an für den Landgang am Kapp Lee (Dolorett Neset). Kaum saßen wir alle in den Booten, erfuhren wir zu unserer großen Freude, dass es kein Landgang werden würde, da eine Eisbärin mit Jungem am Strand gesichtet wurde. Vorsichtig näherten wir uns und konnten so beobachten, wie die beiden den Strand entlang liefen, direkt zu einer Kolonie Walrosse. Mit Spannung warteten wir ab, was passieren würde… Alle Erwachsenen – Eisbärin und Walrosse blieben sehr entspannt. Das Kleine jedoch war extrem neugierig und wäre gern noch länger geblieben. Immer wieder drehte es sich um und lief ein Stück zurück, so dass die Mutter mehrfach warten musste. Anschließend erkundeten die beiden auch noch genauestens die Hütten, bevor sie über den Hügel aus unserem Sichtfeld verschwanden.

Da nun an einen Landgang zum Besuch der Walrosse nicht mehr zu denken war, näherten wir uns ihnen vom Meer aus – und sie näherten sich uns: Walrossbegegnung! Ein besonders neugieriger Koloss näherte sich unseren Zodiacs bis auf wenige Meter – und entschied dann, dass er mit uns wenig anfangen könne. Langsam einsetzender Schneefall komplettierte die Stimmung, während wir ohne große Bewegung durch die Reste des Meereises trieben. Leicht frierend aber glücklich über die tollen Beobachtungen kehrten wir zurück auf die Quest. Beim Recap am Abend wurden wir darüber informiert, dass sich der morgige Tag zu einem großen Teil dem Thema „Ice is nice“ widmen wird. Wir haben uns auf den Weg gemacht zu galoppierenden Gletschern, riesigen Eiskappen und Eisbergen. Rückblickend informierte uns Malenthe darüber, woher das etwas streng riechende Aroma der Walross-Kolonie kommt.

Stephani Drücker

Publiziert: Donnerstag, den 27. August 2015

Eisberge Wale & ein Hauch Nostalgie

Mittwoch 26.08.2015

Aufgrund einer überraschend ruhigen Wetterlage im Süden Spitzbergens hat sich unsere Expeditionsleiterin Therese dazu entschieden, unsere Tour gegen den Uhrzeigersinn zu starten. Über Nacht sind wir also nach Süden in den Hornsund gefahren. Ein paar Nebelbänke auf dem Meer und vor einigen Gipfeln verstärken nur die tolle Stimmung im Sonnenschein. Nach dem Frühstück wartet unser erster Zodiac-Cruise in der Burgerbukta auf uns. Umgeben von schönstem Blau fahren wir vorbei an bizarren Eisbergen und entlang der Eiskante des Paierlgletschers. Eine Gruppe von Beluga Walen genießt ebenso wie wir den traumhaften Morgen. Zwei Stunden sind schnell um. Da aber noch vor dem Mittag ein Schiffscruise entlang des Samarin-Gletschers auf dem Programm steht ist niemand traurig, an Bord zurück zu kehren. Um 15.00 Uhr dürfen wir dann wieder Fuß an Land setzen. Unsere erste „nasse“ Landung am Vogelfelsen vom Gnålodden. Zahlreiche Nachzügler der Dreizehen-Möwen sind noch in den Felsen wogegen die Weißwangengänse sich schon für ihren Zug nach Süden sammeln. Eine Trapperhütte von Wanny Woldstad und Überreste einer Pomorenhütte komplettieren das Programm.

Stephani Drücker

Publiziert: Donnerstag, den 27. August 2015

Der erste Sonnenuntergang

Dienstag 25.08.2015

Auch am nächsten Morgen hält sich unsere Umgebung noch in Grau bedeckt. Nach dem Frühstück treffen wir Christian, der uns zur Stadtführung durch Longyearbyen abholt. Wir erfahren von ihm unter anderem, warum in Longyearbyen ein Känguru unter Denkmalschutz steht und dass der Sysselmann bis zur Mitte der 1980er Jahre in seiner Freizeit wenig Ruhe bekommen hat. Zum Abschluss der Tour besuchen wir noch die Galerie im Ortsteil Nybyen – Neustadt – da fühle ich mich doch fast wie zu Hause 🙂 Nach einem gemeinsamen Mittagessen noch ein Besuch im schönen Svalbard Museum und um 16.00 Uhr geht es endlich in den Bus, der uns zu unserem Schiff, zur MS Quest bringt. Nachdem die Kabinen bezogen sind geht es auch schon bald los Richtung Isfjord und unglaublich aber wahr : in Fahrtrichtung zeigen sich erste blaue Stellen am Himmel und je länger wir fahren, desto mehr reißt es auf. Bei unserer Landung in Barentsburg strahlt die Sonne ungehindert am blauen Himmel, die goldene Stunde dauert den Rest der Nacht. Ein paar Unerschrockene halten lange genug durch, um die Sonne zum ersten mal nach Monaten der Mitternachtssonne kurz unterhalb des Horizontes verschwindet.

Publiziert: Donnerstag, den 27. August 2015

Ankunft in der Arktis

Montag 24.08.2015

Nach einer ersten Nacht in Oslo und dem Morgenflug nach Spitzbergen empfängt uns Longyearbyen in arktischem Grau. Die Berge sind nebelverhangen und ein leichter Nieselregen macht den Empfang in der Arktis relativ ungemütlich. Nach einem Spaziergang im Adventdalen und einem gemeinsamen Abendessen geht der erste Tag auf Spitzbergen zu Ende.