Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen Reise: 03.08. - 15.08.2015

Walsichtung bei Eiskante - Eisbaden - Whale Watching
Publiziert: Freitag, den 14. August 2015

Eiskante, Eisbaden, Whale Watching & Grillen

Dienstag 11.08. & Mittwoch 12.08.2015

Am Morgen des 11.8.2015 waren wir an den Sjuøyane (Siebeninseln) angekommen. Nelsonøya lag in Sonne gebadet, während alles andere von einer dicken Watteschicht aus Nebel langsam verhüllt wurde. So gingen wir hier an Land. Einige abenteuerlustige Entdecker umrundeten die Insel, während andere Dreizehenmöven, Papageitaucher und Dickschnabellumen aus nächster Nähe beobachten konnten. Anschließend zogen wir zahlreiche Kreise mit den Schlauchbooten um einen nahegelegenen Eisberg mit Doppelfenstern, der in allen Blau- und Weißtönen glitzerte. Zurück auf der Quest genossen wir das Mittagessen, während wir immer nördlicher fuhren. Ein schicker Eisberg markierte den 81. Breitengrad und genau dort erreichten wir auch die Eiskante. Eis, soweit das Auge reichte. Der Nebel zog auf, da ließ auch der Nebelbogen nicht lange auf sich warten. Als dann wieder die Sonne hervorkam, wurde sofort Eisbaden auf das Programm gesetzt. Leider bevorzugten die meisten ihre dicken Jacken, doch eine handvoll mutiger Gäste liess sich den Spaß nicht nehmen und sprang ins -1˚C kalte Wasser. Bei 81°19‘N und 21˚18’E erreichten wir unsere nördlichste Position.

Um Mitternacht sichteten wir einen Blauwal. In Pyjama, dicker Jacke und Mütze ging es zum Whale Watching auf die Aussendecks. Mehrere Male zeigte sich der Riese von allen Seiten und auch recht nah am Schiff bis er uns mit seiner Fluke Gute Nacht winkte.

Am nächsten Morgen gingen wir bei Windstille und 8°C in Mosselbukta an Land. Hier erkundeten wir die Überreste der Expedition von A. E. Nordenskjöld, die hier eine Polarnacht überwinterte. Wir wanderten, beobachteten Rentiere und ließen die arktische Stille auf uns wirken. Den Nachmittag verbrachten wir in Sallyhamna und fuhren im schönsten Abendsonnenschein durch die Inselwelt der Nordwest-Ecke Spitzbergens.

Donnerstag 13.08.2015

Seit gestern Nachmittag stand keine Wolke mehr am Himmel, stattdessen genossen wir strahlenden Sonnenschein, Windstille und warme 11°C. Heute Vormittag besuchten wir den Forschungsort Ny Ålesund. Zahlreiche Postkarten wurden von Europas nördlichstem Postamt verschickt. Nachmittags gingen wir auf der Blomstrandhalvøya an Land. Eine Insel umringt von majestätischen Gletschern und herausragenden Bergen, auf dem Wasser unzählige Eisberge. Die Wandergruppe bestieg einen Gipfel, während die anderen auch von weiter unten sich an der Landschaft nicht satt sehen konnten. Schneehühner und Rentiere kamen uns über den Weg gelaufen. Immer wieder konnte man das Donnern des kalbenden Gletschers hören und Abbrüche sehen. Welch bessere Kulisse kann man sich auf 79°N wüschen? Wir genossen dies und beendeten den Abend draußen an Deck mit Grillen, Musik und Tanz!

Walrosse und Eisbären auf Spitzbergen
© Seven Achtermann
Publiziert: Donnerstag, den 13. August 2015

Im Walrosse und Eisbären-Fieber

Montag, 10.08.2015

Tag 5 begann mit folgendem Weckruf: Drei Eisbären befinden sich in Sichtnähe und können noch vor dem Frühstück bestaunt werden. Wir befanden uns vor Storøya, östlich von Nordaustlandet, draußen sind es zwei Grad. Dick eingepackt schlichen wir uns mit den Zodiacs immer näher an die Könige der Arktis heran. Eine Herde Wahlrosse tauchte direkt neben uns vom Wasser auf und Kälber lagen mit ihren Müttern an Land. An Land kuschelte sich dann noch ein Eisbärenjunges an seine Mutter.

Eine Bucht weiter, wieder dicht an Wahlrossen vorbei, trafen wir auf einen neugierigen Eisbären, der uns vom Ufer aus im Sonnenlicht stehend beobachtete. Walrosse und Eisbären dicht beieinander beobachten zu können, ist schon ein Erlebnis, aber insgesamt 7 Eisbären an nur einem Vormittag ist auf jeden Fall einmalig.

Am Nachmitag steckten wir im Packeis fest und kurz vor unserem Ziel, der Karl XII Insel erspähten wir eine Bärin mit zwei Jungen auf dem Eis. Die Zodiacs wurden sofort zu Wasser gelassen und wir schlichen uns an die 3 heran. Was fuer ein Erlebnis!

Hinterher fuhren wir noch durch den Eisschollenwirrwarr und eroberten zu Fuss ein paar Schollen, als wir vom Nebel ueberrascht wurden, die Quest uns mit Nebelhorn suchen musste und zum Glueck wieder einsammelte.

Text: Elke Lindner

Schlafende Eisbären im Nebel
© Polar-Kreuzfahrten
Publiziert: Dienstag, den 11. August 2015

Eisbären im Nebel

Sonntag, 09.08.2015

Nebel schon am frühen Morgen! Aber kaum, dass wir den riesigen Vogelfelsen Alkefjellet erreichten und die Zodiacs zu Wasser liessen, lichtete sich der Nebel um uns herum. Tausende von Dickschnabellummen flogen ein und aus. Die Küken piepsten schon in den Wänden, für den berühmten Lummensprung waren wir aber wohl doch ein paar Tage zu früh.

Kurz darauf ging es wieder hinein in den Nebel zur Wahlberginsel. Als der Anker fiel hob sich die Wolkendecke und gab die Sicht auf eine Gruppe von etwa 20 Walrossen am Strand frei. Die besuchten wir sogleich, bevor wir uns auf eine Tundrawanderung begaben. Im übrigen waren wir recht überrascht, wie viele Blumen noch blühten, da anderswo an der Westküste schon der Herbst eingezogen war.

Weiter ging es nach Süden, immer dichter wurde das Eis – kein Packeis, sondern Felder von Gletschereis und Eisbergen. Trotzdem schlugen wir uns durch bis zum legendären Bråsvell-Gletscher mit seinen unzähligen Wasserfällen. Das erste mal in der Saison!

Und als hätten wir noch nicht genug an einem Tag gesehen sichteten unsere fleissigen Matrosen und Steuermänner auch noch zwei Bären auf Eisbergen, Eisbären im Nebel!

Text: Elke Lindner

Spitzbergen Reisebericht: Papagaitaucher sind regelmäßig zu beobachten
© Adam Rheborg
Publiziert: Montag, den 10. August 2015

Kurs Süd oder Nord – wo geht’s zum Papageitaucher?

Mittwoch, 05.08. – Freitag, 07.08.2015

In Longyearbyen begann der erste Tag mit einer Sightseeingtour und einem Museumsbesuch. Am Nachmittag ging es dann auf das Schiff und nicht viel später kam auch schon der erste Papageitaucher vorbeigeflogen. In Hornsund machten wir bei einer Krabbentaucherkolonie Halt und beobachteten wie sich die Krabbentaucher bis auf wenige Meter immer näher an uns heran trauten.

Wegen des vielen Treibeises und Nebels im Süden entschieden sich Kapitän und Expeditionsleitung dann aber doch für eine Kursänderung in Richtung Norden. Erst ging es nach Fuglehuken, wo wir die Tundra unsicher machten und reichlich Seehunde an der Küste fanden. Im Kongsfjord sass eine Eisbärenmutter mit ihrem Jungen auf der weit entfernten Steilkueste, mit Fernglas waren die beiden aber wunderschön sichtbar.

Den Tag beschlossen wir am Ossian Sars Fjellet, wo wir gleich eine Polarfuchsfamilie beim Spielen beobachten konnten. Anschließend genossen einige die massiven Gletscher und Eisberge vom Zodiac aus, während die Wandervögel [andere Blogger verwenden gern den Begriff „Bergziegen“ – Anm. d. Redaktion :-)] die in Sonne gebadete Panoramaaussicht vom Gipfel des Berges aus bestaunten.

Text: Maiken Vassel