Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen Reise: 21.06. - 29.06.2015

Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Ein Meeresriese zum großen Finale

Sonntag 28.06.2015

Ny-Ålesund – Zurück in die Zivilisation


Kurz nach dem Frühstück landeten wir in Ny-Ålesund, wo wir in Gruppen eingeteilt die Siedlung erkundeten. Wir erfuhren viel über die Geschichte des Kohlebergbaus und bekamen Antworten auf Fragen über die wissenschaftliche Forschung. Auch die Luftschiffreisen von Nobile und Amundsen waren Thema. Einige von uns besuchten die kleine Telegraphenstation zwischen der chinesischen und der südkoreanischen Station, andere nahmen an verschiedenen Wanderungen teil.

Nach alledem gingen wir noch einkaufen und Postkarten schreiben bevor es Zeit war, zum Schiff zurückkehren. Um Punkt 12 Uhr nahm die Quest Kurs auf Longyearbyen, vorbei an den Untiefen des nördlichen Forlandsundet.

Weitere Informationen über Eisbären und die anstehende Ausschiffung vertrieben uns die Zeit an Bord. Doch genau während der Diashow wurde plötzlich ein Blauwal entdeckt. Der Meeresriese war so nah, dass wir zum Schluss die spektakulärsten Nahaufnahmen bekamen, auf die man hoffen konnte. Was für ein Finale dieser Reise!

Elke Lindner

Walross-Party im Wasser
© Seven Achtermann
Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Krabbentaucher & Walross-Party

Samstag 27.06.2015

Nordwesten: Fuglesangen, Virgohamna, Amsterdamøya & Kennedybukta

An diesem regnerischen Morgen ankerte die Quest zwischen den Inseln Fuglesangen und Klövningen. Nach dem Frühstück gingen wir mit den Zodiacs an Land, um eine kleine Krabbentaucher-Kolonie zu besuchen. Die Landung war anspruchsvoll, aber nachdem wir unser Ziel erreicht hatten, zahlte es sich auch aus. Wir saßen ruhig zwischen den Felsen und die Vögel kamen uns sehr nah. Sobald sich eine Eismöwe näherte, erhoben sich die kleinen Krabbentaucher in einem großen, lachenden Schwarm.

Auf dem Schiff hörten wir anschließend einen Vortrag über den schwedischen Forscher Andrée und wie er 1897 seine erfolglose Ballon-Expedition durchgeführt hat. Der Ort, wo er startete wurde von uns am Nachmittag besucht. Er befindet sich auf Virgohamna und die Häuser dort erinnern noch immer an andere menschliche Aktivitäten in der Vergangenheit wie zum Beispiel die Überreste der Expedition des Amerikaners Walter Wellman von 1907-1909.

Nach dem Verlassen dieser Insel besuchten wir die Amsterdamøya. Ein Walross begrüsste uns dort am Strand. Seine Freunde hatten es sich weiter östlich gemütlich gemacht. So spazierten wir entlang der Ruinen der Tranöfen aus Walfangzeiten um 1630 in Richtung der Walrosse. Etwa 15 Kolosse ruhten sich dort aus und noch mehr befriedigten im Wasser ihren Spieltrieb. Eine tolle Walross-Party!

Wir beendeten die Abenteuer des Tages mit einem kurzen Besuch der Kennedybukta, wo wir zwei weibliche Eisbären sichteten.

Elke Lindner

Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Zauber der Moränenlandschaft

Freitag 26.06.2015

Liefdefjord: Erikbreen, Lernerøyane & Monacobreen

Wir wachten an einem ruhigen bewölkten Morgen im inneren Liefdefjord auf. Bald nach dem Frühstück starteten wir unseren Ausflug bei Erikbreen. In kleinen Gruppen erkundeten wir die Moränenlandschaft und genossen den wunderbaren Blick über den Gletscher mit einem eisbedeckten Schmelzwassersee davor. Auf dem Weg wurden zwei Rentiere gesichtet sowie eine Menge von kleinen, polaren Pflanzen wie das arktische Fingerkraut, Felsenblümchen, schöne blühende Büschel von lila Steinbrech und die ersten Blüten des Berg Nelkenwurz.

Am Nachmittag kreuzten wir zwischen den vielen Inseln der Lernerøyane. Die kleinen Inseln sollen die Heimat von vielen kleinen bodenbrütenden Vogelarten sein. Dieses Mal schien die Inselgruppe fast leer. Wir entdeckten einige Eiderenten, Küstenseeschwalben, ein paar Weißwangengänse, ein Strandläufer und vier rote Prachttaucher. Wenig für ein zukünftiges Vogelschutzgebiet! Vielleicht noch zu viel Eis und Schnee für die Brutzeit und die Vögel haben ihre Brut an besser geeigneten Stellen begonnen?

Den Abend beendeten wir mit einem arktischen Barbeque vor der spektakulären Kulisse des Monaco Gletschers. Das Meer war so wunderbar ruhig wie ein Spiegel.

Elke Lindner

Packeis und Eisbären
© Kerstin Langenberger
Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Packeis und Eisbären satt

Donnerstag 25.06.2015

Nach dem Frühstück näherten wir uns der Eiskante. Trotz leichter Bewölkung und ein wenig Wind hatten alle große Lust auf eine Zodiac-Ausfahrt zwischen den Eisschollen. Hier und da sichteten wir Trottellummen und Krabbentaucher und eine Bartrobbe hatte es sich auch auf dem Eis bequem gemacht.

Zurück auf dem Schiff fuhren wir in östlicher Richtung weiter, um das dortige Eis zu erforschen. Doch plötzlich wurde ein Eisbär im Wasser gesichtet. Der Kapitän hielt mit etwas Abstand parallelen Kurs zu dem Bären, so dass wir ihn gut beobachten konnten. Als auch noch ein zweiter Bär auftauchte, beschloss Adam, sofort wieder mit den Zodiacs raus zu fahren. Sobald wir uns in Richtung des schlafenden Eisbärs aufgemacht hatten, kam der schwimmende Bär auf das Eis und wir hatten einen tollen, nahen Blick auf dieses große, wunderschöne Männchen. Er begann in unserer Nähe zu fischen und fühlte sich durch unsere Anwesenheit eindeutig nicht gestört. Ein weiterer Bär wurde gesichtet und wir bewegten uns zu dessen Eisscholle. Der Schwimmer kam rüber und als sie sich trafen sahen wir, dass das neue Männchen noch um einiges größer war. Wieder auf dem Schiff sahen wir, dass unser Schwimmer zu seiner Eisscholle zurückgekehrt war und dort die Reste eines getöteten Narwals gefunden hatte. Logischerweise hatten sich dort auch viele Eissturmvögel, Eismöwen und eine Hand voll Elfenbeinmöwen zu einem Festmahl versammelt.

Am Ende des Tages fanden wir noch einige Walrosse auf dem Eis. Sehr wahrscheinlich sind heute während dieses sonnigen Nachmittags tausende von herrlichen Fotos geschossen worden. Walrosse, Packeis und Eisbären: eine herrliche Kombination!

Elke Lindner

Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Der Vogelfelsen von Alkefjellet

Mittwoch 24.06.2015

Hinlopen: Alkefjellet, Wahlenbergfjord & Bragerneset

Das heutige Highlight wurde uns am Morgen präsentiert: der beeindruckende Vogelfelsen von Alkefjellet. Es wird geschätzt, dass 60.000 Vogelpaare in dieser Kolonie brüten. Die Vögel bauen kein Nest, sondern das Weibchen legt ein birnenförmiges, bläuliches, gesprenkeltes Ei auf den nackten Fels. Beide Eltern bebrüten das Ei und schützen das Küken. Eismöwen patrouillierten auf Futtersuche über die Klippen und über die vielbeschäftigten Dreizehenmöwen und Trottellummen. Am Ende der Tour hatten wir noch mit einem neugierigen Polarfuchs in unmittelbarer Strandnähe Kontakt.

Während des Mittagessens erkundeten wir die Hinlopenstraße und drehten um, als wir auf das dicke Packeis trafen, das den südlichen Teil der Straße verschließt. Als wir den Wahlenbergfjord erreichten sahen wir einige Bartrobben auf dem Eis und zwischen ihnen bewegte sich ein cremefarbenen Punkt: Der nächste Eisbär! Wir warteten ein bisschen, aber dieser zog es vor, sich in sicherem Abstand von uns zu bewegen.

Den Abend verbrachten wir im Bereich von Bragerneset und Gimlebreen (ein Auslass-Gletscher der Eiskappe der Vestfonna). Nach dem Besuch eines einsamen Walrosses auf dem Eis, streckten wir unsere Beine auf dem interessanten Moränenboden und kreuzten später entlang der wunderschönen Eisklippen des Gletschers.

Elke Lindner

Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Eisbär auf der Jagd

Dienstag 23.06.2015


Raudfjord: Hamiltonbukta, Ayerfjorden & Buchanan-Halvøya


Heute Morgen unternahmen wir eine Ausfahrt mit den Zodiacs, um die malerische Hamilton Bay zu erkunden. Gerade als wir starten wollten, wurde ein Eisbär gesichtet und wir machten uns auf, ihn zu beobachten. Als wir uns näherten verschwand er hinter einem Bergrücken, aber ein Zweiter faulenzte am Strand. Wir hatten einen guten Blick auf ihn und setzten dann unseren Weg in die Bucht weiter fort. Inmitten der vereisten See stoppten die Zodiacs plötzlich und wir bewunderten das Schauspiel vom Gletscher abbrechender Eisstücke in unserer unittelbaren Nähe. Was für ein Anblick! Später trafen wir auf Gryllteisten, Dreizehenmöwen und Eiderenten. Auf dem Rückweg fuhren wir entlang des größten Vogelfelsens der Bucht und sahen auch Rentiere und den Polarfuchs.

Im Laufe des Nachmittags fuhren wir weiter in den Raudfjord. Gerade als der Kapitän das Schiff wendete, entdeckte einer von uns einen schwimmenden Eisbär. Schnell waren wir fertig angezogen und sprangen wieder in die Zodiacs. In der Zwischenzeit hatte der Bär Land erreicht und wir konnten ihm mit etwas Abstand folgen.

Unglaublich: eine Bartrobbe ruhte in der Nähe eines Gletschers und wir wurden Zeugen einer sehr spannenden, letztlich jedoch erfolglosen Verfolgung. Ein Eisbär auf der Jagd ist ein faszinierendes Schauspiel! Als alles vorbei war fuhren wir zu einer nahe gelegenen Halbinsel, um etwas Bewegung zu bekommen und uns die Beine zu vertreten. Nach dem Abendessen führte unser Weg zu der Insel Moffen. Auf dem Weg dorthin trafen wir einen Finnwal, der uns vor einer großartigen Kulisse seinen Rücken präsentierte.

Elke Lindner

Publiziert: Montag, den 29. Juni 2015

Longyearbyen: Das Abenteuer beginnt!

Montag 22.06.2015

Einige von uns kamen in Longyearbyen um Mitternacht an, andere schon gestern Abend. Während des Morgens trafen wir uns beim Frühstück und machten anschließend einen kurzen Spaziergang in den Ort bevor wir dann die erste Einweisung über sicheres Reisen im Eisbärenland bekamen. Nach einem reichhaltigen Mittagessen im Hotel gingen wir in das kleine, aber wunderbare Svalbard Museum. Am Nachmittag war es endlich an der Zeit, an Bord unseres Expeditionsschiffes MS Quest zu gehen. Wir segelten durch den Isfjord und nahmen Kurs auf den Hohen Norden.

Elke Lindner