Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reiseberichte

Zodiac Cruise in Burgerbukta Spitzbergen Sea Endurance
Publiziert: Dienstag, den 05. September 2017

Logbuch | Spitzbergen mit der Sea Edurance

An Bord der Sea Endurance – Spitzbergen 14.06.-23.06.2017

Mittwoch 14.06.2017

Koordinaten: Longyearbyen (78°10‘N, 015°30‘O) | Wetter: bewölkt | Aktivitäten: Ankunft und erste Stadterkundung

Das Abenteuer beginnt
Nach einer ersten Nacht in Oslo, kamen wir mittags am Flughafen von Longyearbyen an, wo uns die Guides Christian Bruttel und Tobias Brehm in Empfang nahmen.
Der Check-In im Radisson Blu Hotel dauerte etwas länger und so startete unsere erste Wanderung in den Adventdalen mit unserem Guide Andreas Alexander mit einer kleinen Verspätung.
Wir konnten uns einen ersten Eindruck von der arktischen Tundra verscha en, das berühmt berüchtigte Eisbärenschild besichtigen und ein Schlittenhundeteam bei der Arbeit beobachten. Nach einem hervorragenden Abendessen im Hotel schlüpften wir schon bald in unsere Betten, voller Erwartung auf die Erlebnisse der nächsten Tage.

Donnerstag 15.06.2017

Koordinaten: Longyearbyen (78°10‘N, 015°30‘O) |
Wetter: bewölkt | Aktivitäten: Stadtführung, Sicherheitsbriefing, Museumsführung, Einschiffung

Eine neue Heimat
Nach einem reichhaltigen Frühstück brachten wir unsere Ko er in den Gepäckraum und kurze Zeit später ging es auch schon mit dem Bus zum Hafen. Die kleine Sea Endurance schien uns regelrecht einzuladen, endlich an Bord zu kommen! Doch zuerst durfte nur unser Gepäck den Bus verlassen: Andreas Alexander lud uns zu einer Stadtführung durch Longyearbyen und zum Global Seed Vault ein. Viele kleine Erzählungen und Anekdoten brachten uns die Geschichte und die Besonderheiten der Orte näher.
Zurück im Radisson-Hotel lernten wir später auch unsere Expeditionsleiterin Thérèse Horntrich und unseren fünften Guide Sara Orstadius kennen. Nach einem obligatorischen Sicherheitsvortrag genossen wir unser Mittagessen und besuchten anschließend das kleine aber feine Museum im Universitätsgebäude, dass in jedem Winkel voller interessanter und schön dargestellter Informationen zur Vergangenheit Spitzbergens und Longyearbyens steckte.
Danach ging es aber endlich aufs Schiff. Da gerade ein anderes Schiff im Hafen angedockt war, mussten wir mit den Zodiacs hinausfahren und konnten so bereits unsere erste Zodiac Erfahrung sammeln. An Bord wurden wir von der freundlichen Hotel Crew begrüßt, die uns den Weg zu unseren Kabinen wies. Nach einer Sicherheitseinweisung ging es dann auch endlich los, und zwar Richtung Süden.
Nach einem köstlichen, mehrgängigen Abendessen genossen wir die Aussicht an Deck, wo wir recht bald einen mächtigen Blauwal erspähen konnten. Das größte aller Tiere ließ sich nicht lumpen und tauchte eine Weile um das Schiff herum. Ein solcher Anblick ist nicht jedem gegönnt und wir schätzen uns sehr glücklich einen solchen Reiseauftakt bekommen zu haben. Nachts segelte das Schiff dann gen Hornsund, dem südlichsten Fjord Spitzbergens.

Freitag 16.06.2017

Koordinaten: Burgerbukta (77°03N, 015°53.O), Gnålodden (77°06N, 015°51O) | Wetter: bewölkt, Nebel, Sprühregen | Aktivitäten: Zodiac Cruise in Burgerbukta, Fjord Cruise mit Sea Endurance, Anlandung in Gnålodden, Walbeobachtung

Arktisches Rundum Sorglos Paket im Hornsund
Nach einer ruhigen Nacht weckte uns Thérèse‘s sanfte Stimme mit dem Hinweis, dass wir im Hornsund angekommen sind. Während eines Zodiac Cruise durch die Vestre Burgerbukta hatten wir dann auch gleich die Gelegenheit den Fjord ausgiebig zu bestaunen. Hin zu mächtigen, blauen Eisbergen, durch ein Labyrinth aus Eis, immer weiter in Richtung majestätischer Gletscherfront. Welch ein Anblick. Bald schon entdeckten wir die ersten Eisbärspuren und die Spannung stieg ins Unerträgliche. Allerdings konnten wir trotz ausgiebiger Bemühungen nichts entdecken und so kehrten wir zum Mittagessen auf unser Schiff zurück. Doch kaum das wir beim Dessert angelangt waren, kam bereits die Durchsage: Eisbär gefunden. Es dauerte eine Weile bis wir ihn auch alle entdeckt hatten, doch da lag er tatsächlich. Mitten am Strand und drehte uns sein Hinterteil zu. Hielt einen ausgiebigen Mittagsschlaf. So ausgiebig, dass wir beschlossen ihn nicht weiter zu stören und weiterzufahren.
Am Nachmittag erkundeten wir die Gegend am Vogelfelsen Gnålodden. Wir stießen auf eine Trapperhütte, Hinterlassenschaften der Pomoren und jede Menge Eis und Schnee.
Der Lärm, der in den Felsen brütenden Dreizehenmöwen war unüberhörbar und führte uns eindrucksvoll vor Augen und Ohren, wie viele Tiere hier wohl nisten mussten. Am Strand fanden sich auch einige abgenagte Möwenknochen und schon bald konnten wir einen Polarfuchs in den Hängen erspähen.
Auf dem Rückweg gab es dann ein weiteres Highlight, als wir in der Nähe der Zodiacs die Fontäne eines Wals entdeckten. Beim Näherkommen stellte sich schnell heraus, dass es sich hierbei um einen Buckelwal handelte, welcher um unsere Zodiacs herumtauchte und tollte. Immer wieder war sein eindrucksvolles Schnauben zu hören, die Wasserfontänen spritzten in die Höhe und die Flossen waren gut sichtbar. Was für ein Erlebnis. Doch damit nicht genug. Als wir gerade ins Bett gehen wollten, wurden wir auf Deck gerufen, da erneut ein Buckelwal gesichtet wurde. Dieser hatte anscheinend den festen Willen unseren Tag noch einmal zu krönen und vollführte zahlreiche Sprünge ganz in der Nähe unseres Schi es. Ein faszinierendes Spektakel!

Samstag 17.06.2017

Koordinaten: Poolepynten (78°26’43’’N 11°53’26’’E), St. Jonsfjorden (78°31’11’’N 12°42’18’’E) | Wetter: bewölkt | Aktivitäten: Anlandung Poolepynten, Walross Beobachtung, Strandspaziergang mit Müllsammlung, Wanderung bei Gjertsenodden

Walrosse & Gletscher
Am Vormittag landeten wir auf Poolepynten an und konnten eine Gruppe Walrosse aus nächster Nähe bestaunen. Da lagen sie am Strand und schliefen. Änderten gelegentlich die Position, um ein kleines bisschen bequemer zu liegen. Schnaubten und schnarchten. Kratzten sich und Mü elten. Eines der Tiere kam im Wasser herbei geschwommen und prüfte, was da eigentlich los ist. Nachdem es festgestellt hatte, dass wir ziemlich langweilig waren, zog es weiter und wälzte sich langsam und gemächlich den Strand empor. Ein Meter harte Arbeit. Ausruhen und wieder einen Meter zurück legen. Nach diesem Erlebnis schlenderten wir noch am Strand entlang und erkundeten die Gegend. Die arktischen Strandfreuden waren allerdings von Unmengen an Plastikmüll eingetrübt und so sammelten wir fleißig den Müll am Strand ein und brachten ihn zurück zum Schiff.
Nachmittags ging es dann weiter in den St. Jons orden, wo wir auf Gjertsenodden anlandeten. Ausgiebig erkundeten wir die Gegend, lernten viel über die Geologie und konnten den Gletscher Smalgangen in seiner Bucht bestaunen.
Beim abendlichen Recap erfuhren wir viel über Walrosse und die glaziale Geschichte von St. Jons orden. Nach dem Abendessen gab es ein kleines Highlight als die Sea Endurance durch die Untiefe bei Sarstangen hindurch fuhr. Der bald darauf aufziehende dichte Nebel lichtete sich gegen Mitternacht und bahnte den Weg für den darauf folgenden fantastischen Tag.

Sonntag 18.06.2017

Koordinaten: Smeerenburg (79°43N, 010°59O), Virgohamna (79°43N, 010°53O), Fuglesongen (79°51’1’’N 11°19’49’’E) | Wetter: sonnig, +4°C | Aktivitäten: Anlandungen Virgohamna, Smeerenburg, Fuglesongen, Paddletour bei Fuglesongen

Flugstunden
Über Nacht war unser Schiff hoch in den Norden bis in den Smeerenburg ord hineingefahren. Dort standen Anlandungen auf Virgohamna und Smeerenburg auf dem Programm. Auf Virgohamna erwartete uns ein Freilichtmuseum aus Ruinen verschiedener Epochen. Unsere Guides erzählten uns von den holländischen Walfängern der Harlinger Kokerij und zeigten uns ein paar alte Gräber und die Fundamente des britischen Touristen Arnold Pike, der im Jahr 1888 hier überwinterte. Ausführlich erzählten sie uns die spannende Geschichte des Schweden Salomon August Andrée, der in den Jahren 1896-97 hier mit seinem Balon „Örnen“ zum Nordpol aufbrach – und erst 30 Jahre später auf der Insel Kvitøya wiedergefunden wurde, oder zumindest seine sterblichen Überreste. Es erstaunte uns, was für ein Aufwand betrieben wurde, um all das Material nach Svalbard zu bringen: beispielsweise auch für den Bau der Häuser und des Hangars für das Luftschiff des amerikanischen Abenteurers Walter Wellmann, der in den Jahren 1906-09 vergeblich versuchte einen Kilometer Richtung Norden zu fliegen…
Nach einem kurzen Besuch bei einer Kolonie zutraulicher Seehunde landeten wir dann auch bei Smeerenburg, einer ehemals bedeutenden Walfänger „Stadt“, bei der zeitweise 200 Holländer und Dänen das Öl der gefangenen Wale auskochten. Unsere Guides berichteten uns ausgiebig von den goldenen Walfangzeiten und den Entbehrungen die das Leben als Walfänger auf Spitzbergen mit sich brachte. Während die einen sich auf dem Gelände umsahen, genossen andere einfach nur die Sonne und die Ruhe am Strand.
Nachmittags ging es dann weiter auf Fuglesongen. Vier Gruppen landeten an, während die letzte auf einen Zodiac Cruise um Fuglesongen aufbrach. Die anlandeten Gruppen kletterten über die Geröllfelder und näherten sich einer Kolonie Krabbentaucher. Ein herrliches Erlebnis, mitten zwischen den Krabbentauchern zu sitzen, ihnen zu zuhören und sie dabei zu beobachten wie sie ihr Futter sammelten und sich paarten.

Montag 19.06.2017

Koordinaten: Nördlichster Punkt der Reise (80°3,304N 012° 5,058E) | Wetter: sonnig | Aktivitäten: Zodiac Cruise mit Landung auf Meereis, Maschinenraum Führung, Eis Vortrag, Eisbaden

Eisige Welten
Beim Aufwachen erwartete uns strahlender Sonnenschein in Mitten eines Ozeans von Eis. Über Nacht war unser Schiff weiter gen Norden gefahren. Hinein ins Eis. Schon bald hatten wir die 80° Nord überschritten. Wir konnten es kaum erwarten unsere neue Umgebung näher zu bestaunen und stiegen gespannt in die bereitstehenden Zodiacs. Unsere Guides entführten uns in ein eisiges Labyrinth. Eisschollen egal wohin man schaute. Dazwischen einzelne Passagen offenen Wassers durch die wir unseren Weg bahnten. Nach einer Weile hatten unsere Guides auch eine große und stabile Eisscholle gesichtet und wir landeten an. Setzten unsere Füße aufs Eis. Ein kleiner Schritt für uns, inmitten eines großen Ozeans. Viele einzelne und ein Gruppenfoto belegen dieses kleine Abenteuer. Nach dem Mittagessen hatten wir auch noch die Chance den Maschinenraum des Schiffes zu bestaunen. Kompetent geführt von der philippinischen Crew.
Im Anschluss entführte uns Tobias mit seinem Vortrag in weitere eisige Welten und erklärte uns ausgiebig die verschiedenen Arten von Eis. Nach so viel Theorie war einigen von uns nach einer Erfrischung zumute. Fünf von uns wagten den Schritt und begaben sich von der Gangway hinab ins kalte Nass. Baden zwischen Eisschollen auf 80,03° Nord. Alle anderen standen auf den Außendecks und feuerten die Mutigen an. Sara, Andreas, Christian und Hristo gingen sogar noch einen Schritt weiter. Ungläubig konnten wir sie dabei beobachten wie sie in Badehosen/ Bikini auf Deck 4 über die Reling kletterten und in die Tiefe sprangen. Ein paar rasche Schwimmzüge später kletterten sie auf eine der Eisschollen und wurden von uns kräftig angefeuert. Danach ging es für alle wieder zurück aufs Schiff zum aufwärmen.
Nach dem Abendessen fuhren wir erneut in den Raudfjorden ein. Schon bald entdeckten wir den ersten Eisbären und nach kurzer Wartezeit noch einen zweiten. Diesmal hatten wir mehr Glück und beide Bären bewegten sich und waren klar als solche erkennbar. Glücklich und voller neuer Eindrücke ließen wir den Tag in der Lounge ausklingen.

Dienstag 20.06.2017

Koordinaten: Ossian Sars ellet (78°56’12’’N 12°29’0’’E), Ny-Ålesund (78°55N, 011°56O), Blomstrandhalvøya (79°00N, 012°31O) | Wetter: vormittags sonnig, nachmittags bedeckt | Aktivitäten: Anlandung Ossian Sarsfjellet, Besuch in Ny-Ålesund, BBQ

Leben in der Arktis
Schon früh am Morgen wurden wir von Thérèse über das Lautsprechersystem geweckt. Früher als gewöhnlich, da ein Blauwal im Kongsfjorden gesichtet wurde. Rasch begaben wir uns an Deck und schon bald zeigte sich der Blauwal in voller Länge neben dem Schiff.
Nach diesem Spektakel und einem guten Frühstück landeten wir bei Ossian Sarsfjellet mit den Zodiacs an. Unsere Wanderung führte uns über die glazial geprägte Landschaft hinauf zu den Vogelfelsen, wo Dreizehenmöwen nisteten. Unterwegs fanden wir die Überreste eines Rentieres, welches vermutlich einem Eisbären zum Opfer gefallen war. Weiter oben waren mehrere Alpenschneehühner unterwegs und einige Rentiere kamen neugierig auf uns zu, um herauszufinden, wer wir sind. Das Highlight dieses Vormittags war sicherlich die Polarfuchsfamilie, die in der Nähe der Vogelkolonie ihr Zuhause errichtet hatte. Zwei Jungtiere tollten umher, während das Muttertier immer wieder neue Beute von den Vogelfelsen herbeischleppte. Es fiel uns sehr schwer die Familie zu verlassen und zurück zu den Zodiacs zu gehen. Auf der Rückfahrt konnten wir Mama Fuchs dann noch einmal bei ihrem Beutezug in den Vogelfelsen beobachten.
Nach dem Mittagessen landeten wir in Ny-Ålesund an. Wir unternehmen einen Rundgang durch die kleine Siedlung, die ursprünglich dem Bergbau diente, aber seit den 1960ern ein wichtiger Außenposten der Polarforschung ist, mit Wissenschaftlerteams aus aller Herren Länder. Im lokalen Laden hatten wir die Gelegenheit ein paar Souvenirs zu erwerben oder eine Postkarte abzuschicken. Etwas außerhalb des Ortes besichtigten wir die Stelle, von dem im Jahr 1926 Amundsen und Nobile mit ihrem Luftschiff Norge starteten und es tatsächlich schafften, den Pol zu überfliegen. Doch am meisten in Erinnerung werden uns wohl die Arktischen Küstenseeschwalben bleiben. Diese nisteten überall am Wegesrand und stürzten sich todesmutig auf uns, wann immer wir ihren Nestern zu nahekamen.
Beim abendlichen Recap wurden wir von der Ankündigung überrascht, dass unser heutiges „Jammi jammi“ Abendessen ein Barbecue auf Deck 4 sein würde.
Die Sea Endurance hatte Stellung bei Bløstrandhalvøya bezogen und die Crew hatten einen Tonnengrill aufgebaut. Es gab die verschiedensten gegrillten Köstlichkeiten und nachdem Essen übernahm DJ Randy. Anfangs etwas zögerlich, doch schon bald im vollen Schwunge tanzten Jung und Alt und alle hatten eine Mordsgaudi. Das Schiff drehte sich an den Gletschern und der beeindruckenden Landschaft vorbei, während wir das Tanzbein schwangen. Bis weit in die nicht existente Nacht hinein feierten wir unsere fantastische Reise.

Mittwoch 21.06.2017 |

Koordinaten: Alkhornet (78°14N, 013°50O), Skansbukta (78°31N, 016°01O) | Wetter: sonnig, 4-5°C | Aktivitäten: Anlandung Alkhornet, Anlandung Skansbukta

Ein letztes Mal arktische Stille
Über Nacht hatte die Crew das Schiff wieder gen Süden zurück in den Isfjord gefahren. So konnten wir beim Aufwachen eine bereits bekannte Szenerie bestaunen. Wir waren am Eingang des Isfjorden, vor dem Alkhornet, einem großen Neoproterozoischen Felsen auf dem Dreizehenmöwen und Dickschnabellummen nisteten. Wir landeten an und begaben uns auf eine Wanderung über die Tundra. Hinweg über die ersten Schmelzwasserbäche, Permafrost Polygone und die stetig wachsende arktische Blumenwelt. Vorbei an Rentieren die gemächlich grasten und sich nicht weiter für uns interessierten. In einem Geröllfeld ließen wir uns nieder und genossen die Stille. Herrlich, keine Alltagsgeräusche, kein Hintergrundlärm, einfach nur Stille.
Und auf einmal war da mehr. Auf einmal konnten wir die Natur hören. Das Rauschen der Wellen am Strand, das Brausen des Windes, das Kreischen der Vögel, das Surren und Summen der Insekten. Konnte es etwas Schöneres geben, um dem Trubel des Alltags zu entfliehen und noch einmal so richtig zu entspannen, einfach nur sein? So entspannt, hätten wir dann auch um ein Haar die Eisfuchsfamilie
übersehen, die nur wenige Meter von unserem Rastplatz entfernt hauste. Groß war unser Erstaunen und unsere Begeisterung, als wir feststellten, dass Mama Fuchs sage und schreibe sechs Jungtiere hatte. Da saßen sie und starrten uns mit ihren großen grünlichen Augen an, folgten ihrer Mutter und balgten sich um einen toten Vogel. Nach diesem Erlebnis kehrten wir hungrig aufs Schiff zurück und freuten uns schon auf unser „jammi jammi Lunch Buffet“.
Am Nachmittag landeten wir in der Skansbukta an, ein von massiven Felswänden eingeschlossener Talkessel. Einige von uns schlenderten den Strand entlang oder erkundeten die Hinterlassenschaften des Gipsbergbaus. Andere wiederum genossen einfach nur die Ruhe und die Stille am Strand. Eine tolle Gelegenheit von der imposanten Arktischen Landschaft Abschied zu nehmen. Nach dem Abendessen gab es noch eine besondere Überraschung. Tobias hatte eine Foto Show mit den Bildern der Reise zusammengestellt. Mit einem Getränk in der Hand, konnten wir so noch einmal die vielen Erlebnisse und wundervollen Momente Revue passieren lassen.

Donnerstag 22.06.2017

Ende und Anfang
Unser Schiff war zurück in Longyearbyen und ankerte im Fjord, da ein riesiges Kreuzfahrtschiff den Hafen blockierte. So konnten wir ein letztes Mal in die Zodiacs steigen und wurden von den Guides in den Hafen gebracht.
Nun war es dann auch endgültig an der Zeit Abschied zu nehmen. Abschied von der Crew und dem Schiff, von den Guides und von unseren neuen Freundschaften.
Wir hatten eine ereignis- und erlebnisreiche Woche. Haben viel Neues gelernt und gesehen und die Einzigartigkeit der Polarregionen erleben dürfen. Abschied zu nehmen von dieser wunderbaren Natur und den Menschen, mit denen wir all das erleben durften, fiel nicht leicht. Und doch ist das Ende dieser Reise auch ein Anfang. Der Anfang neuer Freundschaften und neuer Erfahrungen.
Mit vielen neuen Eindrücken und Unmengen an Fotos im Gepäck wird uns unser Abenteuer auf Spitzbergen sicherlich noch lange Zeit begleiten. Wir haben die raue und fragile Schönheit dieses einmaligen Ökosystems entdeckt, und sicher war der eine oder andere überrascht, wie diese so lebensfeindlich anmutende Umgebung vor Leben nur so wimmelt. Eine einzigartige Wildnis, für deren Erhalt es sich einzusetzen lohnt!
Wer weiß, vielleicht wurde ja der ein oder andere vom „arktischen Virus“ infziert und es war gar kein endgültiger Abschied von Spitzbergen?

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