Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reiseberichte

Publiziert: Montag, den 19. September 2016

Whale Watching in der Isabella Bay

Tag 09 – 05. September 2016: Isabella Bay unter erschwerten Bedingungen

Der sagenhafte Sonnenuntergang vom gestrigen Abend, mit zahlreichen Linsen-Wolken, ließ es leider schon erahnen: Das Wetter hat sich über Nacht wieder verschlechtert, grau und stürmisch beginnt der heutige Tag.

Beim Frühstück informiert uns Boris über die heutigen Pläne: Wir haben für die Ioffe die Erlaubnis erhalten, in die Isabella Bay hinein zu fahren. Es handelt sich um ein spezielles Schutzgebiet für Grönland Wale. Ein Landgang ist nicht vorgesehen. Also heute Whale-Watching. Leider aufgrund von Sturm und Seegang bei sehr widrigen Bedingungen. Trotzdem kommt noch während des Frühstücks von Tony die Durchsage, dass er erste Wale gesichtet hat. Diese waren, wie sich heraus stellte, jedoch nur für sein geschultes „Tierbeobachtungsfanatiker-Auge“ zu entdecken.

Nach dem Frühstück waren wir jedoch weiter in die Bucht hinein gefahren, so dass bei der nächsten Durchsage auch wir Laien, ausgerüstet mit unseren Leih-Ferngläsern die Tiere ausmachen konnten. Wale auf 1 Uhr. Wale auf 11 Uhr. Wale auf 4 Uhr ging es nun eine Weile. Da die Bedingungen aber wie schon gesagt alles andere als optimal waren und hier im inneren der Bucht Eisberge die Navigation erschwerten, brachen wir unseren Ausflug in die Isabella Bay recht schnell wieder ab und machten uns auf den Weg zu unserem morgigen Tagesziel.

Faszinierende Vorträge & Entspannung am Nachmittag

Am Nachmittag unterhielt uns Katie in ihrer mitreißenden Art mit einem Vortrag über die Vorstöße der Wikinger in die Arktis und später dann Wayne mit einer Diashow über den Torngat Nationalpark, einer Region im Norden Labradors, die im kommenden Jahr Ziel einer neuen Expeditionsroute der Ioffe sein wird. Grüne Täler zwischen schneebedeckten Berggipfeln, glitzernde Gebirgsbäche und tiefblaue Seen, farbenprächtige Blumenwiesen und karge Geröllwiesen – wer die Arktis mag muss sich auf den ersten Blick auch in diese Landschaft verlieben. Und auch der „Star“ der Arktis, der Eisbär, lässt sich hier immer wieder beobachten.

Das ganz spezielle an diesem, vor nicht allzu langer Zeit eingerichtetem Park ist hier, dass schon bei den aller ersten Gesprächen die Inuit bei allen Entscheidungen mit einbezogen waren. Die Ältesten entschieden, welches Gebiet genau zum Park gehören soll. Und auch bei der touristischen Erschließung des Parks sind neben der Behörde/Organisation der kanadischen Nationalparks ausschließlich Inuit-Firmen beteiligt. Wayne selbst ist in der Region geboren und aufgewachsen und arbeitet nun für die „Parks Kanada“. Seine Aufgabe ist es, neue Trekking-Routen im Park zu erkunden und diese dann anschließend in Bild und Schrift zu dokumentieren. Was für ein Traumjob…

Da sich das Wetter den ganzen Tag über nicht besserte, nutzten sicher auch einige an Bord die Zeit, um gemütlich im Whirlpool auf Deck 6,5 den Sturm über sich hinweg ziehen zu lassen oder sich in der Sauna mal wieder ordentlich durchzuwärmen. Und natürlich wird mit fortschreitender Expeditionszeit die Zahl der Mitreisenden, die im Multimediaraum ihre Bilder sichern und vielleicht auch schon bearbeiten immer größer.

Langeweile kam auch an diesem reinen Schiffstag nicht auf.

Stephani Drücker

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