Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reiseberichte

Publiziert: Freitag, den 16. September 2016

Mit Schiff & Kanu im legendären Gibbs Fjord

Tag 08 – 04. September 2016: Spektakuläre Landschaft

Wie jeden Morgen ziehe ich nach dem Weckruf von Boris die Vorhänge vor meinem Kabinenfenster beiseite – und ein breites Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht. Heute präsentiert sich die Arktis endlich mal in strahlendem Sonnenschein. Wir befinden uns am Eingang zum Gibbs Fjord, dem längsten Fjord von Baffin Island.

Ich habe das Gefühl, heute sind alle etwas schneller mit dem Frühstück fertig. Es zieht uns hinaus auf die Außendecks der Ioffe. Jeder möchte die klare Luft und den Sonnenschein geniessen. Und natürlich die grandiose landschaftliche Kulisse, die sich anfangs vor uns, später dann rechts und links vom Schiff präsentiert.

In gemächlichem Tempo fährt die Ioffe durch den Gibbs Fjord. Schroffe Granitwände ragen beinahe senkrecht rechts und links neben uns empor. Da sich das Gefälle auch unterhalb der Wasseroberfläche ähnlich steil fortsetzt, brauchen wir uns um die Wassertiefe der Fahrrinne wohl kaum Gedanken zu machen. Auch während des Mittagessens zieht die Landschaft noch immer nicht minder spektakulär an uns vorbei. Es macht Spaß, zwischendurch immer mal wieder einen Blick aus den Bullaugen zu werfen.

Und dann ist auch bald Zeit für den Landgang. Der Wettergott hat noch ein weiteres Bonbon für uns parat: Der doch sehr frische Wind des Vormittags hat sich komplett gelegt und die See liegt spiegelglatt vor uns. Da freue ich mich noch mehr, dass ich mich erneut für einen Ausflug im Kajak entschieden habe!

Augenschmaus – vom Kajak aus!

Da die „Umkleidezeremonie“ für die Kajaker mit Trockenanzug, Neoprenschuhen, Spritzschürze und Rettungsweste noch etwas aufwändiger ist als die Expeditionsbekleidung für Landgänge, treffen wir uns immer schon 20 – 30 Minuten vor Ausflugsbeginn im „Matschraum“, um unser Equipment anzulegen, bevor die Landgänger kommen, die mit Gummistiefeln und Rettungsweste ihr Outfit komplettieren. Heute scheint jedoch niemand ein Mittagsschläfchen gemacht zu haben – alle sind weit vor der Zeit auf den Beinen, alle wollen hinaus und den Anblick auf sich wirken lassen.

Im Kajak fahren wir ein kleines Stück den Strand entlang Richtung Steilwand. Erst aus der Nähe zeigt sich, dass auch an diesen schroffen Felswänden die Vegetation immer wieder ein paar Nischen für sich erobern konnte. Deren herbstliche Färbung setzt herrliche rote, gelbe und orangene Akzente im Grau der Felsen. Eine Ringelrobbe fühlt sich durch uns in ihrer Nachmittagspause gestört und zieht gemächlich von dannen und ein paar Jungtiere einer mir nicht erkennbaren Möwenart begleitet uns neugierig auf unserem Weg Fjord auswärts. Dieser Ausflug war ein absoluter Augenschmaus.

Stephani Drücker

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