Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reisebericht Abenteuer Spitzbergen 11.07. - 22.07.2016

Abenteuer Spitzbergen: Nur mit Sicherheitseinweisung im Hafen von Longyearbyen
Publiziert: Freitag, den 15. Juli 2016

Longyearbyen – Sightseeing & Boarding

Tag 1 – 12. Juli 2016

Nachdem wir am Montag von unseren Heimatflughäfen aus über Oslo nach Longyearbyen auf Spitzbergen gestartet sind, landen wir am Dienstag mit 1 Stunde Verspätung um 01.30 Uhr auf dem Flughafen von Longyearbyen. Der Pilot setzt für den heftigen Wind, der uns erwartet hat, sehr sanft auf und alle sind trotz etlicher Stunden in den Beinen gut gelaunt. In Longyearbyen ist es taghell. Das wussten wir vorher, aber es mitten in der Nacht live zu erleben, ist etwas ganz anderes!

Am Gepäckband im Flughafen erwartet uns in Svalbards Hauptstadt der 1. Eisbär. Zwar noch ausgestopft, aber schon ziemlich realistisch. Ein willkommenes Motiv für das 1. Foto. Das Gepäck kommt zügig, die Expeditionsleiterin Elke und 2 weitere Guides, die mit im Flieger saßen, empfangen uns mit strahlendem Lächeln und weisen den Weg zu unserem Bus. Die Gruppe besteht aus knapp 50 Personen und wird zügig zum Radisson Blu Polar Hotel gebracht. Der Check-In läuft ebenfalls Ruck-Zuck, so dass wir gegen 02.30 Uhr schlafen gehen.

Am nächsten Morgen gibt es ein wohltuendes Frühstück. Zwischen 09.00 und 09.45 Uhr heisst es schon wieder Check-Out. Bevor eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Bus stattfindet, wird das Gepäck im Hafen von Longyearbyen entladen. Dort hat ein wahrhaftiges Schiffsmonster angelegt: Ein Kreuzfahrtschiff mit 3.200 Passagieren und rund 1.400 Besatzungsmitgliedern. Dieses Schiff sprengt jegliche Vorstellungskraft und erhöht die Gesamtbevölkerung von Longyearbyen an diesem Tag um mehr als 200 %. Unser Schiff, die MS Sea Endurance, kann deswegen nicht am Pier anlegen. Das bedeutet, dass sowohl die Gepäckstücke als auch später wir Gäste mit den Zodiacs an Bord gebracht werden müssen. Die beiden Schiffe Sea Endurance und das Riesenkreuzfahrtschiff im optischen Vergleich zu sehen, lässt bei uns nur einen Gedanken zu: Wir haben die richtige Wahl getroffen!

Die Stadtrundfahrt, bei der wir natürlich auch aussteigen führt uns zum Ende des Hauptortes. Dort steht das allgemein bekannte und legendäre „Verkehrsschild“ als Eisbärwarnung. Ab diesem Schild und überall sonst, ist auf Spitzbergen mit Eisbären zu rechnen. Wir machen Fotos und bekommen tolle Hintergrundinfos von Guide Chris, der seit 4 Jahren in Longyearbyen lebt. Die weitere Fahrt führt uns zu einer Anhöhe mit herrlichem Blick über den Hafen und den Fjord. Wir besuchen auch die Kirche, die als multikultureller Gesellschaftstreff dient. In der Svalbard Galerie sehen wir einen Film über den Wechsel der Jahreszeiten auf Spitzbergen. Dabei bekommt man einen spannenden, optischen Eindruck wie es im eisigen, Tag- und Nacht stockdunklen Winter in der Stadt aussehen mag.

Wieder im Hotel treffen wir uns zu einer Sicherheitseinweisung durch Elke, bei der es im wesentlichen um die Natur- und Tierschutzbestimmungen der AECO, um das Verhalten bei Landgängen unter Sicherheitsaspekten und die richtige Benutzung der Zodiacs geht. Die Expeditionsleiterin berichtet anschaulich und voller Temperament aus ihrer 16jährigen Erfahrung, bevor wir noch einmal die Hotelküche testen und ein hervorragendes Menü einnehmen. Nach einem Besuch im zwar kleinen, aber ausgesprochen interessanten und lehrreichen Svalbard-Museum, heisst es endlich Boarding-Time.

Aufbruch in Longyearbyen

Der Wind hat weiter aufgefrischt auf etwa Windstärke 6, so dass unsere Zodiac-Feuertaufe zum Boarding auf See von einigen mit einem flauen Gefühl im Magen betrachtet wird. Der Einweisung in das Anlegen der Schwimmwesten folgt dann eine überraschend angenehme und echt coole Überfahrt zur Sea Endurance ohne jegliche Probleme. An Bord werden wir superfreundlich von Teilen der Crew in Empfang genommen, die unser Gepäck bereits in die jeweiligen Kabinen verbracht hat.

Nachdem wir uns in den Kabinen häuslich eingerichtet haben, bittet uns Elke über Lautsprecher in die Lounge. Dort erfolgt dann die obligatorische Sicherheitseinweisung in die Notfallsysteme des Schiffs. Nach einer kleinen Notfallsimulation ist es Zeit für Entspannung. In der Lounge erwarten uns mit einem Gläschen Sekt der Kapitän der MS Sea Endurance sowie alle 5 Guides, die sich einzeln vorstellen. Wir freuen uns auf ein grosses Abenteuer mit dem finnischen Kapitän Ulf Peter. Er spricht deutsch und macht einen megasympathischen Endruck. Mit der Expeditionsleiterin Elke, die immer gute Stimmung verbreitet und alles zu wissen scheint, was man sich an Bord nur wünschen kann. Und den Guides, Christian (Chris), Therese aus der Schweiz, Matthias aus Schweden und Caroline.

Anschliessend ist das Dinner zu bereit. Mit vorzüglichem Essen verlassen wir Longyearbyen und fahren auf die offene See hinaus. Elke hat sich übrigens entschieden, nicht gen Norden zu fahren, sondern die Umrundung Spitzbergens von Süden aus anzugehen. Hintergrund sind Beurteilungen der Eis- und Wettersituation. Die See ist etwas unruhiger als üblich, was uns aber nicht daran hindert, auf dem Aussendeck noch nach Walen Ausschau zu halten. Und tatsächlich! Erst weit entfernt, später immer näher bekommen wir 2 kapitale Blauwale vor die Linsen – etwa gegen 22.30 Uhr, wo es zuhause längst stockdunkel ist. Immer wieder ist deren gewaltiger Blas zu sehen. Ein weiteres Highlight eines vollgepackten, rundum spannenden 1. Expeditionstages.

Text: Michael Schwerdtfeger

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.