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Kanada - Erlebnisbericht aus Churchill: Fotosession mit Eisbären
Publiziert: Donnerstag, den 10. März 2016

Herrliche Fotosession mit Eisbären

Montag, 07.03.2016

Reisebericht Kanada: Tag 6

Angeblich gehen Bärenmütter gerne mit ihren Jungen auf Wanderschaft, wenn am Abend zuvor die Nordlichter am Himmel getanzt haben. Die Vorzeichen standen also gut und der Tag begrüßte uns mit blauem Himmel und Sonne satt bei knackigen -27°C (Windchill -39°C). Nach dem Frühstück ging es in die Kettenfahrzeuge und ab in die Tundra.

Bereits kurz vor dem Lunch gingen Funksprüche hin und her und wir bekamen die Ansage, unsere Suppe schnell zu löffeln. Dann die Bestätigung per Funk: Eine Bärin mit zwei Jungen wurde gesichtet. Wer noch nicht aufgegessen hatte, kippte die restliche Suppe in den Schnee und schon wenige Minuten später bot sich uns ein Schauspiel der Superlative. Die Bärenmutter hatte es sich mit ihren beiden Jungen auf einer kleinen Anhöhe bequem gemacht und ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen als sich 20 Personen nur ca. 100 m entfernt mitsamt Stativen und Kameras aufbauten. Die Bärin hob nur kurz den Kopf, schnupperte in die Luft und entschied offensichtlich, dass keine Gefahr bestand. Die Fotosession mit Eisbären konnte beginnen.

Während der nächsten 5 1/2 Stunden beobachteten und fotografierten wir die kleine Bärenfamilie. Die kleinen Racker balgten sich und turnten auf ihrer Mutter herum. Wenn sie müde wurden, kuschelten sie sich an ihre Mutter und gruben ihre kleinen Körper in das flauschige Fell. Als sie wieder wach wurden, wurden sie gesäugt und begannen gleich wieder zu spielen, solange bis sie sich erschöpft wieder einkuschelten und schliefen. Während die Bären ganz entspannt ihrem Alltag nachgingen, wurden wir Fotografen auf Organisation und Durchhaltevermögen getestet. Akkus machten in der Kälte schlapp, Speicherkarten waren voll und nach einigen Stunden machte sich die Kälte trotz 4 Kleidungsschichten und Wärmepacks in den Schuhen bemerkbar. Um 17:45 Uhr verließ die Bärenfamilie schließlich den Platz und „erlöste“ die eingefrorenen Fotografen.

Am Abend war die Stimmung bestens. Ich denke, dass heute alle voll auf ihre Kosten gekommen und großartige Fotos entstanden sind.

Anne Kiel

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