Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reiseberichte

Eisbäralarm
© Rene Kipshoven
Publiziert: Mittwoch, den 02. September 2015

Wind, Steine & Eisbäralarm

Montag 31.08.2015

Eine recht unruhige Nacht brachte uns zurück aus dem Eis in die Inselwelt. Nach dem Frühstück stand ein Landgang in der Florabukta im Murchinsonfjord auf dem Programm. Alle waren gespannt, ob wir nach nun schon zweieinhalb Tagen mit ausschließlich Zodiac Ausfahrten mal wieder an Land kommen würden… Und es gelang uns. Zwar wehte eine recht steife Briese aber alle genossen die Spaziergänge unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Unser Geologe Martin war hier voll in seinem Element (… wie eigentlich überall auf Spitzbergen, da hier nur sehr wenig störende Vegetation den Blick auf die faszinierenden Steine versperrt… 😉 und natürlich hatten auch die anderen Guides viele Informationen für uns parat.

Während des Mittagessens kreuzten wir die Hinlopenstraße, weil für den Nachmittag ein Landgang am Crozierpynten im Sorgfjord auf dem Plan stand. Hier warteten auf uns die Überreste einer Schwedisch-Russischen Gemeinschaftsexpedition, die das Ziel hatte nachzuweisen, dass die Erde keine perfekte Kugel sondern an den Polen etwas abgeflacht ist. Auf ging es in die Zodiacs, sogar der Kapitän war mit dabei, da auch er es vermisste, sich die Beine zu vertreten. Aber es kam anders. Kaum hatten wir uns in drei Gruppen aufgeteilt als uns ein Funkspruch von der Brücke einen Strich durch die Rechnung machte: „There‘s a sleeping Polar Bear some hundred meters away from you“. In weniger als 5 Minuten saßen wir also alle wieder in den Zociacs. Als Belohnung fuhren wir dann aber immerhin noch die Küste entlang zu dem Punkt, wo der Bär gesichtet wurde und erhielten einen tollen Blick auf ihn, da er sich direkt in den Felsen am Strand zu seinem Päuschen nieder gelassen hatte.

Wesentlich schneller als gedacht waren wir so wieder zurück an Bord. Es blieb also Zeit für ein etwas längeres Recap-Meeting, in dem uns zum einen mittels Bildern nachgereicht wurde, was wir eigentl ich am Schauplatz des Geschehens über die erfolgreiche Expedition der Schweden und Russen hätte gezeigt werden sollen und thematisch ebenso passend uns Kerstin in die komplizierte Geschlechtsbestimmung von Eisbären einführte. Es ging unter anderem um breite Schultern, Pobacken und Schlägertypen mit kaputten Narben und krummen Nasen. Ein Ausblick auf morgen beschloss den offiziellen Teil des Tages.

Stephani Drücker

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