Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Reiseberichte

Spitzbergen Mitternachtssonne zeigt Eisbären rund um die Uhr
©PolarQuest
Publiziert: Montag, den 03. August 2015

Regelmäßiger Schlaf wird überbewertet

Freitag, 31.07.2015

Dank ein paar Nachtschwärmern, die noch bis 01:30 Uhr die Spitzbergen Mitternachtssonne an Deck genossen, kam der Rest der „Familie“ in den Genuss, von Elkes Stimme aus dem Schlaf geholt zu werden, denn ein Blauwal war gesichtet worden. Mit müden Augen, aber der Kamera im Anschlag erschien einer nach dem anderen an Deck und bewunderte den Blas und den großen grauen Rücken des Blauwals. Seine Fluke zeigte der Meeresriese leider nicht, aber trotzdem hatte sich das Aufstehen gelohnt, denn es war ein eindrückliches Erlebnis.

Der Rest der Nacht fiel ebenfalls kurz aus, denn um 06:45 ertönte der nächste Weckruf. Ein Eisbär war im Packeis ausfindig gemacht worden. Ruckzuck waren alle wach und der eine oder andere hatte noch den Schlafanzug unter der dicken Jacke, als er mit Fernglas und Teleobjektiv bewaffnet auf dem Deck erschien. Es folgte eine fast zweistündige, wunderbare Beobachtung eines prächtigen, männlichen Eisbären, der sich beim Frühstück auf der Eisscholle nicht stören ließ. Er hatte eine dicke Bartrobbe erlegt, die er nun genüsslich verspeiste, wobei er Gesellschaft von 4 Elfenbeinmöwen hatte. Die Sonne spielte uns wieder einmal in die Karten und bot ideale Lichtverhältnisse zum Fotografieren.

Am Vormittag bahnte sich die Quest weiter ihren Weg durch das Eis, frei nach Elkes Motto „Ice is nice“ Und der Plan ging auf! Gegen 10:30 Uhr erschien der nächste Bär vor dem Schiff. Dieser bot uns eine regelrechte Show. Erst kam er direkt auf das Schiff zugeschwommen, dann erkannten wir, dass er Kurs auf eine Eisscholle genommen hatte, auf der sich eine Bartrobbe in der Sonne räkelte. Es folgte ein Krimi der spannendsten Sorte. Langsam schwamm der Bär um die Scholle herum und näherte sich der Robbe von hinten. Dann tauchte er ab. Alle hielten die Luft an, für kurze Zeit hörte man weder Geflüster noch Kameraklicken an Deck. Dann glitt die Robbe von ihrer Scholle ins rettende Wasser. Kurz darauf kletterte ein enttäuscht drein schauender Eisbär auf die Scholle und schnupperte an der Stelle, an der er eben noch sein Mittagessen gewittert hatte. Eine zeitlang saß er traurig da, dann machte er sich wieder auf den Weg und schwamm, völlig unbeeindruckt von unserem Schiff, weiter durch das Eis.

Am Nachmittag stand ein arktisches Abenteuer auf dem Programm. Bei 80°38`5„N und 20°24`1„E 15 hatte die Quest einen herrlichen Platz für ein Bad zwischen den Eisschollen gefunden und 16 mutige Schwimmer sprangen ins kühle Nass. Zum Aufwärmen verteilte der Bordarzt Vodka.

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