Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 07.07. – 15.07.2012

Walrosse Spitzbergen
© Sven Achtermann
Publiziert: Donnerstag, den 12. Juli 2012

Wale um Nordaustlandet

11. Juli 2012: Bei der Austfonna

Der Tag begann etwas windig und neblig. Um 9 Uhr wurden die Zodiacs zu Wasser gelassen, um die auf  Storøya beheimatete Walrosskolonie aus einer anderen Perspektive zu beobachten. Wir hatten Glück: Die Walrosse erschienen wie verabredet in mehreren kleinen Gruppen von Weibchen und Jungtieren. Neugierig streckten sie immer wieder Ihre Köpfe aus dem Wasser und kamen den Zodiacs laut prustend immer näher, bis sie wieder alle auf einmal umdrehten und abtauchten.

Auf dem Rückweg zum Schiff frischte der Wind auf und der Seegang nahm zu, die Guides bewiesen großes Geschick im Umgang mit den Zodiacs und brachten uns kalt aber sicher zurück.

Danach setzte der Kapitän der Ocean Nova Kurs auf Isispynten. Das ist eine kleine Insel vor dem Austfonna; mit einer der größten Gletscherfronten der nördlichen  Hemisphäre. Einige Seemeilen vor Isispynten wurde eine Gruppe Buckelwale gesichtet. Diese ließen sich durch unsere Anwesenheit
nicht aus der Ruhe bringen. Das Schiff bekam beinahe Schlagseite vor lauter über die Reling hängenden Fotografen und wir dachten, das wäre der ganze Auftritt der Wale. Aber die Wale taten uns die Freude und verweilten noch …

Die Jagdtaktik der Wale war gut zu beobachten. Mit einem Luftblasenvorhang schließen sie den Krill ein, bevor sie von unten antauchen, um zu happen.

Bei einem Zodiac-Ausflug umfuhren wir später eine Moräne bei Isispynten, die laut Aussage unserer Guides vor zehn Jahren noch unter dem Gletscher begraben war. Heute liegt die Abbruchkante etwa zwei Kilometer weiter zurück. Wir fuhren eine reichliche Strecke an ihr entlang, bevor wir zur zum Expeditionsschiff zurückkehrten, welches im Sund auf uns wartete.

Unterwegs geschah das Unerwartete: Ein Stück des gigantischen Gletschers brach krachend ein und schob eine beachtliche Flutwelle vor sich her.

Beeindruckt fuhren wir zum Schiff zurück und bekamen sogar noch eine seltene Spatelraubmöwe zu Gesicht.

Das Abendessen war geprägt von anregenden Gesprächen über die soeben geschossenen Fotos. Die Wolkendecke begann sich zu lichten und gab die Sicht frei auf die südlich gelegenen Inseln von Kong Karls Land.

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