Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 14.07. – 22.07.2012

Publiziert: Samstag, den 21. Juli 2012

Spitzbergens Trapper und Gletscher

20.07.12 – Im Südwesten Spitzbergens

Da die Walbeobachtung der vergangenen Nacht unsere Fahrt etwas verzögert hat, beginnt der erste Landgang heute erst um 11 Uhr – auf dem Programm steht die Hyttevika – die Hüttenbucht. Ihren Namen hat die Bucht von einer alten Trapperhütte, die heute als Außenposten der polnischen Forschungsstation genutzt wird. Bei traumhaften Wetter erfahren wir von Heiko ein paar Geschichten über die Trapper Spitzbergens, die einiges auf sich nehmen mussten, um im harten Winter Spitzbergens zu überleben. Im Anschluss daran haben wir wieder die Möglichkeit, zwischen drei Ausflügen zu wählen: Der erste ist etwas länger und führt die Gruppe zu einem großen Geröllfeld, in dem zur Zeit Tausende von Krabbentauchern nisten. Eine andere Gruppe wandert ein kleines Stück über die Tundra und die dritte bleibt in der Umgebung der Hütte. Ein mutiger Teilnehmer lässt es sich am Ende des Langanges nicht nehmen und nutzt die verhältnismäßig warmen Temperaturen zu seiner Polartaufe – zwei, drei Schwimmzüge sind tatsächlich drin.

Weiter geht die Fahrt in den Hornsund hinein. Unser Ziel ist der Samarin-Gletscher. Hier erhalten wir bei einem Zodiak-Ausflug die Gelegenheit, uns aus nächster Nähe einen Eindruck von dieser Naturgewalt zu verschaffen. Im ständigen Wechsel zwischen Sonne und Wolken sind vermutlich alle Blautöne dieser Welt im Gletschereis zu finden. Wir passieren zwei Stellen, an denen sich Dreizehenmöwen, Dickschnabellummen und Gryllteisten versammeln – Unterwasser-Gletscherabflüsse sorgen dank der durch Vermischung von Süß- und Salzwasser entstehenden Strömungen für ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zwei Elfenbeinmöwen segeln während dessen die Gletscherkante entlang und einige Eismöwen beobachten uns von den obersten Zinnen des Gletschers.

Ein Kinoabend in der Lounge schließt diesen Tag ab und schafft es thematisch einen Bogen zurück zur Geschichte der Nordpoleroberung via Luftfahrt – also zurück zu Nobile und Amundsen – zu schlagen.

Währenddessen fährt uns das Schiff erneut auf das offene Meer in Richtung atlantischem Graben, in der Hoffnung, Wale zu sichten. So gehen wir alle vorbereitet auf eine erneute nächtliche Unterbrechung des Schlafes in die vom aufmerksamen Personal schon aufgeschlagenen Betten.

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