Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 26.07. – 05.08.2012

Publiziert: Donnerstag, den 02. August 2012

Allein unter 200.000 Dickschnabellummen

31.07.12 Im südlichen Teil der Hinlopen-Strasse

Am Morgen des sechsten Tages ging es früh raus zum Alkefjellet um dort an den steilen Felsen eine große Vogelkolonie zu besuchen. Hier brüten vor allem Dickschnabellummen, aber auch Eismöwen und Skuas sind keine Seltenheit. Zwar war es noch immer windig aber wir hofften darauf, im Schutz der Felsen die Vögel gut beobachten zu können. Einige von uns genossen auch schon die schaukelige Zodiacfahrt.

Unser Plan ging auf – angekommen im Schutz der Felsen, konnten wir die unzähligen Vögel gut beobachten. Fast alle Tiere in den Felsen wendeten uns ihren Rücken zu, vollauf damit beschäftigt, ihr Ei oder den bereits geschlüpften Nachwuchs vor dem Absturz zu bewahren. Aus diesem Grund entdeckten wir auf einer schmalen Grasfläche unterhalb der Felsen auch zwei Polarfüchse, die dort patrouillierten und auf leichte Beute hofften.

Nach diesem Ausflug ging es mit dem Schiff hinüber auf die andere Seite der Hinlopen-Strasse zum Bråsvellbreen auf Nordaustlandet. Dieser ist ein Teil der längsten Gletscherwand der Arktis, die nämlich 190 km lange Abbruchkante des Austfonna. Das Schiff ist bis auf wenige Meter an die ca. 30 m hohe Eiskante hinan gefahren. Diese Eiswand beeindruckt uns besonders durch ihre vielen Schmelzwasser-Wasserfälle.

Am Abend ging es an Land für einen Entdeckungsspaziergang auf die kleine Insel Pescheløya, auf die ganz selten nur Menschen gelangen. Wie Entdecker erkundeten wir die hauptsächlich aus kargem Stein bestehende Insel und unsere Bewunderung galt den Flechten, Moosen und Blumen, die hier ihr Leben fristen.

Zurück auf dem Schiff tauchten zwei Buckelwale auf, die mit jedem Tauchgang ihre Fluke präsentierten. Spät in der Nacht – gegen 2 Uhr – hat die Crew zwei Eisbären entdeckt, die zuerst neugierig auf uns zu schwammen, um dann doch umzudrehen und an Land zu gehen.

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