Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 04.08. – 15.08.2012

Publiziert: Mittwoch, den 08. August 2012

06.08.12 Beobachtung jagender Belugas im Hafen von Ny Ålesund

Im Krossfjord und Kongsfjord

Angekommen im Krossfjorden begaben wir uns um 9 Uhr in die Zodiacs, um eine Tour zum Fjortende Julibreen zu starten. Der Gletscher war überaus aktiv, das heißt wir konnten viele Abbrüche kleinerer und größerer Eisstücke beobachten. Zusätzlich beeindruckte uns der Zodiac-Cruise durch eine Vielzahl an Tierbeobachtungen: Bereits am Gletscher trafen wir auf eine Bartrobbe. Von hier aus fuhren wir weiter am Ufer entlang. Hier konnten wir Rentiere, Gänse und Skuas ausmachen. An einem kleinen Vogelfelsen angekommen, kamen wir bis auf wenige Meter an die Papageitaucher, Dickschnabellummen und Eismöwen heran.

Zurück an Bord fuhr die Quest nach Ny Ålesund, der Forschersiedlung Svalbards. Viele Gäste haben hier, im nördlichsten Postamt (zumindest Europas) eine Postkarte an die „Daheimgebliebenen“ eingeworfen. Die Guides eskortierten einen Ausflug zum alten Luftschiff-Ankermast von Nobilé und Amundsen, welcher bereits im „Eisbärengebiet“ steht und an die Zeit der Abenteurer und Poleroberer erinnert.

Auf dem Rückweg zum Schiff erhielten die Guides eine Funkdurchsage der Brücke, dass Belugas im Hafen seien. Und so war es dann tatsächlich: Wir konnten beobachten, wie die Belugas einen Schwarm Fische in die flache Bucht trieben, um diesem so die Fluchtmöglichkeit zu nehmen. Die mittelgroßen Zahnwale kamen bis auf wenige Meter ans Ufer heran und konnten von uns direkt bei ihrer Jagd beobachtet werden.

Als die MS Quest ablegte und sich langsam Richtung Kongsbreen bewegte, flog eine Falkenraubmöwe ums Schiff, was eine wirkliche Seltenheit auf Svalbard darstellt. Und der Tag hielt noch einen weiteren Höhepunkt für uns bereit – kurz vor dem Kongsbreen schallte die Durchsage über das Schiff, dass ein Eisbär gesichtet wurde! Schon am zweiten Tag fanden wir den ersten Eisbären. Es war ein entspanntes Weibchen, welches sich auf einer Eisscholle ausruhte. Sie zeigte keine Scheu und ließ sich unbeeindruckt von uns beobachten. So konnten wir erkennen, dass das Weibchen einen Satellitentransmitter um den Hals trug. Zu Forschungszwecken werden immer wieder Bären mit diesen Sendern gekennzeichnet um so ihr Wanderverhalten bzw. gegebenenfalls auch ihre Ortstreue aufzuzeichnen.

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