Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 23.06. – 01.07.2013

Eisbär mit Kill Spitzbergen Reise
© Sven Achtermann
Publiziert: Dienstag, den 02. Juli 2013

80°12‘8 N, 016°31‘1 O

Vom Treibeis bis zum Magdalenenfjord, 29.06.13: Ein Eisbärenweibchen verteidigt ihren Fang

Auf dem Weg vom nördlichsten Punkt unserer Reise zurück in Küstennähe, kurz bevor die MS Quest aus dem Treibeis heraus gekommen wäre, entdeckte Elke, unsere Expeditionsleiterin doch noch den „lange erhofften“ Eisbären. Allerdings hatte doch kaum noch jemand so lange in der Lounge ausgehalten. Entsprechend wurde die Nachtruhe erneut unterbrochen.

Krabbentaucher Spitzbergen
Krabbentaucher auf Spitzbergen Foto: Simon Bober

Dem Kapitän Joakim Säterskog gelang es, die MS Quest behutsam und vorsichtig dichter an das Weibchen heran zu manövrieren. So nah waren wir bisher noch an keinen Eisbären herangekommen. Das stattliche Tier hatte gerade eine Robbe erlegt und genoss den wohlverdienten Nach-Mitternachtssnack. Ein junges Männchen hatte die Beute gewittert und war inzwischen ganz nah heran gekommen. Kein Ton war an Bord zu hören während wir beobachteten, wie das Weibchen ihren Fang gegenüber der unerfahrenen Konkurrenz verteidigte. Mit lautem Brummen unterwarf sich schließlich das Jung-Männchen. Es zog sich langsam zurück und das Weibchen fraß in Ruhe weiter. Welch eine Beobachtung – in jeder Tierdokumentation wären diese Szenen ein absoluter Hingucker gewesen.

Nach erfolgreicher Verteidigung ihrer Beute gönnten nun auch wir dem Tier die ausgiebige Mahlzeit in aller Ruhe – an Bord war an Ruhe allerdings noch nicht zu denken: Aus dem Eis tauchte langsam eine lange, schwarz-weiße und leicht dreieckige Schnauze auf! Ein Zwergwal schien auf uns aufmerksam geworden zu sein und tauchte nun neugierig so weit aus dem Wasser auf, dass er uns beobachten konnte. Plötzlich waren die Rollen vertauscht und wir waren die Beobachteten… An Schlaf war bei dieser ganzen Aufregung erstmal nicht zu denken.

Passend zu der doch leicht übernächtigten Grundstimmung an Bord, stand nach dem Frühstück heute glücklicherweise ein sehr ruhiger Landgang auf dem Programm: Am Fuglesongen besuchten wir eine Krabbentaucher-Kolonie. Still ließen wir uns an ihrem Rand nieder und warteten. Bereits nach wenigen Minuten schienen die Vögel unsere Anwesenheit schon wieder vergessen zu haben. Sie sangen laut, landeten teilweise ganz dicht neben uns und flogen im Tiefflug über uns hinweg.

Nach einer erholsamen Mittagspause reichte unsere Kraft dann wieder für die Erkundung des malerischen Magdalenefjords. Mit den Zodiacs erkundeten wir die Gletscherkante und auch von Land aus konnten wir kurz die Umgebung entdecken.

Zurück an Bord erwartete uns eine Überraschung zum Abendessen. Es roch lecker nach glühender Kohle und brutzelndem Fleisch, ein Salatbuffet war aufgebaut, Tische standen an Deck und uns erwartete ein Barbecue. Und das Wetter erlaubte im Anschluss ans Essen auch noch eine kleine Party auf dem Achterdeck mit Musik und Tanz! Ein langer und erlebnisreicher Tag klang so stimmungsvoll aus.

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