Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Nordost Grönland 2011

Publiziert: Mittwoch, den 17. Juli 2013

Auszüge aus dem Reisebericht Nordost Grönland 2011

Sonntag, 11. September 2011

Erster Landgang in Grönland

Wetter: sonnig

Als wir erwachten lag die Küste Grönlands endlich in Sichtweite vor uns. Die See war ruhig und von frischem Pfannkucheneis bedeckt. Wir fuhren fast den gesamten Vormittag vorsichtig durch das Eis, in der Hoffnung, den Kong Oscar Fjord zu erreichen. Da dieses in diesem Jahr bisher noch keinem anderen Schiff gelungen war, stand noch ein dickes Fragezeichen hinter dem gesamten Unterfangen. Um mal ein bisschen von Bord zu kommen bestiegen wir die Zodiacs und fuhren gemütlich (und vorsichtig) durch das Eis, bevor wir auf einer riesigen Eisscholle „an Land“ gingen.

Nach dem Mittag unser erster Ausflug auf Grönland in Antarctic Havn – wir hatten den Nationalpark erreicht! Während ein Teil eine von einer Lawine zerstörte Trapperhütte und den sonstigen Uferbereich erkundete, machte sich der Rest auf den Weg zu einem langen Spaziergang ins Tal, in der Hoffnung, Moschusochsen zu begegnen.

Beim Recap-Treffen am Abend erläuterte Ditte einige Hintergründe zum Antarctic Havn.

Montag, 12. September 2011

Kejser Franz Joseph Fjord und Antarctic Sund

Wetter: sonnig

Nach dem Frühstück gingen wir in der Blomsterbugt im strahlenden Sonnenschein an Land. Nachdem wir zusammen einen Blick in eine alter Trapper-Hütte, die Varghytten (Wolf-Hütte) geworfen hatten, teilten wir uns auf. Einige stiegen wieder in die Zodiacs, um zwischen den Eisbergen herum zu fahren. Der Rest machte sich auf zum Noa Dal See. Unterwegs trafen wir auf drei Moschusochsen.

Nachmittags fuhren wir durch den Antarctic Sund und landeten schließlich in Nanortalik – dem Platz vieler Bären. Schon beim Verlassen der Schlauchboote konnten wir in der Ferne einen Moschusochsen ausmachen und darum machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Leider schien er wenig erpicht darauf, stehen zu bleiben um auf uns zu warten, so dass wir uns doch wieder aufteilten: zum einen erneut in eine Gruppe, die Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang hatten und zum anderen diejenigen, die lieber nur gemütlich die nähere Umgebung betrachten wollten.

Die Guides zeigten uns Überreste einer alten Siedlung die einmal aus mehreren Häusern und Zeltkreisen bestand. Wunderschöne alte Werkzeuge lagen noch immer herum, so auch eine Klinge, die vermutlich einmal zu einer Harpune gehörte. Da die Gegenstände aus Rentierknochen gefertigt waren konnten die Guides ziemlich genau sagen, dass die Werkzeuge über hundert Jahre alt sein mussten – Rentiere sind seit ca. 1900 nicht mehr im Osten Grönlands anzutreffen.

Nach einem kleinen Umtrunk am Strand ging es zurück an Bord.

Dienstag, 13. September 2011

Eis, Eis, Eis

Wetter: sonnig

Wir hatten es zwar in den Kong Oskar Fjord hinein geschafft, aber das Eis lag immer noch am Ausgang des Fjords und nun mussten wir es auch noch heraus schaffen. Um vier Uhr morgens erreichten wir den Eisgürtel und diejenigen von uns, die für dieses Ereignis an Deck kamen erlebten einen wirklich magischen Morgen. Die See war ruhig und glatt, mit Eis bedeckt und der Sonnenaufgang dauerte eine Ewigkeit – das Spektrum reichte von Lila über Pink bis hin zu Rot, Gelb und Orange. Während sich die Quest langsam ihren Weg durch das Eis bahnte standen wir an Deck und genossen die Eindrücke. Auf mehreren Eisschollen konnten wir Eisbärenspuren erkennen …

Zur Mittagszeit entdeckten wir Wale – und bestiegen schnell die Zodiacs. Das Meer war spiegelglatt und selbst für die Guides war es das erste Mal, dass Sie mit den Zodiacs durch die Grönland See fuhren. Wir kreuzten durch das Eis in der Hoffnung, etwas dichter an die Wale heran zu kommen. Als wir schließlich zur Quest zurück kehrten war auch Sie aus dem Packeis heraus, so dass wir nun volle Kraft voraus uns Richtung Scoresbysund auf den Weg machen konnten.

Fortsetzung folgt…

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.