Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 25.07. - 04.08.2013

Dreizehenmöwe mit Nachwuchs
Publiziert: Donnerstag, den 01. August 2013

Entlang des Freemansundets, 31.07.13: Von Möwen, Füchsen, Walrossen und Pomoren

Anschauungsunterricht für Mensch und Tier

Mystisch und nebelverhangen lag Kapp Waldburg auf Barentsøya vor uns, als wir heute mit den Zodiacs an Land gebracht wurden. Hier erwartete uns ein Canyon mit einer Dreizehenmöwen-Kolonie und mit etwas Glück würden wir vielleicht einen Polarfuchs sehen.

Und wir hatten Glück: Sogar zwei (!) kleine Polarfüchse erwarteten uns vor den Steilklippen mit Hunderten von Dreizehenmöwen! Einer der beiden Füchse näherte sich uns unerschrocken und begutachtete uns quasi von allen Seiten: Er wanderte einmal um die komplette Gruppe herum und schnupperte – hatten wir möglicherweise etwas Essbares dabei? Erst nachdem er uns gründlich „ausgecheckt“ hatte kümmerte er sich wieder um die Vögel – vielleicht würde ja an den Steilfelsen etwas für ihn runterfallen…

Landgang am Kap Lee auf der Edgeøya.
Foto: M. Mamerow

Wir gingen weiter in den Canyon hinein und konnten so die Dreizehenmöwen mit ihren Jungvögeln wunderbar beobachten – und natürlich auch die beiden Füchse, die sich durch uns absolut nicht stören ließen. Eine Gruppe wanderte oben über den Canyon und entdeckte Eisbärenspuren, -Kot und auch -Haare – hier hatte sich wohl vor nicht allzu langer Zeit ein Eisbär hingelegt!

Am Nachmittag sind wir in Kapp Lee auf Edgeøya angelandet: die „Gipfelstürmer“ sind den Berg hoch um den Ausblick zu genießen, während die anderen von uns sich den geschichtlichen „Überresten“ gewidmet haben: nämlich den Überresten einer alten Pomoren-Jagdstation aus dem 18. Jahrhundert und auch zahlreichen alten Knochen von Walrossen, die an das Gemetzel vergangener Jahrhunderte erinnerten. Zum Glück ist das nun aber Geschichte – und wir erfreuten uns umso mehr an den drei Walrossen, die da sorglos und quicklebendig am Strand neben den Knochen ihrer Urahnen lagen.

Zurück am Schiff gab es dann wieder einen Ausblick auf morgen und kurze Vorträge zu den Spitsbergen Rentieren sowie Polarfüchsen. Als Überraschung haben uns Kerstin und Simon in einem großen Wasserglas noch Zooplankton gezeigt, das sie auf der Zodiac-Fahrt zurück zum Schiff eingesammelt haben – wenn das kein 1A-Anschauungsunterricht ist!

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