Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 25.07. - 04.08.2013

Unterwegs am Gletscher
© Kerstin Langenberger
Publiziert: Freitag, den 02. August 2013

Vom Hornsund in die Burgerbukta, 01.08.13: Eisberge, Schmelzwasserfall und kalbender Gletscher

Ein Sturm zwingt zur Planänderung

Der Plan war eigentlich, bei Gnålodden an Land zu gehen, aber als wir in den Hornsund hinein segelten, kamen uns große Wellen und weiße Gischt entgegen: über 50 Knoten Windgeschwindigkeit zeigte das Messsystem auf der Brücke an – Sturm!

Aber als Expeditionsfahrer sind wir ja flexibel – der Plan wurde kurzum geändert und wir fuhren in die Burgerbukta, die uns besseren Windschutz bot. Dort haben wir dann die Zodiacs zu Wasser gelassen und machten einen Eis-Cruise zwischen Eisbergen des Paierlbreen. Linkerhand kamen die Wasserfälle vom Sofiekammen hinunter und durch das ausgeschwemmte Eisen sah es aus als wenn der Felsen blutete!

Startende Gryllteiste
Startende Gryllteiste. Foto: Sven Achtermann

Die Gletscherfront war nicht minder spektakulär. Gemütlich sind wir an ihr entlang gefahren, haben Dreizehenmöwen und Gryllteisten beobachtet – als es plötzlich „donnerte“ und ein riesiges Stück Gletscher in den Fjord kalbte. Was für ein Anblick! Bei der Rückfahrt setzte dann ein richtiger Platzregen ein, es war als wenn der Himmel seine Schleusen geöffnet hätte – wir kriegen hier wirklich alles geboten! Wie schön das war, zurückzukommen auf die gemütlich warme MS Quest, wo wir unsere Sachen trocknen lassen konnten und eine warme Mahlzeit genossen!

Heute Nachmittag sind wir dann doch noch bei Gnålodden an Land gegangen. Da waren bestimmt 20 Weißwangengänse, die sich am Ufer getummelt haben! Als wir weiter dem Strand entlang gelaufen sind haben wir eine Eismöwe mit drei Jungvögeln auf einem Felsen gesehen, herrlich!

Auch die Trapperhütte welche von der ersten norwegischen Pelzjägerin Wanny Woldstad als Beihütte benutzt wurde, haben wir von innen besichtigt. Klein aber mit allem Notwendigen ausgerüstet verbrachte sie hier wohl manche dunklen und kalten Winternächte. Wir haben aber dann doch unsere Kabinen auf der MS Quest als Nachtquartier vorgezogen und gingen frohgemut wieder zurück, wo uns Steward Herman mit seiner allabendlichen Gesangseinlage begrüsste.

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