Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Eisbären erleben: 03.09. - 15.09.2013

Ny Ålesund
© Henryk Wolski
Publiziert: Donnerstag, den 05. September 2013

Mittwoch, 04.09.2013: natur auf Nordkurs

natur-Leser sind mit dem Redakteur Peter Laufmann in der Arktis unterwegs

Bei der Ausfahrt aus dem Isfjord rollt die MS Quest ein wenig – die Dünung kommt von Süden und wir sind in westlicher Richtung unterwegs. Die tief über dem Horizont hängende Sonne sorgt für magisches Licht.

Wir sind unterwegs, um Eisbären zu sehen und um dem Klimawandel über die Schulter zu sehen. Hier in der Arktis sind die Auswirkungen der Erderwärmung schon dramatisch spürbar. Mit an Bord ist der Leiter der Forschungsgruppe Meereis des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Dr. Dirk Notz. “Mit der Erwärmung verschwindet nicht einfach ein Stück Eis. Wir verlieren ganze Landschaften. Und damit Lebensräume, beeindruckende, einzigartige Stimmungen von Licht und Strukturen”, sagt er.

Unsere erste Station heute heißt Ny Ålesund. Nach ihrer Zeit als Kohleminen-Stadt und der Aera, als hier ein wichtiger Ausgangspunkt für Polarexpeditionen war ist der Ort heute ein El Dorado für Wissenschaftler aus aller Herren Länder. Die Deutsch-Französische Station z. B. widmet sich zu einem großen Teil der Klimaforschung. Andere Nationen haben ihren Schwerpunkt eher auf der Biologie, der Astronomie oder der Geologie – trotzdem wird der Klimawandel auch bei anders lautenden Schwerpunkten immer eine Rolle spielen.

natur auf Nordkurs
Gletscherfront des Kongsbreen. Foto: M. Henningson

Nachmittags fahren wir weiter zum Kongsbreen. Seine Front erstreckt sich auf einer Länge von einem guten Kilometer. Langsam schiebt sich die MS Quest dem Gletscher entgegen. Sie passiert Eisbrocken und die Farbe des Wassers wechselt von dunkelblau in das zarte Braun eines dünnen Milchkaffees. Bis zu 40 Meter hoch ragt die Gletscherkante auf. Vor uns öffnet sich ein Kosmos aus Blau und Weiß.

Anhand alter Bilder und Schilderungen konnten wir mit bloßem Auge erkennen, wie viel Masse der Gletscher innerhalb der letzten 10 Jahre verloren hat. Norbert Rosing, der bekannte Naturfotograf, der seit Jahrzehnten in der Arktis arbeitet, sagt: “Es ist beängstigend, wenn die Menschenwahrnehmung ausreicht, um diese gewaltigen Veränderungen zu sehen.” Wir bleiben gespannt, was uns noch alles erwartet…

Text: Peter Laufmann

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